27.11.12

Umbaupläne

Das Berliner Kudamm-Karree bleibt ein Sanierungsfall

Seit sechs Jahren stockt der Umbau des Gebäudekomplexes. Davon hängt jedoch die Zukunft der beiden Kurfürstendamm-Bühnen ab.

Von Isabell Jürgens
Foto: David Heerde

Sanierungsfall: Der Umbau des Kudamm-Karrees in Berlin-Charlottenburg steht weiter aus
Sanierungsfall: Der Umbau des Kudamm-Karrees in Berlin-Charlottenburg steht weiter aus

In der City-West scheint derzeit (fast) alles zu gelingen: Im "Zoofenster"-Hochhaus am Breitscheidplatz soll noch in diesem Jahr das Luxushotel Waldorf Astoria eröffnen. Gleich nebenan hat der Bauherr Strabag den Start der Arbeiten für das 119 Meter hohe "Upper West" verkündet. Das "Bikini Berlin" an der Hardenbergstraße und das "Haus Cumberland" am Kurfürstendamm haben jüngst ihre Richtfeste gefeiert.

Gleich nebenan stellt die Freo Gruppe bis Jahresende den Neubau "N° 195 Kudamm" zusammen mit dem sanierten denkmalgeschützten Hochhaus an der Ecke zur Bleibtreustraße fertig.

Doch seit nunmehr sechs Jahren stockt dagegen der geplante Komplett-Umbau des Kudamm-Karrees. Weil von den Plänen auch die Zukunft der zu dem Karree gehörenden beiden Kurfürstendamm-Bühnen abhängt, wollte Stefan Evers, baupolitischer Sprecher der CDU im Abgeordnetenhaus, nun von Kulturstaatssekretär André Schmitz wissen, wie der Senat die Zukunft der Theater bewertet.

"Der Senat ist zuletzt vom Investor darüber informiert worden, dass man sich um einen Finanzpartner bemühe, um die Gestaltung des Kudamm-Karrees realisieren zu können", antwortete Schmitz. Weil ein Finanzpartner jedoch noch nicht gefunden sei, ruhe "gegenwärtig der Planungs- und Umsetzungsprozess".

Zukunft der City-Theater ungewiss

Die Zitterpartie für den Direktor der beiden Bühnen, Martin Woelffer, geht damit weiter. Seit 2006, als die damalige Besitzerin der Immobilie, die Deutsche Bank, den Mietvertrag kündigte und den Abriss und Neubau des Gebäudeensembles verkündete, gibt es nur noch kurzfristige Absprachen über den weiteren Betrieb. Die Ballymore Group hatte den zwischen 1969 und 1974 errichteten Komplex 2008 gekauft und wollte ihn durch einen vom Architekten David Chipperfield entworfenen Neubau ersetzen lassen.

Das Ensemble gilt wegen seiner problematischen Anordnung der Gebäudekörper als unwirtschaftlich und ästhetisch missglückt. Ob die Umbaupläne überhaupt noch realisiert werden können, ist nun wieder offen. Die Ballymore Group habe im Gespräch mit dem Senat zwar angedeutet, dass sie die "Erhaltung zumindest eines Theaterstandortes am Kurfürstendamm anstrebt", so Schmitz. "Eine Aussage zur Zeitschiene einer möglichen Umgestaltung des Kudamm-Karres" sei bei dem gegenwärtigen Kenntnisstand aber nicht möglich.

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