23.11.2012, 21:01

Steglitz-Zehlendorf Heilmann soll Braun als CDU-Kreischef beerben

Foto: Stephanie Pilick / dpa

Von Jens Anker und Christina Brüning

Derweil kündigt der Noch-Amtsinhaber Michael Braun seinen Rücktritt an. Seine Karriere als einflussreicher CDU-Politiker endet damit.

Justizsenator Thomas Heilmann soll neuer CDU-Kreischef in Steglitz-Zehlendorf werden. Darauf verständigten sich führende Mitglieder des einflussreichen Kreisverbandes. Am Freitag hatte der CDU-Abgeordnete und Ex-Justizsenator Michael Braun angekündigt, nicht mehr für den Kreisvorstand kandidieren zu wollen. "Politische Ämter, auch Parteiämter, sind Ämter auf Zeit. Seit April 2005 bin ich Vorsitzender des mitgliederstärksten und erfolgreichsten Kreisverbandes der Berliner CDU", schrieb Braun am Freitag den Mitgliedern. "Es ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Partei auf einen Generationswechsel vorzubereiten", begründete Braun seine Entscheidung. Er werde der Partei aber als Ratgeber weiter zur Verfügung stehen.

Heilmann wollte sich nicht zu einer möglichen Kandidatur äußern. Er zollte dem langjährigen Kreischef Braun Respekt. "Ich finde den Schritt sehr honorig, persönliche Ambitionen hinter die Interessen der Partei zu stellen", sagte Heilmann "Die Partei und auch ich persönlich haben Michael Braun sehr viel zu verdanken."

Der Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann, Ortsvorsitzender in Dahlem, nannte Brauns Rückzug am Freitag "konsequent und folgerichtig" und dankte dem Noch-Kreischef für seine Arbeit. Braun war im Sommer bei dem Versuch gescheitert, Wellmann die Bundestagskandidatur der CDU in Steglitz-Zehlendorf streitig zu machen. Wellmann hatte nach der Nominierung zum Direktkandidaten des Bezirks zunächst angekündigt, selbst auch für den Kreisvorsitz kandidieren zu wollen. Sein Interesse daran halte er aufrecht, sagte Wellmann jetzt. Allerdings sei bis zur Wahl des Kreischefs im April oder Mai 2013 genug Zeit, um sich mit allen Beteiligten einvernehmlich auf eine "gute Lösung" für die Partei und den Kreis zu einigen. "Eine Gegenkandidatur wird es nicht geben", sagte Wellmann.

Brauns Karriere endet

Cornelia Seibeld, CDU-Ortsvorsitzende in Lilienthal, begrüßte den Wechsel an der Spitze des Kreises und eine mögliche Kandidatur Heilmanns. "Ich finde, das ist eine integrative Lösung, die dem Kreisverband gut tun wird und ein interessanter Kandidat."

Mit der Aufgabe des Amtes als Kreischef endet die Karriere Brauns als einflussreicher CDU-Politiker. Vor einem Jahr schien sie den Höhepunkt zu erreichen, als Braun vom Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) zum Senator für Justiz und Verbraucherschutz ernannt wurde. Doch schon zwölf Tage später trat er zurück. Braun reagierte damit auf Vorwürfe, er sei als Notar in dubiose Geschäfte mit Schrottimmobilien verwickelt. Der 56-Jährige sitzt seit 1995 im Berliner Abgeordnetenhaus und ist seit 1977 Mitglied der Berliner CDU.

Brauns Nachfolger als Justizsenator wurde Thomas Heilmann, der ihn nun auch als Kreischef beerben könnte. Heilmann war zehn Jahre lang Chef des Berliner Büros der Werbeagentur Scholz & Friends und ist seit drei Jahren stellvertretender CDU-Landeschef.

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