Friedrichshain-Kreuzberg

Hunderte demonstrieren gegen Thor-Steinar-Laden

Aus Mitte wurde Thor Steinar schon verjagt. Nun wollte das bei Rechtsextremen beliebte Modelabel ein neues Geschäft in Friedrichshain-Kreuzberg eröffnen. Und wieder gibt es Proteste. Befürchtete Krawalle blieben aus. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfälle.

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Sa, 28.02.2009, 11.17 Uhr

Hans-Christian Ströbele zur Demo

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Am Vormittag haben rund 200 Demonstranten gegen die Eröffnung eines Ladens der bei Rechtsextremen beliebten Modemarke Thor Steinar protestiert. Zu der Demonstration vor dem "Thor-Steinar-Outlet" in der Petersburger Straße 94 im Stadtteil Friedrichshain hatten die Berliner Grünen aufgerufen. Unter den Demonstranten waren auch der Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, Franz Schulz (Grüne), sowie der Grünen-Bundestagsabgeordnete Hans-Christian Ströbele. Polizei hatte die Fensterscheiben des Ladens vorsorglich gesichert. Der Protest verlief nach Polizeiangaben ohne Zwischenfälle.

Thor Steinar ist ein bei Rechtsradikalen beliebtes Modelabel und dient nach Erkenntnis der Sicherheitsbehörden in der rechten Szene als Erkennungszeichen. In Berlin hat es bereits mehrfach Proteste gegen die Eröffnung von Geschäften gegeben, die die Marke "Thor Steinar" führen. Der Inhaber eines Kleidungsgeschäfts in Mitte wurde im Oktober 2008 dazu verurteilt, das Geschäft in der Rosa-Luxemburg-Straße zu räumen. Ähnlich entschieden auch Richter über Läden in Leipzig, Magdeburg und Hamburg.

Auch verschiedene Institutionen verweigern inzwischen Besuchern mit Thor-Steinar-Kleidung den Zugang zu ihren Einrichtungen: so etwa die Fußballvereine Hertha BSC, Werder Bremen und der FC St. Pauli sowie der Deutsche Bundestag und der Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Die Berliner Polizei leitete mehrfach Disziplinarverfahren gegen Polizisten ein, die im Dienst Thor-Steinar-Kleidung trugen.

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