22.11.2012, 10:01

Stadtbärinnen SPD will Berliner Bären Maxi und Schnute Altenasyl gewähren

Tierschützer besetzen Bärenzwinger von Maxi und Schnute

Foto: DAPD

Von Tanja Laninger

Am heutigen Donnerstag entscheiden die Bezirksverordneten in Berlin-Mitte über das Schicksal der beiden Stadtbärinnen Maxi und Schnute.

Verhandelt wird der Haushalt, in dem auch die Gehälter der Tierpflegerinnen enthalten sind. Nach jüngsten Angaben des Bezirksamtes belaufen sich die jährlichen Unterhaltskosten für die Braunbären auf etwas mehr als 91.000 Euro. Der Wildpark Johannismühle bei Baruth/Mark (Teltow-Fläming) wie auch der Bärenwald Müritz in Mecklenburg-Vorpommern hatten angeboten, die Stadtbären bei sich aufzunehmen.

Die SPD - mit 17 Bezirksverordneten die stärkste Fraktion - legt sich erst am Donnerstag endgültig fest. "Die Tendenz geht dahin, dass wir den Bären Altenasyl gewähren. Aber es gibt auch Tierfreunde unter uns, die die Bären lieber in Berlin lassen wollen", sagt SPD-Fraktionschef Hans-Günter Mahr.

Auch bei der CDU gibt es Für und Wider. Der Piraten-Bezirksverordnete Alexander Freitag will sich dem Votum der Piraten im Abgeordnetenhaus anschließen, die einen Umzug befürworten. Wie seine drei Fraktionskollegen in Mitte entscheiden, sei "allerdings ihre Sache", sagt Freitag.

Grüne befürworten Umsiedlung der Bären

Die Grünen, mit 14 Mitgliedern zweitstärkste Fraktion, befürworten eine Umsiedlung der Tiere in einen Bärenpark. Sie haben für die BVV eine mündliche Anfrage gestellt und möchten wissen, welche personellen Veränderungen zu erwarten sind. Denn eine der beiden Tierpflegerinnen - die sich in Personalunion auch um Grünanlagen kümmern - geht in Rente.

Fraglich ist auch, wie die Bärinnen auf eine Narkose reagieren würden. Andere Bärenanhänger - darunter bislang der zuständige Stadtrat Carsten Spallek (CDU) - wollen die Tiere wegen ihres hohen Alters von 31 und 26 Jahren nicht mehr umsiedeln, ihnen die Narkose während des Transports sowie die Umgewöhnung ersparen.

Spallek war am Mittwoch wegen einer Personalversammlung nicht zu sprechen. Er hatte am Dienstag Aktivisten des Berliner Bärenbündnisses wegen Hausfriedensbruch, Nötigung und Tierquälerei angezeigt, weil sie auf das Dach des Bärengeheges im Köllnischen Park gestiegen waren. Mit dieser Aktion hätten sie in Kauf genommen, dass die Bären in ihrer Winterruhe massiv gestört wurden. Aktivist Stefan Klippstein widersprach dem Vorwurf: Man habe die Tiere nicht gequält. "Bären und Tierpflegerinnen haben uns anfangs nicht mal bemerkt." Außerdem seien die Tiere draußen herumgelaufen, von Winterruhe könne keine Rede sein. Klippstein zeigte Spallek wegen Verleumdung an. An der BVV nehmen die Aktivisten nur als "Beobachter" teil.

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