06.12.12

Statistik 2011

Wetter, Autos und Ehen - das ist Berlin in Zahlen

42,9 Jahre alt ist der durchschnittliche Berliner, in Mitte gibt es die wenigsten Hunde und 15 Schafe mussten letztes Jahr ihr Leben lassen.

Von Jens Anker
Foto: dapd

Voraussichtlich 250.000 Menschen werden in den kommenden 18 Jahren zusätzlich nach Berlin ziehen
Voraussichtlich 250.000 Menschen werden in den kommenden 18 Jahren zusätzlich nach Berlin ziehen

Am Mittwoch hat die Präsidentin des Statistischen Landesamtes Berlin Brandenburg das Statistische Jahrbuch 2011 vorgestellt. Der Berliner Teil umfasst 559 Seiten, auf denen Berlin statistisch erfasst ist. Die Jahrbücher erscheinen im Kulturbuchverlag und kosten für jedes Bundesland jeweils 30 Euro. Beide zusammen sind für 45 Euro erhältlich.

2004 Sonnenstunden verzeichneten die Meteorologen im vergangenen Jahr in Berlin (Potsdam: 2009). An 41 Tagen stieg die Temperatur auf mehr als 25 Grad Celsius. Dagegen rutschte das Thermometer an 15 Tagen zu keinem Zeitpunkt über null Grad. Es fielen 840 Liter Regen je Quadratmeter, der meiste davon im Juli (267 Liter), der wenigste im November (0,5 Liter). An den 31 Tagen zwischen dem 26. Oktober und 26. November herrschte Trockenheit, an den zwölf Tagen zwischen dem 22. Februar und dem 7. März herrschte Dauerfrost.

250.000 Menschen werden den Prognosen zufolge in den kommenden 18 Jahren zusätzlich nach Berlin ziehen. Aus den Euro-Krisenländern kamen bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Menschen in die Stadt (Spanien: 3660, Griechenland: 1504).

Viele Brandenburger zieht es vermehrt in die Hauptstadt

42,9 Jahre alt ist der durchschnittliche Berliner. Das Durchschnittsalter in Brandenburg liegt vier Jahre höher. Damit setzt sich der Trend der Überalterung der Gesellschaft fort – in Berlin allerdings langsamer als im Bundesdurchschnitt. Mit 3.501.872 Einwohnern verzeichneten die Statistiker ein Rekordhoch seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Der durchschnittliche Zuzügler ist 23 Jahre alt. Brandenburg verliert dagegen weiter Einwohner. Zogen die Märker bis zum Jahr 2009 vor allem nach West-Deutschland, so hat sich in den vergangenen Jahren der Trend herausgebildet, vor allem nach Berlin zu ziehen, fanden die Statistiker heraus. Mit 21 Jahren kehren die meisten Brandenburger demnach ihrer Heimat den Rücken.

27.843 Kinder traten zum ersten Mal den Weg in die Schule an und erlebten ihre erste von insgesamt rund 10.000 Schulstunden an einer der 949 Schulen in der Stadt. 143 private Schulen befinden sich in der Stadt, darunter zehn freie Waldorfschulen. Außerdem 116 Gymnasien, 63 Realschulen, 43 Hauptschulen, 144 integrierte Sekundar- und 424 Grundschulen. Insgesamt besuchen 321.590 Kinder und Jugendliche allgemeinbildende Schulen. 25.925 Lehrer unterrichten sie. Dazu kommen 54.731 Schüler an 55 Berufsschulen.

66 landwirtschaftliche Betriebe befinden sich in Berlin. 140 ständig Beschäftigte kümmern sich um die Höfe. Dazu kommen 72 Familienangehörige und 50 saisonale Arbeitskräfte. 1999 gab es noch 380 ständig Beschäftigte in der Landwirtschaft. In der Stadt wurden im vergangenen Jahr 321 Schweine, 36 Rinder und 15 Schafe geschlachtet. 514 Rinder, 119 Schweine und 325 Schafe blieben dagegen am Leben. Insgesamt verfügt Berlin über 1882 Hektar landwirtschaftlich genutzte Fläche, das meiste davon Ackerland. Auf sieben Hektar wurden Kartoffeln angebaut. Auch Fischfang wird in Berlin ausgiebig betrieben. Die Fischer zogen insgesamt 110.853 Speisefische aus Berlins Gewässern, darunter 20.000 Aale, 17.000 Zander und 2700 Karpfen.

