14.12.12

Verkehrschaos

Grünen-Politiker fordert gratis S-Bahnfahrten zum Fest

Der Winter ist nicht das einzige Problem der S-Bahn. Im Bahnhof Friedrichstraße brach ein schweres Betonteil aus der Decke.

Foto: dpa

Schaden: Betonteile fielen im S-Bahnhof Friedrichstraße von der Decke
Schaden: Betonteile fielen im S-Bahnhof Friedrichstraße von der Decke

Als wäre das winterliche Chaos bei der S-Bahn nicht genug, ist es am Donnerstag auf dem Bahnhof Friedrichstraße zu einem gefährlichen Unfall gekommen. Am Vormittag stürzte ein Betonteil aus etwa fünf Metern Höhe von der Decke auf den Boden der belebten Einkaufspassage in der Vorhalle. Verletzt wurde durch das etwa 20 Kilogramm schwere Betonteil niemand. Eine Passantin, die sich in der Nähe befand, erlitt jedoch einen Schock, musste aber nicht medizinisch behandelt werden.

Nach Angaben von Burkhard Ahlert, Sprecher der Deutschen Bahn, war der Bahnbetrieb durch den Vorfall nicht beeinträchtigt. Das Betonteil hatte sich aus bislang unbekannter Ursache von dem Trog des Gleises 3 gelöst. Zur Klärung der Ursache wird eine Rüstung aufgebaut, Statiker sollen die Abbruchstelle untersuchen. Welche Konsequenzen der Vorfall für den Mitte der 90er-Jahre sanierten Bahnhof haben wird, ist zunächst unklar. Der Fernverkehr, der über dieses Gleis in Richtung Hauptbahnhof geht, musste über das Nachbargleis 4 geführt werden. Der S-Bahnbetrieb ist nicht betroffen. Den Bahnhof Friedrichstraße benutzen nach Bahnangaben täglich bis zu 190.000 Besucher und Reisende.

S-Bahn stellt Millionen für Wintervorbereitung bereit

Zu einer Unterbrechung des Verkehrs kam es kurzzeitig auch am Bahnhof Potsdamer Platz. Dort drang am Vormittag nach einer Bremsstörung dichter Qualm aus einer Bremsanlage. Der Zug konnte nach circa einer Viertelstunde selbstständig in eine Werkstatt fahren.

Mit winterbedingten Störungen mussten Fahrgäste der S-Bahn am Donnerstag auf den meisten Strecken klarkommen. Es räche sich, dass das Unternehmen keine Reserven bei der Fahrzeugflotte mehr habe, sagte Jens Wieseke vom Fahrgastverband Igeb. Bahnsprecher Ahlert bedauerte den Missstand ebenfalls. "Aber wir müssen mit der Fahrzeugflotte leben, die wir derzeit haben", sagte er. Immerhin habe die S-Bahn Millionen für die Wintervorbereitung bereitgestellt. Acht Millionen Euro koste allein der Räumdienst. Daneben seien beispielsweise Achsen und Motoren getauscht sowie Filtermatten angebracht worden, die die Motorelektronik vor Flugschnee schützen sollen.

Auf den Straßen lief es ruhiger

Dass die Bahn nicht untätig geblieben sei, wollte auch die Sprecherin von Verkehrssenator Michael Müller, Daniela Augenstein, anerkennen. "Trotzdem sehen wir uns in unserer Forderung bestätigt, dass zumindest die S-Bahnlinie 85 vorerst nicht wieder in Betrieb gehen soll", sagte sie. Die Bahn hatte die Neuaufnahme der Fahrten auf der seit Längerem stillgelegten Strecke für Anfang Dezember angekündigt, dies wegen Protesten von mehreren Seiten aber wieder abgesagt. "Es ist nicht auszudenken, was los wäre, wenn neben der S 85 auch noch der S-Bahnverkehr zum BER funktionieren müsste", sagte der CDU-Politiker Oliver Friederici: "Acht Prozent des Fahrzeugparks würden dann allein für die Strecke nach Schönefeld abgezogen." Der verkehrspolitische Sprecher der Grünen forderte einen Ausgleich für das Chaos im Schienenverkehr. Vorstellbar seien kostenlose Fahrten an den Weihnachtstagen, sagte Stefan Gelbhaar. Er kündigte eine Anfrage im Abgeordnetenhaus zu der Misere an.

Ruhiger blieb es am Donnerstag dafür auf den Straßen der Hauptstadt. Zu Behinderungen kam es allerdings auf der Autoahn A100 an der Ausfahrt zum Tempelhofer Damm. Dort war in südlicher Fahrtrichtung der Asphalt aufgerissen, ein Teil der Anschlussstelle musste deshalb für den Verkehr gesperrt werden. Zwar hatte sich das Schlagloch bereits am späten Mittwochabend aufgetan. Die Wartungsfirma sei aber zunächst nicht verfügbar gewesen, hieß es aus der Senatsverwaltung. Die Reparatur sollte in der Nacht zu Freitag erfolgen. Auch im Flughafentunnel in Tegel kam es am Donnerstagmittag zu einer halbstündigen Sperrung. Ein Lkw hatte dort ein Straßenschild gestreift. Das herunterhängende Teil musste entfernt werden.

Quelle: che/plet
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