07.12.12

Berlin Trend

Berliner vergeben ihren Hausärzten Bestnoten

Ob alt oder jung, privat oder gesetzlich versichert: Die Berliner vertrauen dem Gesundheitswesen der Stadt - vor allem ihren Hausärzten.

Von Joachim Fahrun
Foto: BMO

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Die Berliner stellen dem Gesundheitswesen in der Stadt insgesamt ein gutes Zeugnis aus. Vor allem die Hausärzte erhalten eine gute Note, und zwar unabhängig davon, ob die Patienten gesetzlich oder privat versichert, ob sie alt oder jung oder ob sie gut gebildet sind oder einen weniger hohen Schulabschluss haben. Aus Sicht von 28 Prozent der Befragten arbeiten die Hausärzte sehr gut, 48 Prozent bewerten das Wirken der ersten Ansprechpartner in Sachen Gesundheit mit gut, zwölf Prozent mit befriedigend. Insgesamt erhalten die Hausärzte die Durchschnittsnote 1,9. Wirklich unzufrieden sind nur fünf Prozent der Befragten mit ihrem Hausarzt. Sie geben die Noten vier (3 Prozent), fünf (1) und sechs (1).

Das sind Ergebnisse des Berlin Trends der Berliner Morgenpost und der RBB-Abendschau. Infratest dimap befragte dafür zwischen dem 30. November und dem 3. Dezember 1000 wahlberechtigte Berliner.

Etwas weniger Zustimmung für Fachärzte

Etwas weniger positiv als mit den Hausärzten sind die Erfahrungen der Menschen mit den Fachärzten. Die Spezialisten werden von den Berlinern im Durchschnitt mit 2,3 bewertet. 13 Prozent benoten die Fachärzte mit sehr gut, 50 Prozent mit gut. 22 Prozent der Befragten vergeben ein "Befriedigend". Sechs Prozent haben das Wirken der Fachärzte als ausreichend wahrgenommen, jeweils ein Prozent vergeben mangelhaft und ungenügend.

Das Bild, welches die Fachärzte bei den Patienten hinterlassen haben, ist aber weniger einheitlich positiv als das der Hausärzte-Kollegen. Gesetzlich Versicherte haben insgesamt einen signifikant schlechteren Eindruck als Privatpatienten. Mitglieder von AOK, Technikerkasse & Co vergeben den Fachärzten zu 61 Prozent die Noten gut oder sehr gut. Privat Versicherte haben jedoch einen deutlich besseren Eindruck und gaben zu 77 Prozent bei der Umfrage eine der beiden Bestnoten (gut oder sehr gut).

Privatversicherte erhalten Termin deutlich schneller

Gerade die Privatversicherten profitieren offenbar von einem besseren Service. Sie erhalten deutlich schneller einen Termin bei einem Spezialisten. 90 Prozent der Privatpatienten warten weniger als zwei Wochen darauf, beim Facharzt vorgelassen zu werden.

Unter den gesetzlich Versicherten bekommt nach der Umfrage nur jeder Zweite so schnell einen Termin.

Ältere Berliner sehen Krankenhäuser positiver als jüngere

Die Krankenhäuser in der Stadt sehen die Berliner insgesamt weniger positiv als die niedergelassenen Mediziner. Die Kliniken bekommen aber immer noch die positive Durchschnittsnote von drei plus (2,8). Gut oder sehr gut bewertet aber nur jeder dritte Befragte die Krankenhäuser, die im vergangenen Jahr in Berlin laut Statistischem Bundesamt 771.000 stationäre Behandlungsfälle verzeichneten. 30 Prozent der Befragten vergaben eine Drei, elf Prozent eine Vier. Wirklich schlechte Erfahrungen machte offenbar nur eine Minderheit. Aber nur für vier Prozent sind Berlins Krankenhäuser mangelhaft oder ungenügend. Ältere Berliner schätzen die Krankenhäuser häufiger gut oder sehr gut ein als jüngere, Männer sind etwas weniger kritisch als Frauen. Die Art der Versicherung spielt aber kaum eine Rolle, die Einschätzungen von gesetzlich und von privat Versicherten unterscheiden sich kaum voneinander. Viele Berliner sind offenbar so gesund, dass sie keine Erfahrungen mit den Krankenhäusern sammeln mussten. 22 Prozent sagten, sie könnten sich kein Urteil erlauben.

Was die Berliner aber wollen, sind bessere Informationen darüber, welche Krankenhäuser mit ihren Therapien erfolgreich sind und welche Komplikationen nach Behandlungen dort aufgetreten sind. 75 Prozent sagten, sie seien dafür, dass die Kliniken entsprechende Qualitätsberichte veröffentlichen. 19 Prozent sprachen sich dagegen aus. Der Wunsch nach Transparenz ist unter jüngeren Befragten noch weiter verbreitet. In der Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen wollen 84 Prozent mehr Informationen über das, was die einzelnen Krankenhäuser tatsächlich leisten.

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