02.12.2012, 19:18

Gewaltattacken Erneut Schlägereien am Alexanderplatz trotz mehr Polizei


Der Alexanderplatz gilt als Kriminalitätsbrennpunkt - Als Vorkehrungsmaßnahme hat die Polizei ihre Präsenz erhöht

Foto: Paul Zinken / dpa

Der Alexanderplatz gilt als Kriminalitätsbrennpunkt - Als Vorkehrungsmaßnahme hat die Polizei ihre Präsenz erhöht Foto: Paul Zinken / dpa

Ein Mann leistete Widerstand und wurde festgenommen. Die Polizei hat ihre Präsenz an dem Kriminalitätsbrennpunkt stark erhöht.

Ungeachtet einer demonstrativ erhöhten Polizeipräsenz am Alexanderplatz hat es auch am Wochenende dort wieder gewalttätige Auseinandersetzungen gegeben. Wie ein Polizeisprecher mitteilte, prügelte am frühen Sonntagmorgen gegen 1.45 Uhr an einem Eingang zum Bahnhofsgebäude aus bislang unbekannten Gründen ein 21-Jähriger auf einen ein Jahr jüngeren Mann ein.

Der Angreifer versetzte dem 20-Jährigen zunächst mehrere massive Fausthiebe ins Gesicht und an den Kopf. Als der Jüngere daraufhin zu Boden ging, trat ihm der 21-Jährige noch mehrfach in den Bauch, bevor er flüchtete. Von Zeugen alarmierte Beamte einer Hundertschaft, die als Gruppenstreife im Bereich des Alexanderplatzes unterwegs waren, konnten den Schläger allerdings nach kurzer Verfolgung stellen und festnehmen. Nach einer Blutentnahme und erkennungsdienstlichen Behandlung wurde der Mann wieder auf freien Fuß gesetzt. Das Opfer ließ Prellungen und eine Platzwunde am Kinn vor Ort ambulant behandeln, lehnte einen Transport in ein Krankenhaus jedoch ab.

Festnahme nach weiterer Schlägerei

Etwa zur gleichen Zeit gingen nur wenige Meter entfernt in der Ladenpassage des Bahnhofes zwei weitere Männer aufeinander los, die eigentlich beide auf dem Heimweg waren. Auch in diesem Fall ist der Auslöser der Auseinandersetzung bislang unklar. Polizeibeamten gelang es mit Mühe, die beiden 23 und 27 Jahre alten Kontrahenten zu trennen. Während der ältere nach Feststellung seiner Personalien seinen Heimweg fortsetzen konnte, wurde der 23-Jährige festgenommen, da er sowohl bei seiner Vernehmung als auch bei der Feststellung seiner Personalien Widerstand geleistet hatte. Unter anderem weigerte der Mann sich strikt, sich auszuweisen oder gegenüber den Beamten Angaben zu seinen Personalien zu machen. Der 27-Jährige wurde zur erkennungsdienstlichen Behandlung und einer Blutentnahme auf die Dienststelle gebracht. Beide Schläger kamen bei ihrer gewaltsamen Auseinandersetzung mit leichten Blessuren davon.

Seit Freitag hat die Polizei ihre Präsenz am Alexanderplatz sichtbar erhöht. Neben Gruppenstreifen, die vor allem in der Nacht unterwegs sind, wurde auf dem Platz eine mobile Wache eingerichtet, die mit einer kurzen Unterbrechung rund um die Uhr besetzt ist. Diese Vorkehrung ist vor allem eine Reaktion auf den brutalen Angriff einer sechsköpfigen Gruppe Mitte Oktober auf den Deutsch-Thailänder Jonny K., der einen Tag nach dem Übergriff im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen erlag. Der Alexanderplatz gilt seit Jahren als wesentlicher Kriminalitätsbrennpunkt. Schlägereien, Taschendiebstähle und Betrügereien durch Hütchenspieler sind nahezu alltäglich. Die Polizei kündigte an, Straftaten ab sofort konsequent zu bekämpfen.

(hhn)
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