Politischer Frühling

Berliner Professoren rufen zu Protesten auf

Der Politikprofessor an der Freien Universität, Peter Grottian, hat einen Aufruf zu "Demonstrationen, Streiks und zivilem Ungehorsam" organisiert. Angeschlossen haben sich ihm Wissenschaftler, Politiker und Künstler. Ihnen geht es in Zeiten der Krise um soziale Mindeststandarts, Mindestlöhne und Arbeitsumverteilung.

Sie wollen "Aufstehen zum langen Frühjahr" – Professoren der Berliner Unis – und sie rufen zum Protest auf – bis hin zu einem mehrtätigen Schülerstreik.

In einem Aufruf von Professoren, Wissenschaftlern und Liedermachern, den der Politikprofessor an der Freien Universität (FU), Peter Grottian, organisiert hat, heißt es, dass in der aktuellen Krise der "Staat eher einem Gummilöwen" gleiche. Die Autoren fordern soziale Mindeststandards und die Schaffung von 500.000 "selbstbestimmten Arbeitsplätzen", bei denen Mindestlohn gezahlt wird.

Unterschrieben haben den Aufruf, der in der "taz" veröffentlich wurde, neben Professoren wie Wolfgang Neef von der Technischen Universität und Ekkehard Krippendorf von der FU auch die Liedermacher Konstantin Wecker und Hannes Wader sowie die Schriftstellerin Daniela Dahn.

Die Autoren fordern ein "Aufstehen zu einem langem Frühjahr der Politisierung und Mobilisierung". So soll unter anderem am 28. März weltweit gegen "neoliberale Politik" protestiert werden – nationale Kundgebungen soll es in Berlin und in Frankfurt geben. Über die Route in Berlin gibt es zurzeit noch eine Auseinandersetzung mit der Veranstaltungsbehörde.

Noch ist unklar, ob die Demo wegen befürchteter Krawalle am Gendarmenmarkt enden darf. Zudem rufen die mehrheitlich linken Professoren zu Demonstrationen während des Nato-Gipfels in Baden-Baden Anfang April auf – auch wieder in Berlin. Vom 15. bis 19. Juni soll es auch einen Schüler- und Studentenstreik für bessere Bildung geben.

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