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60 Jahre Bundesrepublik

Ganz Deutschland feiert in Berlin

Die Bundesrepublik Deutschland wird 60 Jahre alt und in Berlin wird der Geburtstag mit einem Bürgerfest gefeiert. Noch bis 22 Uhr wird zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern auf zwei Bühnen und an etlichen Ständen ein buntes Programm geboten.

60 Jahre Bundesrepublik - Bürgerfest
Foto: DPA
Berlin feiert den Geburtstag der Bundesrepublik. Und bereits am frühen Vormittag kamen Tausende - nicht nur aus Berlin.

Das Bürgerfest der Bundesregierung zum 60-jährigen Bestehen der Bundesrepublik hat in Berlin begonnen. Einige tausend Menschen verschafften sich schon am Vormittag einen Überblick und flanierten über die Feiermeile am Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni. An zahlreichen Ständen präsentieren sich die Bundesländer, Ministerien, Parteien, Verbände und Kirchen. Insgesamt werden bis zu 500.000 Besucher erwartet, wie ein Sprecher des Bundespresseamtes sagte.

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Schon am Freitag waren einige der Besucher geradezu euphorisch. So wie Christoph Pitz, der aus Goch am Niederrhein zu Besuch in die Hauptstadt kam. „Ich habe den Zweiten Weltkrieg und die jüngere deutsche Geschichte in der Schule nie durchgenommen“, sagt der 47-Jährige. „Umso toller ist es, dass ich jetzt hier mittendrin bin. Morgen kommen wir auf jeden Fall wieder. Egal, wie voll es wird.“

Touristen staunen und fotografieren

Nicht jeder ist so gut informiert über das geschichtsträchtige Ereignis, das hier begangen wird. Der ein oder andere schaut sich noch etwas ratlos und suchend um und fragt sich wohl, was hier eigentlich los ist. Ein Blick auf die Banner, Fahnen und Leinwände rund ums Brandenburger Tor hilft. Die 60 hängt überall. „Vor allem die ausländischen Touristen fragen nach, weil sie nicht wissen, was passiert“, erzählt Marianne Butschat, die Tee in einem Laden Unter den Linden verkauft. „Heute ist es viel voller als sonst, es sind so viele Menschen unterwegs“, fügt sie hinzu.

Tatsächlich herrscht hier seit Freitag schon eine regelrechte Volksfeststimmung. Touristen staunen und fotografieren. Dazwischen eilen Menschen umher, bekleidet mit orange leuchtenden Westen, und rollen Fässer, verlegen Kabel oder achten darauf, dass die Lieferwagen der Catering-Firmen vorbeikommen. Von zwei Bühnen links und rechts des Brandenburger Tors schallt abwechselnd Musik und die Stimme eines Moderators aus den riesigen Boxen. Bereits beim Soundcheck wird vereinzelt getanzt. Die 21-jährige Sophie Hauptmann hat offensichtlich schon großen Spaß, bevor der offizielle Teil begonnen hat. „Ist doch super so eine Riesenparty, bei der richtig was los ist“, sagt die Studentin.

Manchen ist das zu viel. „Ich finde das hier zwar alles interessant, vor allem diese beiden riesigen Freilichtbühnen. Wahnsinn, wie viel die hier aufgebaut haben. Aber ob ich am Sonnabend hier sein werde, weiß ich nicht. Hier sind ja jetzt schon so viele Menschen. Das ist mir zu voll“, sagt die 55-jährige Doris Braunschweig aus Stade.

Umfangreiches Bühnenprogramm

Tatsächlich ist das hier eine Riesenveranstaltung. Seit Sonntag wird hier aufgebaut, mehr als 80 Aussteller haben mit ihren Zelten, Wagen und Ständen Platz auf der 1,5 Kilometer langen Fanmeile rund ums Brandenburger Tor und auf der Straße des 17. Juni gefunden. (Was wann auf den Bühnen geboten, wird lesen Sie hier.) Eine ziemliche Herausforderung für die Organisatoren. Die nun stolz auf ihr Werk sind. „Wir haben innerhalb von drei Monaten geschafft, ganz viele Künstler zu organisieren, die die Leute hier unterhalten können“, erzählt Daniela Rechenberger, Hauptprojektleiterin des Bürgerfestes. „Auf der Tiergartenbühne präsentieren wir vor allem Nachwuchskünstler. Auf der Doppelbühne – übrigens der ersten, die es je vor dem Brandenburger Tor gab – tritt dagegen die alte Garde bundesrepublikanischer Geschichte auf“, sagt sie. Wie zum Beweis ertönt auf einmal die Stimme des Komikers Otto Waalkes – sein Soundcheck beginnt in diesem Moment.

Hannelore Pfütze aus Sachsen ist jetzt schon fasziniert und starrt gebannt auf die Bühne. „Das wird bestimmt ein Riesenevent hier. Das sieht man ja jetzt schon. Ich hätte so gern einen Platz auf der VIP-Tribüne, da hätte ich einen tollen Blick auf die Bühne “, sagt die 60-Jährige und lacht.

Nicht ganz so begeistert ist Velotaxifahrer Frank Müller. „Ich kann mit der Veranstaltung nicht so viel anfangen. Wer tritt denn hier auf?“, fragt der 44-Jährige aus Prenzlauer Berg und wirft erst mal einen Blick in die Broschüre. „Grundsätzlich sind solche Massenaufläufe nicht so toll für uns, weil uns keiner sieht in dem Gedränge. Aber warten wir mal ab. Vielleicht mache ich ja auch ein dickes Geschäft“, sagt er. Genug potenzielle Kunden dürften auf jeden Fall da sein. Erwartet werden bei gutem Wetter bis zu 250.000 Menschen.

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