31.01.13

Berlin-Mitte

Polizei entdeckt Flusssäure an weiteren Haltestellen

Kriminaltechnischen Untersuchungen ergaben, an fünf weiteren Berliner Tram- und Bushaltestellen hafteten Rückstände des Giftes.

Foto: dapd

Flusssäure-Alarm am Berliner Alexanderplatz: Polizisten sichern an der Karl-Liebknecht-Straße an einer Haltestelle der Straßenbahn Spuren.

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Der Verdacht von weiteren Flusssäure-Attacken am Berliner Alexanderplatz hat sich bestätigt. Nachdem die Polizei am Mittwoch erneut Proben von mehreren Haltestellen genommen hatte, liegen die Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchungen inzwischen vor.

Demnach hafteten an fünf weiteren Tram- und Bushaltestellen Rückstände der gefährlichen Substanz. Betroffen seien insgesamt acht Glasscheiben, sagte ein Sprecher der Polizei.

Bereits vor drei Tagen waren an zwei Wartehäuschen Flusssäure-Rückstände bemerkt worden. Die nun entdeckten Schmierereien seien allerdings deutlich älter als die zuvor gefundenen Spuren. Ob ein Zusammenhang zwischen den Taten besteht, wird nun geprüft.

Die Polizei vergleicht dazu unter anderem die Schriftzüge, die die Täter auf die Glasscheiben aufgetragen haben. Durch kriminaltechnische Untersuchungen soll zudem der Zeitpunkt der Beschädigungen ermittelt werden. Zusammen mit den Vorfällen vor drei Tagen wurden insgesamt sieben Haltestellen am Alexanderplatz mit Flusssäure kontaminiert. Die BVG hat inzwischen alle betroffenen Scheiben ausgetauscht.

"Die Gefahr einer Gesundheitsschädigung war gering", sagte der Polizeisprecher über die neuen Gift-Anhaftungen. Auch wenn Flusssäure äußerst langsam trockne, seien die gefundenen Substanzen so alt, dass von ihnen nur noch begrenzt Gefahren ausgegangen seien.

Drei Menschen verletzt

Bei der Flusssäure-Attacke vor drei Tagen waren drei Menschen verletzt worden. Zwei Mitarbeiter der Firma Wall hatten am Dienstagmorgen über Atembeschwerden geklagt, als sie an einer Straßenbahnhaltestelle Ecke Karl-Liebknecht- und Memhardstraße Plakate austauschen wollten. Sie mussten in Krankenhäuser gebracht werden, sind aber nach Polizeiangaben inzwischen wieder wohl auf. An zwei Glasscheiben des Wartehäuschens wurden Rückstände von Flusssäure entdeckt.

Am selben Tag meldete sich etwas später eine Mutter bei der Polizei, deren Tochter sich eine Vergiftung am Arm zugezogen hatte, nachdem sie an einer anderen Haltestelle am Alexanderplatz in Berührung mit Flusssäure gekommen war. Die Zwölfjährige hatte angegeben, auf der Sitzfläche in Flüssigkeit gefasst zu haben. Dort konnten Kriminaltechniker zwar keine Flusssäure nachweisen, an den Glasscheiben der Haltestelle jedoch schon. Möglicherweise hatte das Mädchen die Scheibe nur beim Vorbeigehen gestreift, ohne es zu bemerken.

Die Polizei vermutet die Täter in der Graffiti-Szene. Ob die Verantwortlichen allerdings jemals gefasst werden, ist fraglich. Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte Glasscheiben am U-Bahnhof Eberswalder Straße mit Flusssäure beschädigt. Die Täter konnten bisher nicht ermittelt werden.

Quelle: ur
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