09.01.09

Gesundheit

Grippewelle erreicht Berlin und das Umland

Schniefen, niesen, Nase putzen - in Berlin grassieren die Grippeviren. Auch jetzt kann man sich noch gegen die Grippe impfen lassen. Allerdings sollte man sich mit dem Arztbesuch beeilen, denn ein echter Schutz tritt erst ein bis zwei Wochen nach der Impfung ein.

Von Tanja Kotlorz
Foto: Infografik WELT ONLINE

Tödliche Influenza: Geschätzte Zahl der Grippetoten in Deutschland. Betroffen sind vor allem alte Menschen und Personen mit bestimmten chronischen Grunderkrankungen.

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Die Grippewelle rollt in Deutschland etwas früher an als in den vergangenen Jahren, berichtete am Freitag die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI). Auch für Berlin meldet die aktuelle Grippe-Deutschland-Karte der AGI eine "deutlich erhöhte Aktivität" der Grippeviren. Gekennzeichnet wird dies durch eine orangefarbene Markierung auf der Landkarte. Tiefrote Flecken weisen dagegen sogar einige Landstriche in Brandenburg auf. Dort herrscht laut AGI schon eine "stark erhöhte" Virenlast.

In der Praxis des Allgemeinmediziners Thomas Georgi in Prenzlauer Berg ist indes noch keine Grippewelle angekommen. "Es kommen aber viele Patienten mit grippalen Infekten in meine Praxis", sagt der Kassenarzt. Die Patienten litten unter hohem Fieber, Gliederschmerzen, Schnupfen und Husten. Schon seit Weihnachten versorgt der Mediziner in erster Linie Patienten mit grippalen Infekten. In solchen Fällen rät Georgi zu strikter Bettruhe, fiebersenkenden Mitteln und Hühnersuppe. "Heißer Tee und viel Zitrone können auch nicht schaden", sagt der Hausarzt.

Nach Angaben des Mediziners und der Sprecherin des Robert Koch Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, könne man sich jetzt noch gegen die Grippe schutzimpfen lassen. Allerdings sollte man sich mit dem Arztbesuch beeilen, denn ein echter Impfschutz trete erst ein bis zwei Wochen nach der Impfung ein.

Zu den Risikogruppen zählen Personen über 60 Jahre, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens, wie chronische Lungen-, Herz-Kreislaufkrankheiten oder Diabetes. Zur Grippevorsorge wird auch Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen geraten. Aber auch Personen, die einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind, wie medizinisches Personal, sollten sich impfen lassen gegen die Viren.

Wer sich nicht mit grippalen Infekten oder den echten, lebensgefährlichen Grippeviren (jährlich sterben bundesweit 5000 bis 8000 Menschen an den Folgen einer Grippe) anstecken möchte, der sollte möglichst größere Menschenansammlungen meiden, rät der Mediziner Thomas Georgi. Denn übertragen werden diese Krankheiten durch Tröpfcheninfektion. Dabei werden die Ausatmungströpfchen kranker Menschen eingeatmet.

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