19.01.13

Berliner S-Bahn

Bahnhof Gesundbrunnen bekommt Eingangshalle

Mit sieben Jahren Verspätung beginnt in Wedding der Bau des Empfangsgebäudes. Auch die Bahnhöfe Yorck- und Warschauer Straße verändern sich.

Von Markus Falkner
Foto: DB Station&Service AG

Endlich im Trockenen: Mit sieben Jahren Verspätung beginnt der Bau am Gesundbrunnen. So soll die Halle aussehen
Endlich im Trockenen: Mit sieben Jahren Verspätung beginnt der Bau am Gesundbrunnen. So soll die Halle aussehen

Warten und Bibbern – das gehört für Hunderttausende Bahn-Fahrgäste in diesen frostigen Wintertagen zusammen. An zwei der wichtigsten Umsteigeknoten der Stadt soll sich das ändern. In Kürze beginnt an den Bahnhöfen Warschauer Straße und Gesundbrunnen der Neubau von Empfangsgebäuden, wie die Deutsche Bahn bestätigte. Am Gesundbrunnen sollen erste Vorbereitungen bereits in der kommenden Woche starten.

Damit kommt nun endlich Bewegung in eine – so schien es lange – fast unendliche Geschichte. Ursprünglich sollte die Bahnhofshalle am Gesundbrunnen bereits vor sieben Jahren fertiggestellt sein. Weil sich die finanziellen Rahmenbedingungen geändert hatten, stornierte die Bahn das Projekt aber. 2006 ging der Bahnhof, an dem zuvor nur S-Bahnen gehalten hatten, ohne Empfangshalle ans Fern- und Regionalbahnnetz.

2010 nahm die Bahn einen erneuten Anlauf und kündigte den Bau einer gegenüber den alten Plänen deutlich abgespeckten Halle an. Baubeginn sollte 2011 sein. Seitdem wurde das Projekt gleich mehrfach wieder verschoben, der Bahnhof – mit täglich etwa 100.000 Ein-, Aus- und Umsteigern einer der größten der Stadt – blieb deshalb ein Provisorium.

Baustart am Gesundbrunnen für März geplant

In der kommenden Woche sollen nun aber die ersten Vorarbeiten beginnen. Der eigentliche Baustart ist für März geplant, wie ein Bahnsprecher am Freitag bestätigte. Anfang 2014 soll das Empfangsgebäude fertig sein. Nach Informationen der Berliner Morgenpost könnten am Gesundbrunnen schon vor dem ersten Spatenstich die Wege für Umsteiger lang werden, weil einzelne Gleise nicht mehr direkt über die Bahnsteigplatte erreichbar sein werden. Reisende müssten stattdessen den unterirdischen Tunnel nutzen.

Offiziell bestätigen wollte die Bahn das am Freitag nicht. Die genauen Wegeführungen während der Baustelleneinrichtung würden derzeit noch mit den Behörden abgestimmt, sagte der Sprecher. Dabei gehe es auch um die Verlegung der Bushaltestellen, der Taxi-Stellplätze und der Parkplätze. Einschränkungen im Bahnverkehr soll es hingegen nicht geben, versicherte der Sprecher. Auch die östlichen Bahnsteigzugänge von der Swinemünder Straße seien nicht betroffen.

Solarzellen auf dem Bahnhofsdach

Die Pläne für das neue Empfangsgebäude zeigen einen nüchternen Zweckbau mit viel Glas und Stahl. Im Inneren finden die Fahrgäste nach der Fertigstellung auf mehr als 3300 Quadratmetern Fläche all das, was sie seit Jahren am Bahnhof Gesundbrunnen vermissen. Zentrale, elektronische Anzeigetafeln ebenso, wie ein Reisezentrum, mehrere Läden, gastronomische Betriebe und beheizte Wartebereiche. Außerdem sollen Einrichtungen der S-Bahn Berlin GmbH und der Bundespolizei in dem neuen Empfangsgebäude untergebracht werden. Auf der mehr als 5500 Quadratmeter großen Dachfläche wird eine Fotovoltaikanlage umweltfreundliche Energie liefern.

Auch am S-Bahnhof Warschauer Straße beginnen in diesem Jahr die Bauarbeiten für ein neues Empfangsgebäude – das inzwischen fünfte in der 128-jährigen Geschichte der Station. Nach dem Abriss der bislang letzten Bahnhofshalle im Jahr 2005 müssen die täglich etwa 85.000 Nutzer auch an der Warschauer Straße mit einem Provisorium leben. Im Dezember erteilte das Eisenbahn-Bundesamt die Genehmigung für den Neubau.

Neuer Bahnhof an der Warschauer Straße

Damit dieser wie geplant im Sommer beginnen kann, werden die Bahnsteige schon beim bereits laufenden Um- und Neubau der Gleisebene in Richtung Ostkreuz verlängert. Durch die Verlagerung wird oberhalb der Gleise der Platz für die Errichtung der Empfangshalle frei.

Vorgesehen ist ein Bau mit Glasfassaden an den Stirnwänden und einer Kupferverkleidung an den Seiten. Die Pläne stammen vom Berliner Architekturbüro "Dörr Ludolf Wimmer". In der neuen Halle soll es auch Platz für Läden geben. Geplant ist neben dem Haupteingang zur Warschauer Straße auch ein seitlicher Zugang. Von dort soll nach Plänen des Senats ein Fußgängersteg parallel zur Warschauer Brücke direkt zum nahe gelegenen U-Bahnhof führen.

Mehr Licht an der Yorckstraße

Bis der Bahnhof komplett fertig ist, müssen sich die Fahrgäste aber noch gedulden. Die Bahn peilt das Jahr 2016 als endgültigen Fertigstellungstermin an. Das Projekt hängt eng mit dem seit Jahren laufenden und deutlich aufwändigeren Umbau des Bahnhofs Ostkreuz zusammen. Der gesamte S-Bahnverkehr zwischen Ostbahnhof und Ostkreuz wird dabei neu geordnet. Künftig sollen alle stadteinwärts fahrenden Züge am selben Bahnsteig halten, alle stadtauswärts fahrenden S-Bahnen an einem zweiten Perron.

Wegen des Umbaus steht derzeit an der Warschauer Straße nur ein Bahnsteig für beide Richtungen zur Verfügung. Am 2. April soll es erste Entlastung geben. Die nördliche Kante des neu gebauten Bahnsteigs B ist dann fertig. Züge in Richtung Ostbahnhof sollen dort stoppen.

Umgesetzt sind Verbesserungen bereits an der Yorckstraße. An sieben der historischen Eisenbahn-Überführungen nahe des S-Bahnhofs ist es jetzt deutlich heller als vorher. Am Donnerstagabend wurden die neuen Leuchten erstmals eingeschaltet. Das Beleuchtungskonzept soll das Sicherheitsgefühl verbessern und zugleich die denkmalgeschützten Brücken besser in Szene setzen. Dazu wurde eine Kombination aus Lichtbändern an der Brückenunterseite, Strahlern an den Seiten, weiteren Leuchten an Pfeilern und Wänden nebst neuen Straßenlaternen installiert. Sofern finanzierbar, soll das Konzept auf alle 30 Yorckbrücken ausgeweitet werden.

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