30.12.12

Berlin

Berliner kritisieren geplanten Ausbau der Fanmeile

Die Straße des 17. Juni soll zur festen Partymeile ausgebaut werden. Die Grünen sprechen von "unkoordinierter Stadtentwicklungsplanung".

Von Joachim Fahrun
Foto: picture alliance / 360-Berlin Je

Investition: Für 14 Millionen Euro soll die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule zur festen Partymeile ausgebaut werden
Investition: Für 14 Millionen Euro soll die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule zur festen Partymeile ausgebaut werden

Irritiert hat die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus den Beschluss von Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) zur Kenntnis genommen, mit der Bewilligung von Fördermillionen Fakten zu schaffen und die Straße des 17. Juni zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule zur festen Partymeile der Stadt auszubauen. Wie berichtet, sollen dort insgesamt 14 Millionen Euro in Sicherheitsmaßnahmen, Versorgungsanschlüsse und Fluchtwege investiert werden.

Die Fraktionschefin und Stadtentwicklungsexpertin der Grünen, Antje Kapek sagte, sie wundere sich, weil doch gerade erst im Parlament der Bebauungsplan für den sogenannten zentralen Festplatz am Kurt-Schumacher-Damm an der Grenze zwischen Wedding und Reinickendorf beraten worden sei. Dort plant der Senat, für zwei Millionen Euro ebenfalls die Infrastruktur für die Schausteller zu verbessern. Als diese Diskussion im September geführt wurde, sei keine Rede von der Straße des 17. Juni gewesen. "Das sieht nach unkoordinierter Stadtentwicklungsplanung aus", sagte Kapek.

Ausbau aus Sicht der Grünen grundsätzlich nachvollziehbar

Grundsätzlich hält es aber die Grünen-Politikerin für sinnvoll, die Realität zur Kenntnis zu nehmen und anzuerkennen, dass im Tiergarten die Veranstaltungen an "Anzahl, Umfang und Dauer" zunehmen. Deshalb sei es nachvollziehbar, dort gerade nach Erfahrungen wie der Duisburger Love-Parade-Katastrophe für mehr Sicherheit zu sorgen. Bessere Versorgungsanschlüsse und eine für alle Veranstalter geltende Einteilung der Festmeile in Planquadrate führten hoffentlich auch dazu, die langen Auf- und Abbauzeiten zu verkürzen. Sie selbst habe sich geärgert, dass die zentrale Ost-West-Verbindung schon am 26. Dezember gesperrt worden sei, um dort eine Nacht Silvesterparty zu feiern.

Wenn das nun auf der Straße des 17. Juni zum Normalfall werden sollte, müsse der Senat neu planen: "Der Senat muss grundsätzlich die Verkehrslenkung in Mitte überdenken", forderte Kapek. Gerade in den nächsten Jahren gebe es ein echtes Problem, verschärft durch die Baustellen auf der Invalidenstraße, den Bau des Schlosses, der U-Bahnlinie 5 Unter den Linden und der Staatsoper. Gerade angesichts dieser Perspektive sei es schwierig, den Verkehrsteilnehmern zu signalisieren, dass nun Dauerparty auf der Straße des 17. Juni stattfinden könne. Diesem Verdacht waren die Wirtschaftssenatorin Yzer und Mittes Baustadtrat Carsten Spallek (beide CDU) entgegengetreten. Es würden auf der ausgebauten Meile nicht mehr Veranstaltungen genehmigt als bisher. Nur überregional bedeutende Events sollten vor dem Brandenburger Tor stattfinden dürfen, so Yzer.

Berliner befürchten dauerhaftes Verkehrschaos

Berliner machten in Reaktionen auf den Bericht der Morgenpost deutlich, dass sie ebenfalls ein dauerhaftes Verkehrschaos befürchten, sollte die Straße durch den Tiergarten öfters gesperrt sein. So wurde die Forderung erhoben, die "Touristenhorden" aufs Tempelhofer Feld umzulenken.

Andere Berliner kritisierten, dass man mit den 14 Millionen Euro auch hätte Schulen oder Straßen sanieren können. Das aber wäre nach Darstellung der Senatorin Cornelia Yzer nicht gegangen. Das Geld sei für Wirtschaftsförderung vorgesehen und stammt im Wesentlichen vom Bund und der EU. Und der Ausbau der touristischen Infrastruktur solle damit bezahlt werden, nicht jedoch Schulen oder Sozialleistungen, so die CDU-Politikerin.

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