30.11.12

Wegen Schäden

Berliner Tunnel Tegel stundenlang für Verkehr gesperrt

Weil Wasser eindringt, wurde der stark befahrene Tunnel Tegel Ortskern auf der A111 komplett gesperrt. Dabei wurde er erst 2008 saniert.

Von Thomas Fülling
Foto: DDP

Der Tunnel Tegel Ortskern war erst vor etwa fünf Jahren umfangreich und teuer saniert worden. Die Arbeiten hatten bis zum Sommer 2008 insgesamt 19 Monate gedauert und fast 40 Millionen Euro gekostet
Der Tunnel Tegel Ortskern war erst vor etwa fünf Jahren umfangreich und teuer saniert worden. Die Arbeiten hatten bis zum Sommer 2008 insgesamt 19 Monate gedauert und fast 40 Millionen Euro gekostet

Der Winter hat Berlin noch nicht einmal richtig erreicht, da meldet sich im Straßenverkehr ein altes Problem aus den Vorjahren zurück. Zur Gefahrenabwehr musste die Verkehrsbehörde am Freitag den Autobahntunnel Tegel Ortskern kurzfristig komplett sperren lassen. "Die Polizei hatte dies angeordnet, nachdem sie auf beiden Fahrstreifen in der stadteinwärts führenden Tunnelröhre auf etwa 30 Meter Länge Schäden festgestellt hatte", bestätigte Petra Rohland, Sprecherin der Senatsverkehrsverwaltung den Vorfall.

Bei einer Vor-Ort-Kontrolle durch die Autobahnmeisterei hatten sich die Schäden dann als so schwerwiegend herausgestellt, dass sie nicht wie anfangs geplant in der Zeit von 13 bis 18 Uhr beseitigt werden konnten. Die Reparatur sollte daraufhin bis in die späten Abendstunden fortgeführt werden. Weitere Verkehrseinschränkungen konnte die Senatsverwaltung nicht völlig ausschließen.

Bereits in den vergangenen Jahren musste der Tunnel Tegel Ortskern (TTO) wiederholt wegen schwerer Fahrbahnschäden geschlossen oder zumindest teilweise gesperrt werden – zuletzt im Februar 2012 über fast drei Wochen hinweg. Die Sperrungen sorgten immer wieder für kilometerlange Staus und Wartezeiten von bis zu einer Stunde.

Der Autobahntunnel im Verlauf der A111 (Reinickendorf-Zubringer) wird täglich von bis zu 70.000 Autos passiert, er gehört damit zu einem der verkehrsreichsten in der Stadt. Als Ursache für die Schäden war in der Vergangenheit Wasser ausgemacht worden, das vermutlich durch Fugen an der Tunnelsohle eindringt. Es beschädigt den Betonunterbau und den Fahrbahnbelag. Die Frage, warum das Wasser einsickern kann, war bereits Thema mehrerer Gutachten. Experten kamen dabei zu dem Schluss, dass nur durch umfassende Sanierung das Problem dauerhaft beseitigt werden kann.

Grundsanierung des Tunnels Tegel frühestens 2014

Doch darauf müssen die Autofahrer wohl noch eine ganze Weile warten. Eine Grundsanierung werde frühestens 2014 in Angriff genommen, so Behördensprecherin Petra Rohland. Bis dahin werden die Autofahrer sich immer wieder auf ebenso kurzfristige wie folgenschwere Sperrungen des Tunnels einstellen müssen. Schon jetzt gilt dort wegen des schlechten Fahrbahnzustands ein Tempolimit von 60 statt der üblichen 80 Kilometer pro Stunde.

Dabei war der Tunnel Tegel Ortskern erst vor etwa fünf Jahren umfangreich und teuer saniert worden. Die Arbeiten hatten bis zum Sommer 2008 insgesamt 19 Monate gedauert und fast 40 Millionen Euro gekostet. Ob damals alles fachgerecht ausgeführt wurde, erscheint Verkehrsexperten angesichts immer neuer Fahrbahnschäden als zweifelhaft. Im August dieses Jahres war der Tunnel für mehrere Nächte erneut wegen Bauarbeiten gesperrt. Auch diese konnten die aktuellen Schäden offenbar nicht abwenden.

Doch nicht nur im Norden der Stadt müssen sich Autofahrer am Wochenende auf Einschränkungen einstellen. Wegen Leitungsarbeiten steht auf der Leipziger Straße in Mitte in Höhe des Leipziger Platzes nur eine Fahrspur pro Richtung zur Verfügung. Es muss in diesem Bereich mit einer deutlich längeren Passierdauer gerechnet werden, warnte die Verkehrslenkung Berlin. Auch bei der Berliner S-Bahn wird am Wochenende wieder gebaut. So ist der Zugverkehr auf der Linie S2 zwischen Blankenfelde und Lichtenrade bis Montagmorgen unterbrochen. Ersatzweise fahren Busse. Auf der S5 fahren zwischen Wuhletal und Lichtenberg keine Züge. Fahrgäste, die auf die Verbindung angewiesen sind, sollen stattdessen die U-Bahn nutzen.

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