31.10.2009, 17:48

Der große Ausverkauf Hier gibt es die Quelle-Schnäppchen in Berlin

Das pleitegegangene Versandhaus Quelle will noch Millionen Produkte verkaufen. Am Wochenende startete im Internet der wohl größte Ausverkauf in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Und heute geht es in den Shops weiter. Morgenpost Online zeigt, wo es die Schnäppchen in Berlin gibt.

Nach dem endgültigen Aus für Quelle ist der wohl größte Ausverkauf in der bundesdeutschen Geschichte gestartet. Der Versandhändler will noch 18 Millionen Waren an die Kunden bringen. Los ging es bereits am Sonntag. Um 6 Uhr wurde die Internetseite des Pleiteunternehmens ( www.quelle.de ) mit den Schlussverkaufsschnäppchen freigeschaltet.

Vertrieben werden die Restposten aber auch über die noch bestehenden Quelle-Technik-Center und in den bundesweit 1200 Quelle-Shops. In Berlin können Verbraucher in neun Technik-Centern und 18 Quelle-Shops auf Schnäppchenjagd gehen. Quelle will bis Weihnachten die Lager geräumt haben.

Der Pleiteversender wirbt mit Rabatten von 30 Prozent auf Mode, 20 Prozent auf Haushaltsartikel und zehn Prozent auf Technik. Jeden Tag soll es außerdem ein zusätzliches Sonderangebot geben.

Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen wurden laut Quelle angepasst. Der Kauf erfolgt entweder bar vor Ort oder auf Rechnung mit einer Zahlungsfrist von zwei Wochen. Ratenzahlung ist nicht mehr möglich. Kunden sollten sich auch nur auf die Zahlung per Rechnung einlassen.

Gewährleistungsansprüche fallen weg

Schnäppchenjäger sollten allerdings einiges beim Quelle-Schlussverkauf beachten. So warnt Ute Bitter von der Verbraucherzentrale Hessen davor, Waren per Vorkasse zu bezahlen. Wer im Voraus bezahlt und nichts erhält, der wird demnach zum Gläubiger des Unternehmens und sieht sein Geld wahrscheinlich nie wieder.

Wenn dem Kunden der bestellte Pullover nicht gefällt, kann er ihn innerhalb von 14 Tagen problemlos zurückschicken. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagte, dass der Umtausch nach wie vor gewährleistet werde.

Laut Verbraucherschützerin Bitter kann das Widerspruchsrecht im Versandhandel ohnehin nicht eingeschränkt werden. Selbstverständlich darf der Kunde den Pullover dann nicht getragen oder beschädigt haben.

Wer im Quelle-Ausverkauf etwas erwirbt, sollte sich allerdings bewusst sein, dass wegen der Pleite die Gewährleistungsansprüche wegfallen. Schließlich könne ein Unternehmen, das es bald nicht mehr geben wird, nicht für die Mängel geradestehen, sagte Bitter.

Anders sieht es mit der Garantie des Herstellers aus: Sie ist von der Quelle-Pleite zunächst nicht betroffen. Allerdings läuft auch sie ins Leere, wenn sie von einer Quelle-Eigenmarke kommt, etwa von Privileg.

2100 Mitarbeiter ab Montag arbeitslos

Der schnelle Start der Aktion wurde erst möglich, weil die Deutsche Post ihren Lieferstopp gegen Quelle aufhob. Diesen hatte die Post zeitweise wegen unbezahlter Rechnung verhängt, sicherte aber nun die Auslieferung der Pakete im Ausverkauf zu. Post-Chef Frank Appel sagte: "Nachdem jetzt sichergestellt ist, dass unsere Dienstleistungen bezahlt werden, fahren wir ab heute den Service wieder hoch und erbringen wie gewohnt die Leistungen."

Für den Abverkauf werden bundesweit rund 4300 Mitarbeiter vorerst noch gebraucht - die meisten davon in den Call Centern Berlin, Magdeburg und Cottbus und bei der Logistik in Leipzig. Trotz sehr angespannter Finanzlage seien die Löhne gesichert: "Wer arbeitet, wird bezahlt", versicherte Schulz. 2100 Beschäftigte dagegen stehen schon ab Montag auf der Straße.

(AP/dpa/lw/oht/apä/toto)
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