14.12.12

Bauarbeiten

Fast alle Baufelder am Berliner Hauptbahnhof vergeben

Ein 70 Millionen Euro teures Bürogebäude soll ab 2013 gleich neben zwei Hotelblöcken entstehen - aber auch 1200 neue Wohnungen sind geplant.

Von Isabell Jürgens
Foto: CA Immo Deutschland GmbH

Simulation: So soll das neue Bürogebäude (vorne l.) aussehen. Das Grundstück dahinter ist ebenfalls bereits verkauft. Ein Unternehmen aus der Gesundheitsbranche will dort ein Bürogebäude errichten. Die Gebäude in der Bildmitte sind die im Bau befindlichen Hotels. Für den Glaskubus (Mitte vorn) gibt es noch keinen Interessenten
Simulation: So soll das neue Bürogebäude (vorne l.) aussehen. Das Grundstück dahinter ist ebenfalls bereits verkauft. Ein Unternehmen aus der Gesundheitsbranche will dort ein Bürogebäude errichten. Die Gebäude in der Bildmitte sind die im Bau befindlichen Hotels. Für den Glaskubus (Mitte vorn) gibt es noch keinen Interessenten

Das Hotel- und Büroquartier am Berliner Hauptbahnhof bekommt weiteren Zuwachs. Nachdem in den vergangenen Wochen zunächst das Richtfest für das "Intercity-Hotel" am Washingtonplatz, südlich des Bahnhofs, gefeiert wurde, folgte kurz darauf die Grundsteinlegung für ein weiteres Hotel der Steigenberger-Gruppe auf einem Baufeld gleich nebenan. Nun soll sich unmittelbar an die beiden Hotelblöcke ein Bürogebäude anschließen.

Wie die Grundstückseigentümerin und Projektentwicklerin CA Immo am Mittwochabend mitteilte, soll der Baubeginn im zweiten Quartal 2013 erfolgen. Bis auf eines sind damit alle sechs Baufelder am Spreebogen gegenüber dem Kanzleramt vergeben.

"Der Bau des Bürohauses wird möglich, weil wir als Mieter die Anwaltskanzlei White & Case LLP und das Unternehmen Regus gewinnen konnten", so Henrik Thomsen, Leiter der CA Immo Berlin. Der 30 Meter hohe Siebengeschosser mit einer Bruttogeschossfläche von 22.000 Quadratmetern sei damit zu gut einem Drittel vergeben. Rund 70 Millionen Euro will die CA Immo nach eigenen Aussagen investieren. Nach dem Entwurf des Architekturbüros Auer Weber aus München soll das Haus mit einer hellen Natursteinfassade versehen werden.

Helle Natursteinfassade sind Pflicht

Das Gebäude wird sich damit wenig spektakulär in die Nachbarschaft der im Bau befindlichen Hotelgebäude einfügen, die ebenfalls mit hellem Naturstein verkleidet werden. Die Einheitlichkeit ist Vorschrift: Weil die wenigen Gebäude, die in den vergangenen fünf Jahren rund um den Hauptbahnhof entstanden sind, wegen ihrer fehlenden architektonischen Qualität in die Kritik geraten waren, hatte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher als Konsequenz daraus verordnet, dass Häuser in "stadtbildprägenden Lagen" am Hauptbahnhof künftig nur noch nach Durchführung eines Architekturwettbewerbs gebaut werden dürfen. Die Natursteinfassaden und die Wettbewerbe sollen als Garant dafür dienen, dass trostlos graue Putzfassaden wie beim benachbarten Low-cost-Hotel "Meininger" künftig nicht mehr möglich sind.

Das Gebäude soll indes nicht nur als Bürogebäude dienen. Im Erdgeschoss soll auf 1300 Quadratmetern Platz für Geschäfte oder Gastronomie sein. Mit dem Bürohaus werden nun Pläne umgesetzt, die bereits gut sechs Jahre alt sind. Auer und Weber hatten den städtebaulichen Wettbewerb am Hauptbahnhof bereits 2006 gewonnen. Der Finanzkrise geschuldet, hatte es dann jedoch jahrelang kein Interesse an den Grundstücken rund um den ebenfalls 2006 eröffneten Hauptbahnhof gegeben. Das hat sich mittlerweile gründlich geändert. Auch auf der Nordseite des gläsernen Bahnhofpalastes sind rund um den Europaplatz zahlreiche Gebäude im Bau oder zum Teil sogar schon fertiggestellt. So hat in diesem Jahr der Mineralölkonzern Total in einem eigens für das Unternehmen errichteten Hochhaus seine Firmenzentrale bezogen.

40 Hektar großes Entwicklungsgebiet namens Europacity

In dessen Nachbarschaft und gleich neben dem Kunstcampus haben sich weitere Firmen bereits Bauareale gesichert. So hat beispielsweise 50Hertz, ein Betreiber von Hochspannungsnetzen, den Bau eines zwölfgeschossigen Hochhauses für rund 600 Mitarbeiter angekündigt. Etwa 60 Millionen Euro will das Unternehmen in den Bau investieren. Auch das Beratungsunternehmen Ernst Basler + Partner aus der Schweiz will auf dem Kunstcampus seine Deutschlandzentrale errichten. Rund 300 Mitarbeiter sollen künftig dort arbeiten.

Doch nicht nur Hotels und Büros sind im Quartier am Hauptbahnhof geplant. Die Baufelder dort sind Teil des 40 Hektar großen Entwicklungsgebiets Europacity, das entlang der Heidestraße in den kommenden 15 bis 20 Jahren fertiggestellt werden soll.

Neben dem österreichischen Immobilienunternehmen CA Immo besitzen auch das Land Berlin und die Deutsche Bahn dort Flächen. "Wir wollen unsere Areale aber zum großen Teil nicht selbst bebauen", so Berlin-Chef Thomsen. Insbesondere die für den Wohnungsbau geeigneten Flächen werden nach und nach an Bauträger veräußert. So hat auch der Berliner Bauunternehmer Klaus Groth mehrere Areale unmittelbar am Berlin-Spandauer-Schifffahrtskanal erworben. Er werde dort 120 Wohnungen errichten, hatte Groth im Oktober mitgeteilt. Direkt an der Lehrter Straße und angrenzend an die Europacity plant Groth noch ein weiteres Wohnungsbauprojekt. Dort sollen für insgesamt 250 Millionen Euro 700 Wohnungen errichtet werden.

Platz für 1200 Wohnungen

Noch ganz am Anfang sind die Planungen für ein Wohnquartier am Stadthafen. Nach dem 2008 für das neue Stadtquartier entwickelten Masterplan soll ein 40 mal 90 Meter großes Hafenbecken das geplante Wohngebiet aufwerten. "Dort wollen wir im kommenden Jahr Baurecht schaffen", erläutert Thomsen das Ziel. In einem ersten Bauabschnitt könnten dort 625 Wohnungen entstehen. Insgesamt ist in der Europacity entlang der Heidestraße, hinter dem Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof und dem angrenzenden Kunstcampus, zwischen Invalidenstraße, Perleberger Brücke, Fernbahntrasse und Spandauer Schifffahrtskanal Platz für rund 1200 Wohnungen.

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