Bauprojekt

In Mitte entstehen Wohnungen mit Pool

Zwischen Opernpalais und Friedrichswerderscher Kirche sollen Anfang 2012 Luxuswohnungen und -häuser gebaut werden. Wer künftig im noblen Stadtquartier in Berlin-Mitte wohnen möchte, muss beim Kauf bis zu 8200 Euro pro Quadratmeter hinlegen.

Foto: Bauwert

Eine bessere Lage hat Berlin nicht zu bieten. Zwischen der Friedrichswerderschen Kirche und der Intendanz der Staatsoper, angrenzend an den Garten des Kronprinzenpalais und in Blicknähe zum Berliner Dom und dem künftigen Berliner Schloss will die Bauwert-Gruppe Anfang kommenden Jahres mit dem Bau von 32 Luxuswohnungen und sieben Townhäusern beginnen. Geplant sind auch Büro- und Gewerbeflächen, zudem wird es ein Atelier- und Galeriehaus geben.

Damit auf dem Gelände kein architektonisches Einerlei entsteht, wurden sechs Architekten verpflichtet. Darunter sind die Adlon-Architekten Patzschke & Partner und das Büro nps Tchoban (DomAquaree Berlin, Federation Tower in Moskau). Das 3500 Quadratmeter große Baugrundstück wurde zuletzt als Parkplatz genutzt, "bis zum Zweiten Weltkrieg war es jedoch dicht bebaut", so Jürgen Leibfried, Geschäftsführer der Bauwert Investment Group. Es sei klar, dass sich durch das Projekt völlig neue Sichtbezüge ergeben.

Leibfried bereitet das Bauprojekt bereits seit dem Jahr 2005 vor – damals kaufte er das erste der drei Baugrundstücke, erst 2009 gelang es ihm, auch das dritte Areal direkt an der Französischen Straße Ecke Oberwallstraße zu erwerben. Eben weil das Projekt bislang freie Sichtbezüge künftig nicht mehr zulassen wird, haben die Pläne Kritiker auf den Plan gerufen.

Im Bereich des Kronprinzenpalais werden die neuen, 25 Meter hohen Gebäude bis auf fünf Meter an die Friedrichswerdersche Kirche heranrücken. Höher sind auch die Buntglasfenster des Kirchenchores nicht, die durch die Neubauten künftig verdeckt und verschattet werden, wie die Gesellschaft Historisches Berlin (GHB) sowie der Architekten- und Ingenieurverein zu Berlin (AIV) und auch die Grünen im Abgeordnetenhaus monierten. "Dabei hätten wir nach dem Bebauungsplan noch dichter bauen dürfen", verteidigt Leibfried das Projekt. Statt der zulässigen 12.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche beschränke man sich auf 9800. Das sah offensichtlich auch die Mehrheit im Bauausschuss des Abgeordnetenhauses so und verabschiedete trotz der Bedenken von Denkmalpflegern und Architekten bei der letzten Sitzung vor den Wahlen mit den Stimmen der rot-roten Koalition und der CDU den geänderten Bebauungsplan.

Fünf Meter bis zum Baudenkmal

Mit der Neugestaltung, die sich am Planwerk Innenstadt und damit am historischen Grundriss orientiert, soll auch die nur 90 Meter lange Falkoniergasse wiedererstehen. Diese Gasse, die das Areal in Nord-Süd-Richtung durchquert, wird aus "Sicherheitsgründen", wie Leibfried erläutert, nach Einbruch der Dämmerung durch Tore versperrt. Man werde keine "Gated Community", keine geschlossene Wohnanlage errichten. "Aber wir wollen dem Sicherheitsbedürfnis der Eigentümer Rechnung tragen", so der Bauwert-Chef. Schließlich gebe es links und rechts der Wohnanlage parallel verlaufende öffentliche Straßen.

Das Wohnquartier, für das nach Auskunft des Bauwert-Geschäftsführers bereits zahlreiche Reservierungen vorliegen, soll ab 26. September 2011 in die Vermarktung gehen. Im Fokus des Interesses stehen dabei die fünf Wohnungen mit bis zu 200 Quadratmeter großen Dachterrassen, die optional auch mit Swimming Pool zu haben sind. Der Durchschnittspreis für die Wohnungen und Townhäuser ist denn auch wenig aussagekräftig: Er liegt bei 8200 Euro pro Quadratmeter, wobei die günstigsten Wohneinheiten ab 4500 Euro zu haben sind und die oberste Etage "im fünfstelligen Bereich" liegen. Genauer will Leibfried die Preiskategorie nicht eingrenzen. "Der Endpreis hängt schließlich von den individuellen Wünschen der Käufer ab." Die Wohnungsgrößen variieren von 45 bis 560 Quadratmetern, die Townhäuser sind zwischen 500 und 550 Quadratmeter groß und kosten jeweils rund 3,8 Millionen Euro. Aus den bisherigen Reservierungen zeichne sich bereits ab, dass das Kaufinteresse global ist: "Wir haben Berliner wie Leute aus Übersee auf unserer Liste."

Auch Prinzessin Christa von Preußen, die das Projekt "mit Nostalgie und Begeisterung verfolgt", wie sie sagt, würde selbst gerne eine Wohnung reservieren. Schließlich sei ihr Urgroßvater Kaiser Wilhelm II. 1859 im benachbarten Kronprinzenpalais geboren worden. Deshalb sei sie froh, dass die Gegend wieder belebt werde. "Angesichts der Kaufpreise muss ich aber leider verzichten, schließlich ist unserer Familie von dem einstigen Besitz nicht viel geblieben", so die 75-Jährige.

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