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Berliner Bauten

Denkmalamt stimmt gegen Abriss der Deutschlandhalle

Im Streit um den geplanten Abriss der Deutschlandhalle hat die Messe Berlin einen Dämpfer erhalten. Die Charlottenburger Denkmalschutzbehörde wirft dem Betreiber vor, sich nicht genügend für Erhalt und Nutzung des Gebäudes eingesetzt zu haben. Das Denkmal darf nur dann abgerissen werden, wenn sein Erhalt wirtschaftlich unzumutbar ist.

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Denkmalgeschützte Deutschlandhalle geschlossen
Foto: Zentralbild
Die Deutschlandhalle wurde 1935 zu den Olympischen Spielen von Franz Orthmann und Fritz Wiemer für 10.000 Zuschauer als "größte Mehrzweckhalle der Welt" errichtet.

Der Abriss der Deutschlandhalle verzögert sich. Am Donnerstag hat die Denkmalschutzbehörde Charlottenburg-Wilmersdorf den Abbruch-Antrag der Messe Berlin abgelehnt. Die Pflicht zur Erhaltung des Denkmals würde nur bei einer wirtschaftlichen Unzumutbarkeit entfallen. Doch diese liegt nach Einschätzung der Behörde nicht vor, da „der Eigentümer und der Nutzer die Instandhaltung des Baudenkmals absichtlich jahrelang unterlassen hat“. Wie Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) mitteilte, hätte die Denkmalschützer die Argumentation der Messe nicht überzeugt, sie benötige die Fläche für den Neubau einer Ausstellungshalle. Bis heute gebe es etliche nicht genutzte Reserveflächen auf dem Messegelände.

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Unterstützung erhält der Bezirk vom Rat für Stadtentwicklung. Er fordert, das Wettbewerbsverfahren für eine neue Ausstellungshalle auf dem Areal der Deutschlandhalle „unverzüglich zu beenden“. Stattdessen soll ein Interessenbekundungsverfahren für potenzielle Betreiber der Deutschlandhalle eingeleitet werden. Uwe Hameyer, Mitglied des Rates, schlägt zudem vor, Instandsetzung und Umbau der Deutschlandhalle in drei Gutachten zu untersuchen.

Über die Ablehnung des Abriss-Antrages muss nun das Landesdenkmalamt entscheiden. Gröhler hoffe, dass es dabei fachlich entschieden wird und nicht nur aufgrund politischer Anweisungen. „Noch kann die traditionsreiche Deutschlandhalle gerettet werden“, sagte er.

Gleichzeitig hat sich herausgestellt, dass der Bau der geplanten Ersatzsporthalle am Erika-Heß-Stadion in Wedding wesentlich teurer als angenommen werden würde. Der Eissportverband spricht von annähernd zwei Millionen Euro. Darin sind die Betriebskosten noch nicht enthalten. Zum Vergleich: Die jährliche Bewirtschaftung der Deutschlandhalle für den Eissport liegt bei rund 1,1 Millionen Euro.

Charlottenburg-Wilmersdorf wird auf dem Parkplatz „P 9“ an der Glockenturmstraße eine neue Eissporthalle bauen. Doch die wird nicht vor 2011 fertig. Angesichts der explodierenden Kosten für die Ersatzvariante in Wedding forderte der Vize-Chef des Berliner Eissport-Verbandes, Dieter Matz, „das Geld nicht zum Fenster rauszuwerfen“ und die rund 600 Eissportler während der zweijährigen Übergangszeit weiter in der Deutschlandhalle spielen zu lassen. Die Eissportler hatten Ende April in letzter Sekunde die angemieteten LKWs gestoppt, mit denen ihre Habe aus der Deutschlandhalle entfernt werden sollte, als bekannt wurde, dass die Übergangslösung vermutlich wesentlich teurer werden sollte. Matz glaubt nicht mehr daran, dass der von der Senatsverwaltung zugesagte Ersatz in Wedding zum Saisonstart am 1. August überhaupt noch fertig werden könnte: „Wenn wir jetzt anfangen würden mit der Ersatzhalle, wäre sie frühestens zu Anfang November fertig. Wenn Training und Spielbetrieb von acht zusätzlichen Mannschaften in den Berliner Eissporthallen untergebracht werden müsste, käme das einer Katastrophe für den Berliner Eissport gleich.“

„Mit den Sportlern darf doch nicht wie auf einem Verschiebebahnhof umgegangen werden“, sagte Carsten Engelmann, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Bezirk. Ein heutiges Krisentreffen zur Klärung der Finanzen für die Ersatzsporthalle wollte die Senatssportverwaltung am Donnerstag nicht bestätigen. In jedem Fall wird das Thema aber ab 11 Uhr im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses besprochen.

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