17.11.12

Berliner Teilnetz

Firmen aus Paris und Hongkong bewerben sich für S-Bahn

Im Wettbewerb um den Betrieb auf einem Teilnetz der Berliner S-Bahn haben sich neben der Deutschen Bahn weitere drei Interessenten gemeldet.

Von Markus Falkner
Foto: dapd

Das europaweit ausgeschriebene „Teilnetz Ring“ umfasst die beiden Ringbahn-Linien S41 und S42 sowie die teilweise neu konzipierten Zubringer-Linien S46 (Hauptbahnhof–Westend–Königs Wusterhausen), S47 (Spindlersfeld–Südkreuz) und S8 (Hohen Neuendorf–Königs Wusterhausen)
Das europaweit ausgeschriebene "Teilnetz Ring" umfasst die beiden Ringbahn-Linien S41 und S42 sowie die teilweise neu konzipierten Zubringer-Linien S46 (Hauptbahnhof–Westend–Königs Wusterhausen), S47 (Spindlersfeld–Südkreuz) und S8 (Hohen Neuendorf–Königs Wusterhausen)

Kommt der künftige Betreiber der Berliner S-Bahn aus China? Nach Informationen von Morgenpost Online ist das zumindest denkbar. In der ersten Runde des Wettbewerbsverfahrens um den Betrieb auf einem Teilnetz der S-Bahn ab 2017 haben sich neben der Deutschen Bahn weitere drei Interessenten gemeldet – darunter das bisher überwiegend auf dem chinesischen Markt tätige Unternehmen Mass Transit Railway (MTR) aus Hongkong. Seit 2009 managt MTR bereits die Stockholmer U-Bahn.

Auch die beiden anderen Konkurrenten der DB kommen aus dem Ausland: Kandidat zwei ist die französische RATP, Betreiberin der Pariser Metro sowie eines Großteils des Nahverkehrs im Umland der französischen Hauptstadt. Als dritter Bewerber geht der britische Nahverkehrskonzern National Express ins Rennen.

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der die Ausschreibung im Namen der Bundesländer im Juli 2012 gestartet hatte, bestätigte am Freitag weder Anzahl noch Namen der Interessenten. Aus Wettbewerbsgründen sei der Verbund zur Verschwiegenheit verpflichtet, sagte VBB-Chef Hans-Werner Franz Morgenpost Online. Er bestätigte lediglich, dass mehrere Unternehmen ihr Interesse an der Teilnahme am Wettbewerb um ein Drittel des Berliner S-Bahn-Verkehrs bekundet haben. "Die gute Nachricht lautet. Ein Wettbewerb kann stattfinden", sagte Franz. Die Frist für die Teilnahme am Verfahren war am 5. November 2012 abgelaufen.

Ein Problem teilen sich alle Bewerber

In den kommenden Wochen wird der VBB nun prüfen, ob die Interessenten die nötigen finanziellen und betriebstechnischen Voraussetzungen für die Übernahme des S-Bahn-Betriebs mitbringen. Fällt das Urteil positiv aus, werden sie anschließend aufgefordert, ein konkretes Angebot abzugeben. Die Auftragsvergabe plant die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für Mitte 2014.

Das europaweit ausgeschriebene "Teilnetz Ring" umfasst die beiden Ringbahn-Linien S41 und S42 sowie die teilweise neu konzipierten Zubringer-Linien S46 (Hauptbahnhof–Westend–Königs Wusterhausen), S47 (Spindlersfeld–Südkreuz) und S8 (Hohen Neuendorf–Königs Wusterhausen). Der Betrieb soll vom 15. Dezember 2017 an für zunächst 15 Jahre bis zum Dezember 2032 erbracht werden.

Ein Problem teilen unterdessen alle Bewerber um den Milliardenauftrag. Sie müssen die nötigen Züge selbst beschaffen. Kosten je nach Ausstattung zwischen 600 Millionen und einer Milliarde Euro. Weil Entwicklung und Zulassung aber Jahre brauchen, geht selbst der Senat davon aus, dass Ende 2017 maximal einige Vorserien-Fahrzeuge geliefert sein werden. Voraussichtlich müssen daher alte S-Bahn-Wagen für den weiteren Verkehr aufwendig umgerüstet werden. Geschätzte Kosten dafür: bis zu 100 Millionen Euro.

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