29.01.13

Amtswechsel

Neuer Polizeipräsident Kandt - "Ich bin ein Mann der Basis"

Klaus Kandt, neuer Präsident der Berliner Polizei, will dort seinen Führungsstil etablieren. Er setzt dabei auf "Teamplayer".

Von Christina Brüning
Foto: dpa

Klaus Kandt, der neue Polizeipräsident von Berlin im Präsidium in Berlin
Klaus Kandt, der neue Polizeipräsident von Berlin im Präsidium in Berlin

Klaus Kandts Reifeprüfung hat einen erhöhten Schwierigkeitsgrad. Es ist der 1. Mai, der für jeden neuen Innensenator und jeden neuen Polizeipräsidenten in Berlin die Nagelprobe bedeutet. In diesem Jahr wird zusätzlich zu den großen Demonstrationen der linken Szene in Kreuzberg auch noch die rechtsextreme NPD in Schöneweide aufmarschieren sowie die drei bereits angemeldeten Gegenkundgebungen demokratischer Kräfte.

Vergangenes Jahr war die NPD-Demonstration zur Erleichterung der Polizei am 1. Mai ausgeblieben, jetzt stehe eine "sensible Einsatzplanung" zur Koordinierung der heiklen Demonstrationen und des damit verbundenen Polizeiaufgebots an, wie Kandt am Montag im Innenausschuss sagte.

Vor gut einem Monat hat Klaus Kandt seine Arbeit als Chef der größten deutschen Polizeibehörde aufgenommen. Am heutigen Dienstag wird der 52-Jährige offiziell in seinem neuen Amt begrüßt.

"Feierliche Amtseinführung" im Alten Stadthaus

Und wenn die Innenverwaltung zur "feierlichen Amtseinführung" im Alten Stadthaus einlädt, dann kann man sich im Fall Kandt tatsächlich vorstellen, dass den Beteiligten besonders feierlich zumute sein wird und besonders Innensenator Frank Henkel (CDU) sich dazu gratuliert, wie glimpflich das Kapitel "Suche nach einem neuen Polizeichef" für ihn zu Ende gegangen ist.

Fast zwei Jahre lang hatten er und sein Vorgänger Ehrhart Körting (SPD) einen Nachfolger für den 2011 ausgeschiedenen Dieter Glietsch gesucht, immer wieder war das Auswahlverfahren wegen rechtlicher Fehler vor Gericht gestoppt worden.

"Ich freue mich, dass mit der Ernennung Kandts die Polizeiführung nun wieder komplett ist", verkündete Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Montag. Sein besonderer Dank gelte Vizepräsidentin Margarete Köppers, die die Behörde in den vergangenen Monaten kommissarisch geleitet hat, so Wowereit weiter. Er wünsche nun Klaus Kandt "alles Gute für seine vielfältigen Aufgaben, die in unserer Stadt auf ihn warten", sagte der Senatschef.

Handwerk "von der Pike auf gelernt"

Der gebürtige Schwabe Kandt gehört zu denen, über die man sagt, sie hätten ihr Handwerk "von der Pike auf gelernt". 1979 hat er seine Laufbahn beim damaligen Bundesgrenzschutz begonnen, der heutigen Bundespolizei, deren Berliner Direktionspräsident Kandt zuletzt gewesen ist. Seine Karriere führte den verheirateten Vater von drei Kindern über die Eliteeinheit GSG 9 und das Spezialeinsatzkommando (SEK) in Berlin.

Die erste Einarbeitung in seinen neuen Job sei durchaus ein Kraftakt, erzählte Kandt am Montag der Berliner Morgenpost. "Es gibt in dieser riesigen Behörde unglaublich viel, was man wissen soll und wissen muss. Und jeder Vorgang hat natürlich eine Vorgeschichte, die man am Anfang recherchieren muss." Er sei gerade dabei, eine Führungsmannschaft zu bilden, in der es Zusammenhalt und Verlässlichkeit gebe, sagte Kandt auf die Frage nach seinem Führungsstil. "Ich bin ein Teamspieler, ein Mann der Basis." Sein Vorgänger Glietsch sei "vielleicht etwas ministerieller geprägt" gewesen, da sehe er Unterschiede in der Arbeitsweise. "Das Ziel muss bei jeder Maßnahme sein, die Wirkung auf der Straße zu verbessern", sagte Kandt.

Seit Kandt Berlins Polizei leitet, hat der Ex-Bundespolizeichef die Uniform gegen Anzug und Krawatte getauscht. Auch zu seiner Amtseinführung wird Kandt in zivil erscheinen. "Das hat in Berlin so Tradition, historisch hat der Polizeipräsident hier nie Uniform getragen", sagte Kandt. Damit solle die Kontrolle der Uniformierten symbolisch dargestellt werden. "Vielleicht besorge ich mir aber noch eine", sagte Kandt.

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