22.11.12

Razzia

Berliner Polizei zerschlägt Diebes- und Hehlerbande

14 Angehörige einer arabischstämmigen Großfamilie werden beschuldigt, zahlreiche Diebstähle und Einbrüche verübt zu haben.

Von Peter Oldenburger

Nach umfangreichen Ermittlungen von Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft hat ein Großaufgebot von Beamten am Mittwoch eine Diebes- und Hehlerbande zerschlagen.

Der aus Mitgliedern einer arabischstämmigen Großfamilie bestehenden Gruppierung wird vorgeworfen, arbeitsteilig und in großem Umfang zahlreiche Diebstähle in Supermärkten und Einbrüche in Lagerhallen verübt zu haben.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden Berlinweit insgesamt 14 Wohnungen und Geschäfte durchsucht und drei vorliegende Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Anführer vollstreckt. An den Razzien waren insgesamt 250 Polizeibeamte beteiligt, darunter auch zwei Gruppen der Spezialeinsatzkräfte (SEK) des Landeskriminalamtes Berlin.

Den Kriminellen seien mindestens 25 Taten beweissicher nachzuweisen. "Zumeist sind drei bis vier Täter gemeinsam auf Raubzug gegangen. In der Regel haben zwei Täter das Verkaufspersonal abgelenkt und den Komplizen so ermöglicht, große Mengen von Kaffee oder Spirituosen zu stehlen.

Die erbeuteten Waren wurden dann weiter verkauft, beispielsweise an Spätverkaufsgeschäfte", beschrieb Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft, die bevorzugte Vorgehensweise der Bande.

Außerdem soll die Bande mehrfach Lagerräume ausgespäht haben, um später darin einzubrechen. Auch die dort gestohlenen Gegenstände wurden an Hehler weitergegeben und so zu Geld gemacht. Zwölf der Beschuldigten sind libanesischer Herkunft, jeweils ein Verdächtiger besitzt die türkische oder deutsche Staatsangehörigkeit.

Polizei sichert Beweismittel

Bei den seit den Morgenstunden in mehreren Bezirken durchgeführten Durchsuchungen konnten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicherstellen. So wurden unter anderem Tatbekleidung, Diebesgut, Unterlagen, Computer und Mobiltelefone sichergestellt. Außerdem seien bei den Tatverdächtigen nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch Betäubungsmittel beschlagnahmt worden.

Der kriminellen Gruppierung wird gewerbsmäßiger Bandendiebstahl vorgeworfen. Drei Männer im Alter von 38, 40 und 44 Jahren, gegen die bereits Haftbefehle vorlagen, wurden festgenommen und wurden anschließend in ein Untersuchungsgefängnis gebracht.

Der Einsatz von Spezialeinsatzkommandos bei der Bekämpfung von Straftaten durch Großfamilien ist in Berlin durchaus üblich. Hintergrund ist, dass Mitglieder dieser Familien als äußerst gewalttätig bekannt sind und häufig erbitterten Widerstand gegen Polizeibeamte leisten. Immer wieder war es in der Vergangenheit zu gewalttätigen Übergriffen auf Beamte gekommen. Selbst bei Streitigkeiten unter Familienmitgliedern wurden öfters Waffen benutzt, beispielsweise bei einer Schießerei mit Verletzten in der Emser Straße in Neukölln.

Nach Erkenntnissen der Polizei leben in Berlin 20 bis 30 arabische Großfamilien mit 50 bis 500 Mitgliedern, die auch vielfältige Verbindungen in andere Bundesländer und ins benachbarte Ausland wie Dänemark, Schweden und Niederlande haben. Aufsehen erregte der Überfall auf das Poker-Turnier im Grand Hyatt im März 2010. Mehrere Mitglieder einer arabischen Großfamilie waren an den Überfall beteiligt. Zwei der Drahtzieher wurden vom Landgericht Berlin zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

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