Wiederaufbau

Hans Wall will Bauakademie rekonstruieren

Der Berliner Senat hat eine erste Offerte von Hans Wall für den Wiederaufbau der Bauakademie in Mitte abgelehnt. Dabei habe es sich, nach Angaben des Unternehmers, um 15 Millionen Euro gehandelt. Nun will er mit einem neuen Angebot versuchen, den lange geplanten Wiederaufbau des Schinkel-Baus doch noch zu ermöglichen.

Foto: picture alliance/ ZB / Zentralbild

Der Berliner Unternehmen Hans Wall will mit einem neuen Angebot versuchen, den lange geplanten Wiederaufbau der schinkelschen Bauakademie doch noch zu ermöglichen. "Nächste Woche werde ich über einen neuen Vorschlag entscheiden", sagte Wall Morgenpost Online. Er ist zugleich sehr enttäuscht darüber, dass der Senat sein erstes Angebot nicht akzeptiert hat. Wall wollte eigenen Angaben zufolge 15 Millionen Euro für den vom Land gewünschten Wiederaufbau der derzeit nur als Fassadenattrappe sichtbaren Bauakademie am Werderschen Markt bereitstellen.

Der 1832 bis 1836 nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel errichtete viergeschossige Ziegelbau war im Zweiten Weltkrieg erst stark beschädigt, dann 1962 auf Geheiß der DDR-Oberen endgültig abgerissen worden.

Der Senat sprach sich 2006 für den Wiederaufbau des Hauses nach den alten Schinkelplänen aus. Um dafür private Geldgeber zu finden, startete der landeseigene Liegenschaftsfonds ein europaweites Bieterverfahren. Danach kann der Investor das 2200 Quadratmeter große Grundstück zwischen Schinkelplatz und Werderschem Markt zur Bebauung erhalten. Allerdings nur unter der Bedingung, dass er drei Viertel der Nutzfläche in dem Neubau unentgeltlich dem Verein Internationale Bauakademie Berlin zur Verfügung stellt. Der von Star-Architekt Hans Kollhoff geführte Verein will am historischen Ort eine Akademie für Architektur und Städtebau einrichten.

Europaweites Bieterverfahren

Der Chef des Liegenschaftsfonds, Holger Lippmann, wollte am Sonnabend einen Bericht des "Tagesspiegels" nicht bestätigen, nach dem das europaweite Bieterverfahren mangels Bieter gescheitert sei: "Wir sind noch dabei, die Ergebnisse des Wettbewerbs auszuwerten." Auch sollen noch Gespräche mit potenziellen Investoren geführt werden. Anfang der Woche kam dann die Bestätigung: die Suche ist gescheitert.

Ob Hans Wall dazugehört, ließ Lippmann offen. Wall hatte in seiner ersten Offerte angeboten, 15 Millionen Euro über die noch zu gründende Hans-Wall-Stiftung bereitzustellen. Um sein Risiko zu begrenzen, wollte Wall die Bausumme auf diesen Betrag "gedeckelt" wissen. "Vom Senat ist mir signalisiert worden, dass er dies nicht akzeptiert", so Wall. Die Landesregierung befürchtet offenbar, mit eigenem Geld einspringen zu müssen. Denn bisherige Kalkulationen gehen von Baukosten in Höhe von 20 Millionen Euro aus.

Wall hält diese Sorge für nicht gerechtfertigt: "Zwei Gutachten belegen, dass die Akademie für 15 Millionen Euro gebaut werden kann." Der Berliner Unternehmer hofft, dass doch noch eine Lösung für den Wiederaufbau der Bauakademie gefunden wird. Allerdings müsste das Nutzungsverhältnis geändert werden, damit "so ein Haus auch auf Dauer wirtschaftlich betrieben werden kann".

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