09.12.12

Gegen Gewalt

Rabbiner Daniel Alter will Streetwork-Projekte fördern

Im August war er überfallen worden - nun setzt sich Rabbiner Daniel Alter für das Projekt "Heroes" ein. Er sieht die Chance, etwas zu bewegen.

Foto: dapd

Chancen nutzen: Daniel Alter will die Förderung von Antigewaltprojekten weiter vorantreiben
Chancen nutzen: Daniel Alter will die Förderung von Antigewaltprojekten weiter vorantreiben

Der Rabbiner Daniel Alter will die Förderung von Antigewalt- und Streetworkerprojekten weiter vorantreiben. "Ich habe den Eindruck, dass gerade jetzt die Chance da ist, etwas zu bewegen", sagte der Beauftragte gegen Antisemitismus der Jüdischen Gemeinde zu Berlin.

Nach der Verleihung des Bambi-Integrationspreises seien viele Verbands- und Projektvertreter auf ihn zugekommen. Es sei nun wichtig, die verschiedenen Initiativen miteinander besser zu vernetzen. Ende November war Alter in Düsseldorf mit dem Medienpreis der Hubert Burda Media ausgezeichnet worden. In seiner Dankesrede kündigte er an, den Preis dem Berliner "Heroes"-Projekt zu widmen. Am heutigen Sonntag wollen sich die Macher der Initiative mit Alter treffen.

Bei "Heroes" engagieren sich junge Männer aus unterschiedlichen Kulturen. Sie setzen sich für Gleichberechtigung, Demokratie und Menschenrechte ein, indem sie in ihrem Umfeld gezielt andere junge Menschen ansprechen.

Ehrenamtliches Engagement fördern

Mit der Widmung des Preises will Alter nach eigener Aussage den ehrenamtlichen Jugendlichen Mut zusprechen. "Die bekommen genügend Druck aus der eigenen Community. Die Heroes brauchen Solidarität", sagte er. Das sei im gesamtgesellschaftlichen Interesse. "Denn was sie tun, ist ein Beitrag für eine demokratische Zivilgesellschaft." Zugleich strich er die hohe Glaubwürdigkeit des Projekts heraus.

Zwar gebe es auch ganz viele andere öffentlichkeitswirksame Aktionen, mit denen auf politischer Ebene ein Zeichen gegen Gewalt gesetzt werde. "Aber bei extremem Antisemitismus und Gewalttätern kommen diese Signale nicht mehr an", sagte Alter. In diesem Bereich seien Projekte wie "Heroes" wirkungsvoller.

Alter war Ende August selbst Opfer eines Überfalls geworden. In Schöneberg wurde er von mehreren Jugendlichen auf offener Straße umstellt, verprügelt und verhöhnt. Seiner kleinen Tochter drohten die Angreifer mit dem Tod. Der Vorfall sorgte international für Empörung und löste eine große Solidaritätswelle aus.

Die Unterstützung von "Heroes" soll nur der Anfang sein. "Es wäre wünschenswert, mehr Programme zu schaffen und Kontakte zu Initiativen in anderen Städten zu knüpfen", sagte er. Nach seinem Bambi-Auftritt hätten sich diesbezüglich schon mehrere Gespräche mit potenziellen Unterstützern ergeben. "Bei jedem, mit dem ich rede, stoße ich auf viel Verständnis. Ich habe die Hoffnung, dass es sich dabei nicht nur um Small Talk handelt."

Quelle: Dapd
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