12.03.2010, 16:16

Todesnachricht Berlin trauert um Hanna-Renate Laurien

Wurde 81 Jahre alt: Hanna-Renate Laurien

Foto: picture-alliance

Wurde 81 Jahre alt: Hanna-Renate Laurien Foto: picture-alliance

Die frühere Schulsenatorin und Parlamentspräsidentin Hanna-Renate Laurien ist tot. Das teilte das Erzbistum Berlin am Freitag mit. Die streitbare CDU-Politikerin, von den Berlinern wegen ihres Temperaments auch "Hanna-Granata" genannt, wurde 81 Jahre alt.

Die frühere Berliner Schulsenatorin und Parlamentspräsidentin Hanna-Renate Laurien ist tot. Das teilte das Erzbistum Berlin am Freitag mit. Die CDU-Politikerin wurde 81 Jahre alt. Die Kirche würdigte sie am Freitag als "streitbare und mutige Frau". Erzbischof Georg Kardinal Sterzinsky sagte, sie habe ihren Standpunkt als Katholikin nie verleugnet. "Wir werden ihre Stimme vermissen." Wegen ihres Temperaments und ihrer Resolutheit wurde die Christdemokratin von den Berlinern liebe- und respektvoll auch "Hanna-Granata" genannt.

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat Laurien als "hochgebildete, streitbare, ausgesprochen faire und menschliche Persönlichkeit und Politikerin" gewürdigt. "Sie strahlte eine von umfassendem Wissen und christlichem Glauben getragene Autorität im besten Sinne des Wortes aus, die ihr Achtung und Ansehen weit über die Politik hinaus verschafften", so der Senatschef. "Die Berliner haben sie gemocht. Unsere Stadt schuldet unserer Stadtältesten Dank."

Laurien übernahm 1981 im CDU-Minderheitssenat unter Richard von Weizsäcker das Ressort Schule, Jugend und Sport. 1983 konkurrierte sie mit Eberhard Diepgen um das Amt des Regierenden Bürgermeisters, der sich jedoch durchsetzte.

Nach seiner Wahl 1984 bestätigte er sie als Schulsenatorin. Nach einer Kabinettsumbildung wurde Laurien außerdem Bürgermeisterin und blieb bis zur Wahlniederlage der CDU/FDP-Koalition 1989 Stellvertreterin Diepgens.

Zum Abschluss ihrer aktiven politischen Laufbahn wurde ihr 1991 als erster Frau das Präsidentenamt des Berliner Abgeordnetenhauses übertragen. 1996 zog sie sich aus der aktiven Politik zurück. Jedoch engagierte sie sich weiter in katholischen Gremien wie dem Diözesanrat im Bistum Berlin. Zuletzt unterstützte Laurien die Initiative "Pro Reli" in Berlin.

Hanna Renate Laurien wurde am 15. April 1928 in Danzig geboren und trat mit 24 Jahren zum katholischen Glauben über. Die gelernte Lehrerin war zunächst Kultusministerin in Rheinland-Pfalz, bevor sie ihre politische Karriere in Berlin fortsetzte.

(dpa/sei)
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