04.11.12

Leiche geborgen

Schwerverletzter springt in Landwehrkanal und stirbt

Ein 51-Jähriger ist am Sonntagmorgen in den Berliner Landwehrkanal gesprungen. Er konnte von Einsatzkräften nur tot geborgen werden.

Von Michael Behrendt
Foto: Steffen Pletl

Nahe der Dovebrücke in Charlottenburg haben Passanten einen toten Mann entdeckt. Er war zuvor mit schweren Verletzungen ins Wasser gesprungen
Nahe der Dovebrücke in Charlottenburg haben Passanten einen toten Mann entdeckt. Er war zuvor mit schweren Verletzungen ins Wasser gesprungen

Ein mysteriöser Todesfall hat am Sonntagmorgen für einen Großeinsatz der Polizei in Charlottenburg gesorgt. Im Landwehrkanal, im Bereich der Dovebrücke, wurde die Leiche eines 51 Jahre alten Mannes entdeckt. Weil sie mehrere Stichverletzungen aufwies, konnte ein Gewaltverbrechen zunächst nicht ausgeschlossen worden. Am Sonntagnachmittag stellte sich dann aber heraus, dass es sich um einen Selbstmord handelte.

Zunächst waren mindestens 20 Polizeibeamte und die Besatzung eines Bootes der Wasserschutzpolizei zu dem Einsatzort gefahren. Polizisten bargen den Leichnam. Anschließend wurden mehrere Taucher in das sechs Grad kalte Wasser geschickt, um nach der benutzten Waffe zu suchen. Laub auf der Oberfläche des ansonsten klaren Wasser beeinträchtigte die Arbeit der Taucher, weil die Blätter immer wieder Spiegelbilder erzeugten. Der Einsatz wurde schließlich beendet, ohne dass ein Messer gefunden wurde.

Wenig später meldete sich eine Zeugin bei den Einsatzkräften. Ihren Angaben nach soll der Mann auf einer Bank gesessen und sich selbst verletzt haben, bevor er in den Kanal ging. Ein Abschiedsbrief wurde nicht gefunden, nach Informationen von Morgenpost Online soll der Mann in einem Pflegeheim gelebt haben.

Die Kriminalpolizei ordnete eine Obduktion an. Die Gerichtsmediziner bestätigten am Sonntagnachmittag den ersten Verdacht, dass der 51-Jährige sich selbst getötet hatte. Demnach seien die Stich- und Schnittverletzungen nicht die Todesursache gewesen, der Mann ist den Untersuchungen nach ertrunken.

Erst vor wenigen Wochen war ein mysteriöser Selbstmord in Neukölln an der Grenze zu Treptow an der Späthstraßen-Brücke bekannt geworden: Ein junger Mann hatte sich an Händen und Füßen gefesselt und war anschließend in den Teltowkanal gesprungen. Auch in diesem Fall war zunächst ein Verbrechen vermutet worden.

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