26.01.13

Öffentliche Verkehrsmittel

Senator Müller bestellt S-Bahn-Chef zum Rapport ein

Mit den ständigen Zugausfällen und -Verspätungen soll Schluss sein. Ein externes Expertenteam wird das Unternehmen unter die Lupe nehmen.

Von Thomas Fülling
Foto: dpa

Besonders Nutzer der Ringbahn haben unter den wetterbedingten Verspätungen zu leiden
Besonders Nutzer der Ringbahn haben unter den wetterbedingten Verspätungen zu leiden

Verkehrssenator Michael Müller (SPD) ist mit seiner Geduld offenbar am Ende. Angesichts immer neuer Ausfälle und Verspätungen bei der Berliner S-Bahn hat der Senator deren Geschäftsführer Peter Buchner zum Rapport einbestellt. Täglich um 9 Uhr erwarte Müller einen persönlichen Bericht der S-Bahn-Geschäftsführung über den Stand des Fahrzeugeinsatzes und der Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebssituation, teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Freitag mit.

Zudem werde erneut ein externes Expertenteam eingesetzt, welches das zum bundeseigenen Bahnkonzern gehörende Unternehmen kontrollieren soll. "Der Senat wird es nicht hinnehmen, dass die S-Bahn-Geschäftsführung Dienst nach Vorschrift macht und die Fahrgäste auf der Strecke bleiben", sagte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler.

Zuwenig einsatzfähige Fahrzeuge

Grund für den harschen Eingriff des Senats sind die anhaltenden Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr. Wie schon in den vergangenen Tagen waren am Freitag die Nutzer der Ringbahn davon besonders betroffen. Auf den Linien S41 und S42 fuhren die Züge nur alle zehn Minuten statt in dem für die Hauptverkehrszeit vorgesehenen Fünf-Minuten-Takt.

Verspätungen und Ausfälle meldete die S-Bahn auch für die Linien S1 (Wannsee–Oranienburg) und S25 (Teltow Stadt–Hennigsdorf). Auf der für viele Berufspendler wichtigen S5 (Strausberg Nord–Spandau) verzichtete die S-Bahn auf planmäßige Verstärkerzüge zwischen Ostbahnhof und Mahlsdorf. Ursache dafür ist der Mangel an einsatzfähigen Fahrzeugen. So standen der S-Bahn am Freitagmorgen nur noch 469 Viertelzüge, die aus jeweils zwei Wagen bestehen, zur Verfügung – ein neuer Tiefstand in dieser Woche. Noch am Montag waren 500 Doppelwagen einsatzbereit. Vertraglich vereinbart ist mit der S-Bahn ein Angebot von 562 Viertelzügen.

S-Bahn weist Kritik von sich

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) kritisierte die Entwicklung scharf. "Es sind planbare Maßnahmen, die die S-Bahn ergreifen kann, um auf Minusgrade vorbereitet zu sein. Früher war so etwas selbstverständlich", sagte VBB-Geschäftsführer Hans-Werner Franz. Das S-Bahn-Management habe auch nach dreieinhalb Jahren S-Bahn-Krise nicht für ausreichende Werkstattkapazitäten gesorgt. Wenn die S-Bahn nicht in der Lage sei, eine verlässliche Winter-Stabilität ihrer Fahrzeugflotte zu erreichen, müsse erneut über einen Notfahrplan nachgedacht werden, der das Verkehrsangebot für die Fahrgäste berechenbarer macht.

Die S-Bahn wies die Kritik des VBB-Geschäftsführers als unsachlich und unangemessen zurück. Es gebe "witterungsbedingte Probleme, die durch Flugschnee und veraltete Fahrzeuge ausgelöst werden und seit Jahren bekannt sind", sagte ein Sprecher. Die S-Bahn habe alle mit dem Senat vereinbarten Maßnahmen umgesetzt, betonte er. "Wir brauchen dringend neue Fahrzeuge, um die Lage dauerhaft zu verbessern", sagte der S-Bahn-Sprecher.

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