Katholische Kirche

Protestbündnis plant Großdemo zum Papstbesuch

Ende September kommt Papst nach Berlin. Schwule und Lesben wollen dann gegen Sexualmoral der katholischen Kirche protestieren. Sie bekommen immer mehr Unterstützer.

In Berlin schließen sich immer mehr Vereine und Verbände für Proteste während des Papstbesuchs im September zusammen. Wenn Benedikt der XVI. die Hauptstadt besucht, soll unter anderem eine große Demonstration für sexuelle Selbstbestimmung werben. "Die Aktionen sind friedlich und richten sich in keinem Fall gegen Gläubige", sagte der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg, Jörg Steinert,. Den Initiatoren gehe es darum, der "menschenfeindlichen Sexualmoral" der katholischen Kirche etwas Positives entgegenzusetzen: Freude an Sexualität und die freie Wahl von Verhütungsmitteln.

Papst Benedikt kommt vom 22. bis 25. September nach Deutschland. Seine erste Station ist Berlin, danach sind Besuche in Erfurt und Freiburg geplant. Das genaue Programm will die Deutsche Bischofskonferenz in dieser Woche bei ihrer Frühjahrs-Vollversammlung in Paderborn öffentlich machen.

Koordiniert wird der Protest gegen den Papstbesuch in der Hauptstadt vom Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg. Dem Bündnis hätten sich inzwischen mehr als 20 weitere Organisationen angeschlossen, zum Beispiel pro familia, berichtete Steinert. Die gemeinnützige Organisation berät bei Fragen zu Sexualität, Partnerschaft, Schwangerschaft und Familienplanung.

Der Lesben- und Schwulenverband kritisiert den Papst und die katholische Kirche in erster Linie für die Diskriminierung von Homosexuellen. "Da werden die Realität und die Lebensqualität von Lesben und Schwulen völlig ausgeblendet. Alles wird negativ gesehen", sagte Steinert.

Dem Bündnis gehe es neben sexueller Selbstbestimmung und der gesellschaftlichen Akzeptanz von Homosexualität auch um die Gleichberechtigung von Frauen. Es könne nicht angehen, dass sich der Papst in die Innenpolitik eines Landes und in das Privatleben einmische, kritisierte Steinert. "Seine Aussagen zu Kondomen betreffen heterosexuelle Menschen genauso wie Homosexuelle." Mit seinem Protest wolle das Bündnis die gesamte Berliner Bevölkerung ansprechen - und zum Mitmachen einladen.

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