27.11.12

Berlin-Buch

Flucht aus der Klinik - Intensivtäter fürchtete Verlegung

Die Berliner Polizei fahndet weiterhin mit Hochdruck nach dem geflohenen Häftling. Konkrete Hinweise aber fehlen noch.

Zwei Tage nach dem Ausbruch eines Intensivtäters aus dem Maßregelvollzug in Buch fehlt von dem 23-Jährigen noch jede Spur. Die Polizei fahndet weiterhin mit Hochdruck nach dem wegen seiner Drogensucht als gefährlich eingestuften Nadim O., hat aber nach Angaben eines Beamten noch keine konkreten Hinweise übe seinen Aufenthaltsort.

Unterdessen gibt es Hinweise auf ein mögliches Motiv für die Flucht. Nach Informationen von Morgenpost Online gab es "Überlegungen", den Maßregelvollzug zu beenden und O. in den regulären Strafvollzug zu verlegen. Anlass soll unter anderem eine Schlägerei mit anderen Häftlingen gewesen sein, die O. vor einiger Zeit angezettelt hatte.

Solche Verlegungen werden auch dann angeordnet, wenn sich ein im Maßregelvollzug Untergebrachter therapieunwillig zeigt. Denn der Sinn des Maßregelvollzugs ist es, drogen- oder alkoholabhängigen Straftätern eine Therapie zu ermöglichen. Ob die Initiative zu einer Verlegung von der Staatsanwaltschaft oder den Verantwortlichen des Krankenhauses Buch ausging, ist noch unklar.

Bekannt ist allerdings, dass Untergebrachte eine solche Verlegung oftmals fürchten. Der Aufenthalt in einem Krankenhaus des Maßregelvollzugs ist allemal angenehmer, als die Verbüßung einer Haftstrafe. O. war im November 2011 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, unter anderem wegen Raub, gefährlicher Körperverletzung und versuchter räuberischer Erpressung.

Sollte die Angst vor einer Verlegung in eine Haftanstalt tatsächlich das Motiv für die offenbar sorgfältig geplante und vorbereitete Flucht gewesen sein, hätte sich Nadim O. den ganzen Aufwand auch sparen können. Wäre er nicht am Sonntagabend geflohen, hätte ihn am Montag oder spätestens am Dienstag die schriftliche Mitteilung erreicht, dass eine Strafvollstreckungskammer des Landgerichts eine Verlegung abgelehnt und stattdessen die Fortdauer des Maßregelvollzugs angeordnet hat. Nadim O. hätte also entgegen seinen Befürchtungen in Buch bleiben können.

Der von der Polizei als Intensivtäter eingestufte Deutsch-Araber hat ein langes Vorstrafenregister, unter anderem wegen eines Raubüberfalls auf eine Bank. Er konnte sich als Jugendlicher auf eine beachtliche kriminelle Karriere verweisen. Am Sonntagabend wurde er wegen einer Verletzung von zwei Begleitern gefesselt in die öffentlich zugängliche Rettungsstelle der Helios-Klinik gebracht. Dort gelang ihm gegen 22.20 Uhr mit Hilfe zweier schon wartender Helfer die Flucht. Seither ist der 23-Jährige untergetaucht.

Quelle: hhn
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