01.09.2011, 18:06

Fall Börnicke Vater verbrannter Kinder in Haftanstalt verlegt

Auf einem Waldweg zwischen den Ortschaften Kremmen und Börnicke (Brandenburg) ist ein ausgebranntes Fahrzeug entdeckt worden.

Foto: Steffen Pletl

Von Dominik Ehrentraut

Der Vater der neun und zehn Jahre alten Mädchen, die in einem Auto im brandenburgischen Nauen verbrannten, steht unter dringendem Verdacht, seine beiden Töchter ermordet zu haben. Nach dem er sich von seinen Verletzungen erholt hat, wurde er nun aus dem Unfallkrankenhaus Berlin in die Justizvollzugsanstalt verlegt.

Der Vater der beiden dänischen Kinder , die vor knapp drei Wochen in einem Auto bei Nauen (Havelland) verbrannt sind, hat sich offenbar von seinen Verletzungen weitgehend erholt. Noch am Donnerstag wurde der 40-jährige Däne aus dem Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) in Marzahn entlassen und in die Justizvollzugsanstalt Brandenburg/Havel verlegt. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Potsdam mit. Am vergangenen Freitag erließ ein Richter Haftbefehl gegen Peter Thue R. Er steht unter dringendem Verdacht , seine beiden neun und zehn Jahre alten Mädchen ermordet zu haben.

Die Schwestern Marlene-Marie und Line-Sofie starben am 12. August. Ein Lkw-Fahrer entdeckte am Morgen dieses Tages den schwer verletzten Vater der Mädchen an einer Landstraße nahe der Ortschaft Börnicke (Havelland). Der Mann habe einen orientierungslosen Eindruck gemacht, teilte der Fernfahrer der Polizei später mit. Peter Thue R. führte die alarmierten Beamten zu seinem völlig ausgebrannten Pkw, der in einem nahe gelegenen Waldstück stand. Im Wagen entdeckten die Beamten dann die bis zur Unkenntlichkeit verbrannten Leichen der Mädchen. Aufgrund seiner eigenen Brandverletzungen wurde er sofort ins UKB nach Marzahn gebracht. Nach fünf Tagen konnte R. dann erstmals befragt werden. Damals gab er an, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. Die Ermittler glaubten die Version allerdings nicht und stellten den Unfall mit einem baugleichen Fahrzeug nach.

Die Rekonstruktion des Geschehens habe "erhebliche Zweifel" an den Schilderungen des Mannes aufgekommen lassen, so ein Ermittler. Zudem hatte ein toxikologisches Gutachten ergeben, dass die Kinder zum Zeitpunkt des Brandes unter Einfluss von Schlafmitteln standen. Die Polizei vermutet, dass das Motiv des Dänen im privaten Bereich liegt. R. und seine Frau sind geschieden, zuletzt tobte vor einem Gericht in Dänemark zwischen beiden ein erbitterter Streit um das Sorgerecht für die beiden Mädchen. Die Chancen des Vaters, das Sorgerecht zu bekommen, hätten schlecht gestanden, dies sei möglicherweise Auslöser für die schreckliche Tat gewesen, vermutete ein Verwandter des 40-Jährigen.

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