28.07.2009, 15:12

Notfahrplan S-Bahn kommt am Montag zurück auf die Stadtbahn

Die S-Bahn kommt so langsam wieder in Fahrt – früher als gedacht. Bereits ab Montag sollen unter anderem zwischen Ostbahnhof und Zoo und zum Flughafen Schönefeld wieder Bahnen verkehren. Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer forderte sogleich die nächste Verbesserung ein.

Ab kommenden Montag nimmt die S-Bahn wieder den Betrieb auf der Stadtbahn auf. Das teilten S-Bahn und Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) mit. Demnach fahren die Züge ab Montag wieder zwischen Zoologischer Garten und Ostbahnhof sowie Flughafen Schönefeld und Spandau (S9), Wartenberg (S75) und Mühlenbeck-Mönchmühle (S8). Die meisten Züge werden im 20-Minuten-Takt verkehren. "Nächstes Ziel muss es sein, auf den Strecken der Berufspendler wieder Züge im 10-Minuten-Takt fahren zu lassen", sagte Junge-Reyer nach der Senatssitzung.

Auf der Ost-West-Strecke waren zuletzt Regionalbahnen als Ersatz verkehrt. Auf anderen Strecken sind Ersatzbusse im Einsatz, so etwa zwischen Messe Süd und Wannsee. Doch dort fielen am Montag gleich drei von der Bahn gecharterte Busse aus. Wegen gravierender technischer Mängel zog die Polizei die Busse, die aus dem vorpommerschen Ueckermünde stammen, vor der Deutschlandhalle aus dem Verkehr. Die Beamten beanstandeten unter anderem Mängel an Lenkung und Fahrwerk, einen leck geschlagenen Tank sowie einen lockeren Radbolzen. Bei einem Bus bestand gar Brandgefahr. Eine Bahnsprecherin bezeichnete dies als Einzelfall.

Junge-Reyer hatte zuvor den für Personenverkehr zuständigen Bahnvorstand Ulrich Homburg und den neuen S-Bahn-Chef Peter Buchner aufgefordert, mehr zu tun, um zum normalen Angebot zurückzukehren. Die Strecke zwischen Ostbahnhof und Zoologischer Garten und den S-Bahn-Anschluss für den Flughafen Schönefeld hatte die Senatorin als die wichtigsten bezeichnet, sie sollten vordringlich wieder in Betrieb genommen werden, wenn die S-Bahn ab 10. August – wie zugesagt – pro Woche 25 Viertelzüge aus den Werkstätten zurückbekommt.

Bis zur Rückkehr zum "Regelfahrplan" wird es aber noch bis zum 1. Dezember dauern.

Das Land Berlin wird für nicht erbrachte Zugfahrten auch kein Geld an die Bahn zahlen. Bereits im August werden sieben Millionen Euro einbehalten, weil die S-Bahn im Juli nur ein Drittel des vereinbarten Angebots erbringt. Auch der Ersatzverkehr, für den die BVG, aber auch die Bahn und private Anbieter sorgen, muss allein von der S-Bahn Berlin GmbH bezahlt werden. Nach Schätzungen von Experten dürfte die Bewältigung der Krise das Unternehmen am Ende mehr als 100 Millionen Euro kosten.

(BMO)
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