24.04.09

Angriff

Hund verletzt Berliner Kleinkind schwer

In Berlin ist erneut ein Kind von einem Hund angegriffen und schwer verletzt worden. Der zweieinhalb Jährige wurde auf die Intensivstation eines Berliner Krankenhauses gebracht. Dabei hatte der Senat erst in der vergangenen Woche veröffentlicht, dass die Zahl der Bissattacken zurückgegangen ist.

Ein erst zwei Jahre alter Junge ist am Freitag in Reinickendorf von einem herrenlosen Hund in den Kopf gebissen und schwer verletzt worden. Die Suche nach dem Halter des Tieres dauert an.

Nach bisherigen Erkenntnissen war der zweijährige Alexander S. mit der 37 Jahre alten Freundin seiner Mutter gegen 12.40 Uhr auf dem Weg zum Flughafensee, als das Tier plötzlich auftauchte und das Kind unvermittelt anfiel. Nach Informationen von Morgenpost Online schnappte der Hund nach dem Gesicht des Jungen und biss dabei ein Stück von der Oberlippe ab.

Ein Rettungswagen brachte Alexander S. in ein Krankenhaus. Dort wurde die stark blutende Wunde versorgt, die Ärzte diagnostizierten eine weitere Bissverletzung am Hinterkopf. Lebensgefahr besteht nicht. Die Mutter des Jungen befand sich zum Zeitpunkt des Angriffs mit ihrem eigenen Hund beim Tierarzt, als sie über den Vorfall informiert wurde. Sie machte sich sofort auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Familie von Alexander S. hofft nun, dass der Kleine bis spätestens Dienstag aus der Klinik entlassen werden kann – an diesem Tag feiert er seinen dritten Geburtstag. Die Polizei bitte Zeugen des Vorfalls, sich zu melden. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Ermittelt wird wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz verkündet, dass die Gesamtzahl der Beißattacken im vergangenen Jahr weiter zurückgegangen ist. Demnach waren 2007 insgesamt 859 Hunde gebissen worden, 2008 waren es nur noch 716. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Hunde in Berlin. Demnach waren im vergangen Jahr 108.784 Hunde registriert, im Jahr 2007 waren es 107.355.

In Berlin gilt seit 2000 eine Hundeverordnung. Seitdem ging die Zahl der Angriffe zurück. Kampfhunde sind ohnehin nur zu fünf Prozent für die Attacken zuständig. Am häufigsten beißen Schäferhunde. 1999, im Jahr vor der 2000 eingeführten Hundeverordnung, habe die Zahl der Angriffe von Kampfhunden bei 1816 gelegen.

Die Hundeverordnung wurde in ein Gesetz überführt, nach dem als gefährlich eingestufte Hunde nur mit Leine und Maulkorb in die Öffentlichkeit dürfen. Zudem müssen die Halter ihr Tier versichern und kennzeichnen. Ansonsten drohen hohe Bußgelder.

Zuletzt war Anfang März ein Polizist in Köpenick von einem aggressiven Kampfhund angegriffen worden. Der Polizist war von Anwohnern zu einem Mehrfamilienhaus gerufen worden, nachdem am späten Abend Baulärm aus einem Keller gedrungen war. Als die Beamten eintrafen, kam ihnen aus dem Keller ein "Kampfhund" entgegen und bellte sie an. Auch nach mehrfacher, lautstarker Aufforderung der Polizisten, den Hund anzuleinen, weigerte sich der 28-jährige Hundebesitzer. Als der Hund sich mit kurzen Sprüngen und zähnefletschend einem Polizisten auf bis zu drei Meter genähert hatte, erschoss ein zweiter Polizist das Tier.

Anfang Januar war dagegen im brandenburgischen Zehdenick ein fünfjähriges Mädchen von einem Bullterrier ins Gesicht gebissen worden. Das Mädchen hatte den Hund streicheln wollen. Das Tier wurde im Tierheim untergebracht.

Quelle: mb/plet/hed
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