18.12.12

Berlin-Köpenick

Unbekannte rammen sich mit Auto Weg zum Juwelier frei

Kriminelle sind in Berlin-Köpenick mit einem BMW durch ein Einkaufszentrum gerast und haben dann ein Schmuckgeschäft ausgeraubt.

Von Michael Behrendt und Steffen Pletl
Foto: schroeder

Spezialisten der Berliner Kriminalpolizei sichern an dem gestohlen Fahrzeug Spuren. Räuber hatten mit dem Wagen das Schaufenster eines Juweliers gerammt
Spezialisten der Berliner Kriminalpolizei sichern an dem gestohlen Fahrzeug Spuren. Räuber hatten mit dem Wagen das Schaufenster eines Juweliers gerammt

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Dienstag in Berlin-Köpenick einen dreisten Coup gelandet: Mit einem gestohlenen Auto rasten sie zunächst in ein Einkaufszentrum und anschließend in ein Schmuckgeschäft. Wenig später entkamen sie zu Fuß mit Beute in bislang noch unbekannter Höhe.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatten die Einbrecher gegen 3.30 Uhr die Doppelglastüren des Gebäudes an der Pablo-Neruda-Straße aufgerammt und waren anschließend mit dem BMW knapp 100 Meter durch das Center gefahren. Nachdem sie auch den Eingang zum Juweliergeschäft aufgedrückt hatten, entwendeten sie aus diversen Auslagen Schmuck und flüchteten zu Fuß.

Die Polizei beschlagnahmte den am Tatort zurückgelassenen Wagen. Er wird nun von Experten untersucht. Die Kriminalpolizei erhofft sich DNA-Spuren und auch Fingerabdrücke.

Vermutung, dass die Tat von langer Hand geplant war

Für den Geschäftsinhaber Sami G. stellt der Einbruch einen herben Verlust dar. "Gerade die Tage kurz vor Heiligabend sind die verkaufsstärksten. Glücklicherweise haben mir Kollegen bereits Hilfe und auch Ware angeboten, damit das Weihnachtsgeschäft nicht an mir vorüber geht."

Der 28 Jahre alte Industriekaufmann betreibt sein Unternehmen seit mehreren Jahren in dem Einkaufscenter und arbeitet mit verschiedenen Goldschmieden zusammen, von denen er Schmuck bezieht. "Es wurden ausschließlich Brillanten und Gold gestohlen, die Uhren haben die Täter liegen gelassen. Wahrscheinlich wissen sie, dass diese im Falle einer Beschlagnahmung weniger leicht zuzuordnen sind als nummerierte Uhren."

Sami G. vermutet, dass die Tat von langer Hand geplant worden ist. "Ich lebe von der Stammkundschaft aus der Umgebung, hierher kommen keine Touristen. In letzter Zeit hatte ich jedoch mehrfach verdächtige Personen im Geschäft, die auf Nachfrage lediglich sagten, dass sie sich nur umsehen würden."

Die Berliner Polizei sicherte Videoaufnahmen

Die Geschäftsräume sind videoüberwacht, nach Angaben von Sami G. wurden die Aufnahmen von der Polizei bereits am Tatort gesichert, sie sollen später ausgewertet werden. Zu sehen seien darauf mehrere Täter mit Kapuzenpullovern, Baseballmützen und Handschuhen. Aus den Bildern ergebe sich, dass der Einbruch gerade einmal eineinhalb Minuten gedauert hat. An diesem Mittwoch will Sami G. wieder öffnen. "Wir machen eine Inventur, damit wir die Schadenshöhe beziffern können."

Die Täter waren in der Nacht zu Dienstag möglicherweise bereits an anderer Stelle aktiv – die Polizei bestätigte der Berliner Morgenpost auf Anfrage, dass eine Stunde vor der Tat in Köpenick auf gleiche Weise versucht worden war, in ein Juweliergeschäft an der Bölschestraße in Friedrichshagen einzudringen. Allerdings vergeblich.

Eben dieses Geschäft war bereits am 12. November 2012 Ziel eines Einbruchversuchs mit einem Gullydeckel, bei dem ebenfalls keine Beute gemacht worden war. Einem Ermittler zufolge könne nicht ausgeschlossen werden, dass alle drei Taten von der gleichen Gruppe verübt wurden. Hinweise dazu nimmt jede Polizeidienstelle entgegen.

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