Kriminalität

Das Wochenende der Gewalt bei der BVG

An diesem Wochenende sind erneut eine Reihe von Fahrgästen und Bedienstete der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) angegriffen worden. Außerdem wurden wieder Fahrzeuge beschädigt. Die CDU fordert jetzt, Gewalttätern ein Hausverbot für Bahnhöfe sowie für Busse und Bahnen zu erteilen.

Erneut ist es zu gewalttätigen Übergriffen auf Fahrzeuge, Bedienstete und einen Fahrgast der BVG gekommen: Die Polizei meldet allein für den vergangenen Sonnabend insgesamt sieben Attacken, Beamte konnten einen Täter festnehmen. Die CDU fordert ein Haus- und Mitfahrverbot für Schläger und Zerstörer, in einer Woche wird im Innenausschuss über einen entsprechenden Antrag entschieden.

Der erste Zwischenfall ereignete sich am Sonnabend gegen 17.45 Uhr in Wittenau: Fünf Jugendliche waren zuvor an der Tessenowstraße zugestiegen und hatten das Oberdeck mit Farbstiften beschmiert. Der 50 Jahre alte Fahrer stoppte, forderte sie per Lautsprecher auf, dies zu unterlassen und ihre Personalien bei ihm abzugeben. Einer der Randalierer ging zu dem Fahrer, schlug ihm ins Gesicht und flüchtete mit seinen Begleitern.

Wenig später beobachteten zwei Polizisten außer Dienst in Buckow, wie ein Jugendlicher einem anfahrenden Bus nahe der Haltestelle Alt-Buckow nachlief und das Heck mit Farbe besprühte. Der 15-Jährige wurde festgenommen und alarmierten Kollegen übergeben. Nach einer erkennungsdienstlichen Behandlung wurde der junge Mann wieder auf freien Fuß gesetzt.

Gegen 18.30 Uhr stiegen an der Haltestelle Osloer Straße in Wedding zwei Unbekannte in einen Bus der Linie 125 und pöbelten grundlos Gäste an. An der Kreuzung Schweden- Ecke Residenzstraße verwies der Fahrer sie des Fahrzeugs. Beide holten den Bus zu Fuß jedoch wieder ein und wollten an der Reginhardstraße wieder zusteigen, was ihnen verweigert wurde. Der Fahrer stellte die beiden auf dem Gehweg zur Rede, als der 26-Jährige nach dem Streitgespräch wieder einstieg, wurde ihm von einem Täter in den Rücken getreten, der andere bespuckte das Opfer. Anschließend flüchteten die Schläger, der Fahrer klagte über Schmerzen im Rücken. Dennoch setzte er seine Tour fort.

An der Endhaltestelle Langenbeckstraße in Friedrichshain stellte der Fahrer der Tramlinie M8 gegen 21.20 Uhr eine beschädigte Fensterscheibe fest. Unbekannte hatten sie mit einem Gegenstand zum Springen gebracht, Fahrgäste wurden dadurch nicht verletzt.

20 Minuten später betraten mehrere Jugendliche an der Haltestelle Konzer Platz in Frohnau einen Bus der Linie 125. Der 46-jährige Fahrer beobachtete über den Rückspiegel, wie die jungen Männer im hinteren Teil des Wagens eine Flüssigkeit gegen die Fenster spritzten. An der Haltestelle Am Pilz flüchteten sie aus dem Bus. Die Feuerwehr schloss aus, dass es sich um Flusssäure handelt, dennoch wurde das Fahrzeug durch ein anderes ersetzt. Menschen kamen nicht zu Schaden.

Gegen 22.40 Uhr warfen schließlich Unbekannte an der Niemegker Straße in Marzahn einen Gegenstand gegen eine fahrende Straßenbahn, dabei wurde eine Seitenscheibe beschädigt.

Die Berliner CDU hat wegen der nicht abnehmenden Zwischenfälle im öffentlichen Personennahverkehr ein Umdenken im Umgang mit Aggressoren gefordert. "Wir haben einen Antrag auf den Weg gebracht, der vorsieht, Schlägern und Zerstörern ein Hausverbot für Bahnhöfe und Fahrzeuge zu erteilen", so Peter Trapp, Vorsitzender des Polizeiarbeitskreises der CDU. "In der kommenden Innenausschusssitzung in sieben Tagen soll darüber beraten und abgestimmt werden."

Die Chancen für eine Umsetzung der Konzeption erachtet Peter Trapp als gut. "Wenn es möglich ist, einschlägig bekannten Hooligans ein Stadionverbot zu erteilen, sollte an dieser Stelle ähnliches möglich sein." Polizei, Politik und Gesellschaft müssten nach dieser nicht Abreißen wollenden Serie von zum Teil brutalen Angriffen auf Menschen und Material reagieren und nicht tatenlos mit ansehen, wie die Angst der Bevölkerung vor der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel immer mehr zunimmt. "Wie soll ich jemanden aus Klimaschutzgründen zum Nutzen von Bussen und Bahnen überzeugen, wenn ich gleichzeitig nicht für seine Sicherheit garantieren kann?"

Denn erneut ist auch ein Fahrgast Opfer eines Verbrechens in einem Bus geworden: Ein Unbekannter hatte gestern gegen 2.35 Uhr einen 19-Jährigen in einem Fahrzeug der Linie N20 in Wittenau mit einem Messer bedroht und Geld und ein Handy erbeutet. An der Oranienburger Straße gelang dem Räuber die Flucht, die örtliche Kriminalpolizei hat die Ermittlungen übernommen. Hinweise zu dem Täter nimmt jede Polizeidienststelle entgegen.

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