Berlins neue Megahalle

20 verletzte Polizisten bei O2-World-Eröffnung

Randalierer haben die Eröffnung von Berlins größter Halle durcheinander gebracht. Rund 1000 geladene Gäste kamen zur Premierenfeier in die O2 World. Überschattet wurde die festliche Veranstaltung von gewalttätigen Protesten. 20 Polizisten wurden verletzt, als eine vermutlich mit Säure gefüllte Flasche platzte. Die Polizei nahm zahlreiche Störer fest.

Während im Inneren der O2 World 1000 geladene Gäste die Eröffnung der Multifunktionshalle feierten, beteiligten sich draußen etwa genauso viele Menschen an den Protesten gegen die neue Arena. Nach zunächst friedlichem Beginn kam es im Laufe des Abends wiederholt zu Ausschreitungen. Dabei gab es zahlreiche Festnahmen, über die genaue Zahl wurde zunächst allerdings nichts bekannt. Am Donnerstag Morgen sprach die Initiative Media Spree von "unverhältnismäßiger Gewaltausübung" der Polizei.

Die ersten Krawalle gab es kurz nach 20 Uhr, als mehrere Demonstranten die vor der Halle aufgebaute Bühne des Radiosenders "Spreeradio" stürmten. Nach Schilderungen von Augenzeugen wurde ein Moderator des Senders angegriffen und verletzt, zudem wurden Teile des Bühnenaufbaus verwüstet. Der Polizei sei es allerdings innerhalb kurzer Zeit gelungen, die Lage unter Kontrolle zu bringen, sagte Polizeisprecherin Heike Nagora am Abend.

Zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen Einsatzkräften und Demonstranten kam es auch, als die Polizei gegen mehrere Personen vorging, die es geschafft hatten, in den Eingangsbereich der Halle vorzudringen. Sie hatten einem Aufruf folgend den Versuch gestartet, sich in festlicher Kleidung unter die geladenen Gäste zu mischen. Die meisten Versuche endeten nach Angaben von Polizeisprecherin Nagora bereits an den Absperrungen.

Diejenigen, die es weiter geschafft hatten, wurden von den Einsatzkräften schnell wieder aus der Halle gebracht. Dabei gab es vereinzelt Widerstand. Die Polizei sprach in dem Zusammenhang von einem konsequenten Vorgehen, aus Kreisen der Demonstranten wurde dagegen der Vorwurf erhoben, die Einsatzkräfte seien mit brutaler Gewalt vorgegangen.

Einen ersten Zwischenfall hatte es bereits am frühen Abend am Kottbusser Tor gegeben, von wo einer der beiden angemeldeten Demonstrationszüge gestartet war. Bei einer Personenkontrolle fiel eine Flasche aus dem Rucksack des Kontrollierten auf den Boden und zerschellte. Da der Verdacht bestand, beim Inhalt der Flasche könne es sich um eine Säure handeln, wurde der Fundort sofort abgesperrt und 20 beteiligte Polizisten vorsorglich im Krankenhaus untersucht. Berichte, die Flasche habe Phosphorsäure enthalten, blieben zunächst unbestätigt. Weitere Zwischenfälle gab es während der Demo nicht.

Zu den Protesten hatte die Initiative "Media-Spree versenken" aufgerufen. Die Gruppe protestiert bereits seit Langem gegen das geplante Bauprojekt am Spreeufer, zudem auch die neue O2 World gehört. Die Protestaktionen waren unter Auflagen genehmigt worden. So mussten die Abschlusskundgebungen in mindestens 300 Metern Entfernung zur Halle stattfinden. Die Polizei hatte das Areal weiträumig abgesperrt. Dadurch kam es im Umfeld zeitweilig zu massiven Verkehrsbehinderungen.

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