09.05.2010, 19:46

Neuer Park Riesiger Andrang auf dem Flugfeld Tempelhof

Von Sabine Flatau und Anne Klesse

Mehr als 200.000 Menschen haben am Wochenende die Öffnung des Tempelhofer Feld als Park gefeiert. Spaziergänger, Radfahrer, Inlineskter und Griller füllten das Gelände, und auch den Luftraum über dem einstigen Flughafen eroberten sich die Berliner zurück.

Das Tempelhofer Feld ist am Wochenende zur großen Attraktion für die Berliner geworden. Am Sonntagnachmittag habe man etwa 125.000 Besucher gezählt, sagte Manfred Kühne, Abteilungsleiter Städtebau und Projekte in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Das übertrifft den Vortag, für den die Veranstalter eine Besucherzahl von etwa 80.000 angegeben hatten. Es sei voll geworden auf dem 380 Hektar großen Gelände, sagte Kühne.

An manchen Eingängen bildeten sich am Sonntag zeitweise Warteschlangen. Den ganzen Tag über war es schwierig, rund um den ehemaligen Flughafen einen freien Parkplatz zu finden. Doch viele kamen mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

Der große Andrang konnte die Stimmung nicht trüben. Bei lauem Maiwetter tummelten sich auf dem Gelände jede Menge Spaziergänger, Radfahrer und Skater. Viele hatten ihre Hunde dabei – im Park dürfen sie an der Leine mitgeführt werden, außerdem gibt es spezielle ausgewiesene Hundewiesen. Etliche Menschen waren auch mit Kinderwagen oder Rollstuhl unterwegs – weil die Wege allesamt ebenmäßig betoniert sind, ist das kein Problem. Auf den Grillwiesen (als "BBQ-Area" gekennzeichnet) legten einige wenige ihre mitgebrachten Würstchen auf den Rost. Auch der Luftraum blieb nicht leer. Blaue Drachen in der Form von riesigen Quallen schwebten mit ihren langen Tentakeln über dem Tempelhofer Feld. Nicht nur der Andrang, auch das Interesse der Besucher an der Geschichte und Zukunft des Flugfelds sei riesige gewesen, sagte Abteilungsleiter Kühne. "Am Infostand wurden uns die Materialien aus der Hand gerissen." Der Sonntag sei ohne politische Demonstrationen verlaufen.

Am Abend des Vortages hatten sich nach Polizeiangaben etwa 500 Personen, vorwiegend aus der linken Szene, zu einer Demonstration über das Flugfeld versammelt. Gegen 22 Uhr verließen sie das Gelände wieder. Es soll vereinzelt zu Flaschenwürfen gegen Polizeibeamte gekommen sein. Verletzt wurde niemand. Die Polizei musste brennende Müllcontainer auf dem Flugfeld löschen. In der Nacht zu Sonntag überstiegen zwei Personen den Zaun des Sommerbades Neukölln zum Flugfeld. Die Polizei erteilte Platzverweise und zeigte sie wegen Hausfriedensbruchs an.

Die Öffnungszeiten des Parks werden sich der Jahreszeit anpassen. Im Mai kann man ihn von 6 Uhr bis 21.30 Uhr besuchen, sagt Manfred Kühne. Die Zugänge seien durch große rote Ballons erkennbar. Wer zur Schließzeit noch nicht an einem der Tore ist, kann das Flugfeld durch einen der Ausgänge mit Drehkreuz verlassen. "Sie sind groß genug für Kinderwagen und Rollstuhlfahrer." Der Park wird Kühne zufolge rund um die Uhr von Sicherheitskräften bewacht.

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