Der Trend in Berlin geht zum Zweithund

130.010 Verkehrsunfälle fanden auf den mehr als 5000 Kilometern Straßen statt. Bei 14.060 Zusammenstößen kamen 16.933 Personen zu Schaden, 54 Menschen starben im Straßenverkehr. Die meisten Unfälle ereigneten sich in Mitte, die wenigsten in Spandau. Bei der Polizei wurden 510 Fälle von Fahrerflucht gemeldet, die Behörden sprachen 16.700 Fahrverbote aus, 10.000 davon wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Es gab 97.000 Neuanmeldungen von Fahrzeugen, 1,4 Millionen Fahrzeuge trugen im vergangenen Jahr ein "B" auf dem Nummernschild.

109.746 Hunde liefen in Berlins Straßen herum. Sie wurden von 101.417 Haltern, mal mehr und mal weniger, an der Leine geführt. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutete das eine Zunahme der Hunde um rund 200 und gleichzeitig eine Abnahme der Hundehalter um 300. Es zeichnete sich also ein kleiner Trend zum Zweithund ab. Die meisten Hunde lebten in Reinickendorf (11.186) und Marzahn-Hellersdorf (11.090), die wenigsten in Friedrichshain-Kreuzberg (4815) und Mitte (6485).

1.995.400 Haushalte existierten im vergangenen Jahr in Berlin. Im Durchschnitt leben 1,7 Menschen darin. Der Anteil der Erwerbstätigen hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Arbeiteten 2000 noch 60,6 Prozent der Berliner, so waren es im vergangenen Jahr 66,8 Prozent. Dabei ist der Anteil der Frauen mit sieben Prozentpunkten stärker angestiegen als der der Männer (vier Prozentpunkte).

An die FU strömten die meisten Abiturienten

80 Prozent der arbeitenden Männer sind vollzeitbeschäftigt, aber nur 64 Prozent der Frauen. Bemerkenswert ist, dass der starke Ausbau des Betreuungsangebotes für Kinder im Kindergarten oder der Schule sich nicht in der Beschäftigung niederschlägt. Die Zahl der Familien mit Kindern, in denen beide Eltern ganztags arbeiten, ist rückläufig. Im Jahr 2000 hatten noch in 50 Prozent der Familien beide Eltern eine Vollbeschäftigung, im vergangenen Jahr waren es nur noch 40 Prozent.

25.088 Menschen gaben sich in Berlin das Ja-Wort, 496 davon am 11.11. 2011. Die Bräutigame waren im Durchschnitt 39,4 Jahre alt – zehn Jahre zuvor waren sie noch zwei Jahre jünger –, die Bräute waren durchschnittlich 36,2 Jahre alt – und damit zwei Jahre älter als die Bräute vor zehn Jahren. Es gab 7930 Scheidungen.

500.000 Berliner sind Mitglied in einem Sportverein, die meisten davon in Charlottenburg-Wilmersdorf, die wenigsten in Marzahn-Hellersdorf. Es gibt 403 Fußballfelder in der Stadt, 279 Tennisanlagen und 99 400-Meter-Rundlaufbahnen. Dazu kommen 698 Kleinspielfelder.

10.288 Abiturienten nahmen an einer der drei Universitäten ein Studium auf, die meisten davon an der Freien Universität (3450). Außerdem begannen 6168 junge Menschen ein Studium an einer der 24 Hochschulen. Jeweils 1500 Neuzugänge begrüßten die Hochschule für Technik und Wirtschaft und die Hochschule für Wirtschaft und Recht.

25.340 Tiere beherbergen Zoo und Tierpark zusammen. 17.711 davon leben im Zoo, 7629 im Tierpark. Während der Tierpark bei Säugetieren (1436 zu 1062) und Vögeln (2281 zu 1929) die Nase vorn hat, hängt der Zoo den Tierpark bei den Fischen um das Fünffache ab (5592 zu 1187).

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