28.12.12

Tage der offenen Tür

Luxushotel Waldorf Astoria bietet bis Sonntag Führungen an

Nach über vier Jahren wird das Fünf-Sterne-Haus am Zoo endlich eröffnen. Wie es drinnen aussieht, können 4500 Berliner selbst begutachten.

Von Andreas Gandzior
Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Interessiert: Annemarie Witting hat die Bauarbeiten zwei Jahre mitverfolgt
Interessiert: Annemarie Witting hat die Bauarbeiten zwei Jahre mitverfolgt

Die Bauzäune sind verschwunden, die Kräne abgebaut: An der Kant-, der Hardenberg- und der Joachimstaler Straße in Charlottenburg ist nichts mehr von der riesigen Baustelle, die jahrelang das Bild am Bahnhof Zoologischer Garten geprägt hatte, zu sehen. Und auch der Gehweg vor dem Eingang des Waldorf Astoria ist frei zugänglich.

Das 118 Meter hohe Gebäude ragt fertig in den Winterhimmel. Nach mehr als vier Jahren Bauzeit sieht es dort endlich nach Luxus aus. Und von den Annehmlichkeiten in dem Fünf-Sterne-Hotel können sich seit Freitag Besucher selber ein Bild machen. Kurz vor der offiziellen Eröffnung hat das Hotel zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Doch eigentlich sind es drei Tage. Der Hotelkonzern Hilton, zu dem das Waldorf Astoria gehört, nennt die Aktion "Berliner Tage – das Waldorf Astoria für die Berliner" – und bietet persönliche Führungen durch die Zimmer und Etagen an.

"Immer, wenn ich in den vergangenen zwei Jahren zum Kudamm gefahren bin, habe ich am Bauzaun gestanden und nach oben geblickt", sagt Annemarie Witting. "Heute möchte ich endlich wissen, wie der Blick von oben aus den Zimmern aussieht." Annemarie Witting ist vor zwei Jahren von Wismar nach Berlin gezogen und lebt am Müggelsee. Nahezu jede "Fahrt in die Stadt" führte sie zu der einstigen Baustelle. "Das Waldorf Astoria ist ein wahres Highlight für den Kudamm."

Plätze für Hotelführungen heiß begehrt

Dabei sei es für sie nicht leicht gewesen, einen Platz für die Führungen zu ergattern. Wer an einer der Gruppenführungen teilnehmen wollte, musste sich auf der Internetseite des Hotels anmelden. "Erst habe ich es stundenlang versucht, und dann hat sich mein Sohn um einen Termin gekümmert", sagt Annemarie Witting. "Zum Schluss hat aber alles funktioniert."

Das Hotel hat vor einigen Tagen das Buchungsportal im Internet für die Terminvergabe freigeschaltet. Nach Angaben eines Hotelmitarbeiters sei die Nachfrage so groß gewesen, dass der Server zusammengebrochen sei. "Da ging für Stunden überhaupt nichts mehr, und die interessierten Berliner haben angerufen", sagt er. "Zum Schluss liefen die Telefone heiß." Wegen der großen Nachfrage wurde das Besucherkontingent von 3000 auf 4500 erhöht. Noch bis zum Sonntag können die Besucher Zimmer, Suiten, das Restaurant, die Bar und den Ballsaal begutachten. In einstündigen Touren führen Mitarbeiter des Hotels Gruppen von maximal 20 Personen durch das Haus. Es können Köche sein, Mitarbeiter aus dem Spa-Bereich oder auch vom Empfang, die von "ihrem Hotel" berichten.

17 Meter langer Marmortresen

Und die Berliner sind begeistert: "Die Teppiche sind so flauschig und weich, dass man fast darin versinkt", sagt Gisela Ziekowski. "Und die Betten sehen so gemütlich aus, dass ich am liebsten Probeliegen gemacht hätte." Auch Thomas Kruse schwärmt vom Ausblick und dem Tresen in der "Lang Bar" im ersten Stockwerk. "Nach der Eröffnung gehe ich mit meiner Freundin auf jeden Fall einen Cocktail trinken." Der 17 Meter lange grüne Marmortresen sei schon auf Hochglanz poliert. "Es ist schon verrückt", sagt Peter A. Miller. "Ich lebe in den USA und habe es in New York noch nie ins Waldorf Astoria geschafft, aber in Berlin besuche ich dieses Hotel." Ein Berliner Freund, den er über Silvester besucht, hat die Führung gebucht. Am Freitag gehen die Touren im Stunden-Takt über die Etagen. Von 10 bis 22 Uhr sind sie eingeplant, um dem Besucheransturm gerecht zu werden.

Das Hotel hat 232 Zimmer und Suiten in dem 118 Meter hohen Neubau. Die Zimmer liegen in den Stockwerken drei bis 15 und 22 bis 32. Die Präsidentensuite mit Panoramablick im 31. und im obersten Stockwerk ist aber noch verschlossen. Nur so viel ist bekannt: Für eine Übernachtung in der 280 Quadratmeter großen Suite gibt es keine Festpreise. Insider schätzen, dass eine Nacht rund 12.000 Euro kosten wird. Ansonsten liegen die Zimmerpreise zwischen 250 und 500 Euro.

Eröffnungstermin mehrmals verschoben

"Ich habe viele Jahre in der Luxushotelerie gearbeitet und habe mich auf den Besuch gefreut", sagt Britta Schneidereit. "Die Einrichtung ist wunderschön und das gesamte Haus sehr beeindruckend." Es würde einfach alles stimmen, sagt ihr Sohn Tobias. Da haben sie gerade das Hotel über das "Romanische Café" verlassen. Das Café soll an die Tradition des Künstlerlokals in den 20er-Jahren anknüpfen. Die Eröffnung des Hotels war mehrfach verschoben worden. Ursprünglich sollte es bereits vor einem Jahr aufmachen, dann wurden erst Frühjahr, dann Herbst 2012 als Termin genannt. Nun soll es am 3. Januar so weit sein.

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