30.06.12

Mord an Pferdewirtin

Entsetzen in Lübars über eiskaltes Mordkomplott

Für 1000 Euro hat ein Auftragskiller eine Frau aus Lübars getötet. Den Tätern drohen lebenslange Haftstrafen. Anwohner reagieren geschockt.

Von Ulla Reinhard und Steffen Pletl
Foto: DPA
Mord an Frau in Lübars: Auftragskiller gefasst
Die Pferdewirtin Christin R. wurde nur 21 Jahre alt

Gut eine Woche nach der Ermordung der 21 Jahre alten Christin R. ist das sonst so idyllische Leben in Lübars erneut erschüttert worden. Die jüngsten Ermittlungsergebnisse dominieren die Gespräche der Bewohner, auch wenn sich die meisten von ihnen nach außen hin verschwiegen geben und ihre Namen nicht in der Zeitung lesen wollen.

Im Freibad tummeln sich am Sonnabend zur Mittagszeit ein paar Jugendliche, in der Kleingartenkolonie werkeln die Wochenendurlauber, zumindest ein bisschen Alltag scheint ins Dorfleben zurückgekehrt zu sein. Nur hinter vorgehaltener Hand und flüsternd erzählen die Bewohner, wie sehr sie die neuesten Nachrichten beschäftigen. Niemand habe geahnt, dass hinter dem Mord ein so kaltblütiger Plan steckt, sagen sie. "Mit welcher Unverfrorenheit die Täter über ein Menschenleben entschieden haben", findet einer der Gärtner "bestürzend". Und eine Anwohnerin sagt: "Ich hätte nie gedacht, dass man für ein paar Euro einen Mörder engagieren kann."

Wie berichtet, war am Freitag bekannt geworden, dass die Polizei neben dem 23 Jahre alten Freund von Christin R. zwei weitere Männer und eine Frau festgenommen hat. Robin H. soll die Tat demnach nicht selbst begangen, sondern über eine 26 Jahre alte Bekannte und deren Bruder einen Auftragsmörder angeheuert haben. Der soll sich bereit erklärt haben, Christin R. für 1000 Euro zu töten. Die Ermittler der Mordkommission waren den anderen Tatverdächtigen durch Auswertungen von Handydaten auf die Spur gekommen. Sie sitzen in Dortmund in U-Haft und sollen bald nach Berlin überstellt werden.

Während Robin H. bereits in Berlin im Untersuchungsgefängnis sitzt und die Ermordung seiner Freundin weiterhin abstreitet, haben sich die Komplizen zur Tat geäußert. Der 22 Jahre alte Auftragsmörder soll eingeräumt haben, Christin R. erwürgt zu haben. Inzwischen soll er die Tat jedoch bestreiten. Die 26-Jährige, die den Kontakt zum Auftragsmörder mithilfe ihres Bruders hergestellt hatte, hat sich hingegen ausführlich zu den Tatvorwürfen eingelassen und auch Details des Tatplans preisgegeben.

Während sie sich offenbar aus Liebe zu Robin H. an dessen Vorhaben beteiligte, soll der 23-Jährige aus Habgier gehandelt haben. Er soll es auf die Lebensversicherung abgesehen haben, die Christin R. Anfang Juni in Höhe von 245.000 Euro zu seinen Gunsten abgeschlossen hatte.

Aus Ermittlerkreisen verlautete unterdessen, dass Robin H. möglicherweise erst nächste Woche mit den Aussagen seiner Komplizen konfrontiert werden soll. Vorher sollen die Tatverdächtigen weitere Male vernommen werden, damit sich die Ermittler eine möglichst präzise Vorstellung vom Ablauf der Tat machen können.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird gegen Robin H., die 26-Jährige sowie den Auftragsmörder wegen gemeinschaftlichen Mordes ermittelt. Die Beamten gehen demnach davon aus, dass die drei Tatverdächtigen rechtlich gesehen als "Mittäter" gehandelt haben, auch wenn nur der 22-Jährige die Tat an sich umsetzte, indem er Christin R. erwürgte. Sollte das Gericht den Erwägungen der Staatsanwaltschaft folgen, könnten alle drei wie Haupttäter bestraft werden – bei Mord bedeutet das lebenslange Freiheitsstrafe.

Der Bruder der 26-Jährigen soll hingegen wegen Anstiftung zum Mord in U-Haft gekommen sein. Er war als Einziger nicht dabei, als Christin R. getötet wurde. Anstifter ist laut Strafgesetzbuch, "wer einen anderen vorsätzlich zu dessen vorsätzlich begangener rechtswidriger Tat bestimmt hat". Auf das Strafmaß hat die Unterscheidung zwischen "Mittäter" und "Anstifter" nicht unbedingt Einfluss – auch der "Anstifter" wird wie ein Täter bestraft.

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