29.01.13

Berliner Klinik

An der Charité hilft das Pixi-Buch bald Arzt und Patient

Vier junge Nachwuchsmediziner der Berliner Charité wollen das Verständnis zwischen Arzt und Patient verbessern: mithilfe von Pixi-Büchern.

Von Jens Anker
Foto: picture-alliance / dpa

Acht Bände der ersten Serie Pixi-Bücher: Ärzte von der Charité wollen künftig Patienten nach dem Vorbild der populären Kinderbücher Krankheiten erklären
Acht Bände der ersten Serie Pixi-Bücher: Ärzte von der Charité wollen künftig Patienten nach dem Vorbild der populären Kinderbücher Krankheiten erklären

Was haben Pixi-Bücher für Kinder mit der Charité gemeinsam? Seit diesem Jahr sehr viel. Auf dem diesjährigen Neujahrsempfang der Charité wurden vier Nachwuchsmediziner mit dem Max-Rubner-Preis ausgezeichnet. Sie wollen künftig den Patienten nach dem Vorbild der populären Kinderbücher Krankheiten erklären. Dafür erhielten die Mediziner am Montagabend 40.000 Euro Preisgeld. Die Jury erhofft sich dadurch eine Verbesserung des Verhältnisses zwischen Arzt und Patient, weil komplexe Krankheiten in einfachen Worten und mit Schaubildern erklärt werden.

Zuvor hatte der Vorstandsvorsitzende des Universitätskrankenhauses, Karl Max Einhäupl, rund 400 Gäste im großen Vorlesungssaal des Langenbeck-Virchow-Hauses in Mitte begrüßt. Auch der Charité-Chef ging in seiner Festrede auf das Arzt-Patienten-Verhältnis ein. Als Thema seiner Rede hatte er in diesem Jahr die Ökonomisierung der Medizin gewählt. Steigende Anforderungen an das medizinische Personal und ein stetig wachsender Kostendruck seien eine Bedrohung für das Vertrauensverhältnis zwischen Medizinern und Patienten. "Wir müssen es auf besondere Weise pflegen und in der Ausbildung darauf achten, dass es nicht aus Wirtschaftlichkeitsgründen auf der Strecke bleibt", sagte Einhäupl.

Der Vorstandsvorsitzende der Charité wollte sich aber nicht in die Reihe derjenigen einreihen, die eine zunehmende Industrialisierung der Medizin beklagen. Der technische Fortschritt habe der Medizin auch neue Möglichkeiten an die Hand gegeben, Krankheiten zu heilen, die vorher als unheilbar galten. "Und Gewinnoptimierung gab es zu allen Zeiten", sagte Einhäupl.

Einhäupl stellt Charité als Wirtschaftsfaktor heraus

Gleichzeitig verteidigte er die Ausgaben der Universitätskliniken. "Wenn die Gesellschaft erwartet, dass Babys mit einem Gewicht von 350 Gramm überleben sollen, geht das nicht ohne Geld." Auch Verfahren der minimal-invasiven Medizin seien teurer als herkömmliche Operationsmethoden, würden aber zunehmend gewünscht.

Einhäupl wandte sich gegen den Begriff "Zuschuss" zur Finanzierung der Uniklinik. Die Charité stelle vielmehr einen erheblichen Wirtschaftsfaktor für die Stadt dar. Laut einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) beträgt die Wertschöpfungskette der renommierten Berliner Universitätsklinik 1,4 Milliarden Euro. Insgesamt seien 26.000 Menschen entweder an oder durch die Charité beschäftigt. "Das heißt, ein Euro Grundfinanzierung bedeutet 6,40 Euro Wertschöpfung", sagte Einhäupl selbstbewusst.

Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), zugleich Aufsichtsratschefin der Charité, würdigte die Leistung der Spitzenmediziner an der Charité. Berlin habe bei der Exzellenz-Initiative des Bundes hervorragend abgeschnitten und seinen Spitzenplatz in Deutschland sogar noch ausgebaut.

Der anschließende Empfang in der Halle des Langenbeck-Virchow-Hauses wurde durch das Oriel-Quartett begleitet. Zu den Gästen zählten die Stifterin Johanna Quandt, der ehemalige Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner (SPD), Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD), der Chef des Herzzentrums, Roland Hetzer und die Universitätspräsidenten.

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