13.12.12

Luxushotel

Das Waldorf Astoria will einfach nicht eröffnen

Die Eröffnung des Berliner Luxushotels im Zoofenster-Hochhaus wurde erneut verschoben - dieses Mal auf Januar 2013. Warum, bleibt unklar.

Von Isabell Jürgens
Foto: © JÖRG KRAUTHÖFER

Prächtig: Die Lobby ist komplett eingerichtet, doch Gäste haben noch keinen Zutritt.

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Der Hauch des Exklusiven umgibt die wenigen Menschen, denen es in diesen Tagen gelingt, an den strengen Security-Leuten vorbei durch das repräsentative Eingangsportal an der Hardenbergstraße in das Waldorf Astoria zu gelangen. Denn obwohl das Nobelhotel fix und fertig eingerichtet ist und auch ausreichend adrett gekleidetes Personal in der Lobby wartet, ist das Luxushotel im neuen Zoofenster-Hochhaus immer noch nicht eröffnet. Man sei zwar "beinahe fertig", sagte Hoteldirektor Friedrich Niemann am Mittwoch den wenigen Journalisten, die an einem geführten Rundgang durch das Haus teilnehmen durften. Die ersten Gäste würden aber erst "um den Jahreswechsel herum" erwartet. In Klartext heißt das: Die Eröffnung muss erneut verschoben werden.

Noch im November hatte der Chef der Hilton-Gruppe für Nord- und Zentraleuropa, Olivier Harnisch, in der Berliner Morgenpost angekündigt, mit der Luxusmarke Waldorf Astoria "Mitte Dezember" zu starten. Ursprünglich sollte das Hotel bereits vor einem Jahr eröffnen, dann hieß es Frühjahr 2012, dann Herbst 2012 und nun deutet alles auf Januar 2013 hin. Onlinebuchungen für die insgesamt 232 Zimmer und Suiten sind, wie schon seit geraumer Zeit, sogar erst ab 1. Februar möglich. Zu den Gründen für die erneute Verzögerung schwieg sich Hotelmanager Niemann am Mittwoch erneut aus. Im Sommer war bekannt geworden, dass es Probleme mit der Brandschutzanlage geben soll, auch von Qualitätsmängeln bei der Bauausführung war die Rede.

Personal bewirtet und checkt sich gegenseitig ein

Davon ist indes nichts zu spüren. In der erstaunlich kleinen Hotellobby, wie im Mutterhaus, dem New Yorker Waldorf Astoria, Peacock Alley genannt, glänzen schwarzer, gold geäderter Marmor, Messing und heller Naturstein um die Wette. Die Innenarchitektur des Hotels orientiert sich am Art-decó-Stil des New Yorks der 20er- und 30er-Jahre. Flauschige Teppiche und tiefe Samtsofas warten genauso auf die Gäste wie das Personal, das sich seit einer Woche in Rollenspielen gegenseitig eincheckt oder bewirtet. "Das ist der Testbetrieb", erklärt Vertriebsleiter Benedikt Winkels. Erst, wenn alle Abläufe reibungslos sitzen, könne man so ein Haus der Extraklasse anbieten. Bei Übernachtungspreisen von 280 Euro für ein 42 Quadratmeter großes Standardzimmer und bis zu 12.000 Euro für die 280 Quadratmeter große Präsidentensuite im 31. und obersten Stockwerk des 118 Meter Turmes könne der Kunde zu Recht reibungslose Abläufe erwarten.

Auch im "Romanischen Café", das über einen eigenen Zugang an der Kantstraße verfügt, sind die Bücherregale aus Eichenholz bereits bestückt, hinter dem Tresen dampft die Espressomaschine und Restaurantleiterin Andrea Ihnenfeldt hat ihr Personal längst beisammen. In der "Lang Bar" im ersten Stockwerk üben die Barmänner das Mixen der speziellen Hauscocktails. Die mit sogenanntem "Mondgold" beschichtete Decke verbreitet sanften Glanz über weinrote Barhocker und den 17 Meter langen Tresen aus grünem Marmor. Der Bechstein-Flügel steht unberührt und die dunkel gebeizten Paneele an den Wänden verbreiten eine heimelige Atmosphäre in der im amerikanischen Art-decó-Stil gehalten Bar.

Zahlreiche Reservierungen für die Fruit Logistica im Februar

Im "Les Solistes", dem vom Pariser Sterne-Koch Pierre Gagnaire betriebenen Restaurant in der ersten Etage, unterweist der Küchenchef seine Mannschaft in den Feinheiten des Vier-Gänge-Menüs, das in ein paar Stunden den Test-Essern aus den eigenen Reihen serviert werden soll.

Ganz in hellen Marmor gehalten ist der Guerlain Spa in der fünften Etage des Hotels, im wolkenförmigen Pool ist herrlich warmes Wasser bereits eingelassen, doch niemand darf hinein. In den Regalen sind blütenweiße Handtücher gestapelt. Wie Bar, Restaurant und Café soll auch dieser Bereich nicht nur Hotelgästen zur Verfügung stehen, sondern allen Berlinern, die sich den Luxus kosmetischer Behandlungen und Massagen leisten wollen.

Immerhin ein Datum lässt sich Vertriebsleiter Winkels nach dem Rundgang dann doch noch entlocken: Man habe bereits zahlreiche Reservierungen zur Fruit Logistica entgegen genommen. Die Messe findet vom 4. bis zum 6. Februar kommenden Jahres in Berlin statt.

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