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Film: Sunshine Barry und die Discowürmer

Pop im Untergrund

Wurmfrau Gloria sieht durch die Glasscheibe den Sonnenaufgang und beginnt zu singen: "First I was afraid, I was petrified..." So beginnt die große Hymne "I will survive" von US-Sängerin Gloria Gaynor. Zum ersten Mal merkt die Wurmfrau, was wirklich in ihr steckt, und singt aus voller Kehle.

Sie trifft jeden Ton so perfekt, dass Barry und die anderen Bandmitglieder, also quasi "Band-Würmer", zu ihr aufschauen. Doch als die Sonne ganz oben ist, öffnet ein Angler die Glasscheibe und will alle an einen Anglerhaken hängen. Doch genau darum geht es ja oft im Leben und jetzt eben auch im Film "Sunshine-Barry und die Discowürmer": So manche Person kann mehr, als die Umwelt ihr zutraut. Und wer könnte das besser illustrieren als Würmer, die nun wirklich am unteren Ende der Nahrungskette herumkriechen?

Der aus Kopenhagen stammende Thomas Borch Nielsen hat diese unterschätzte Spezies ausgesucht und zeigt mittels großer Computeranimation, dass Würmer mit ihrer Schwanzspitze nicht nur den "Pulp Fiction" tanzen können, sondern auch in die Hände klatschen.

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Die deutsch-dänische Koproduktion tritt damit in große Fußstapfen, haben doch Pixar mit "Das Große Krabbeln" und Dreamworks mit "The Bee Movie" bereits kleine Tiere digital ganz große Geschichte erzählen lassen. Das europäische Projekt muss sich trotz des fehlenden 3D-Standards hinter den Konkurrenten nicht verstecken. Die Discokugel leuchtet in den gleichen Regenbogen-Farben wie die Luftballons in dem gerade in die Kinos gekommenen "Oben".

Außerdem sind die Figuren in "Sunshine-Barry" so liebevoll animiert und mit Leben erfüllt, dass man ihnen die digitale "Dreadlock-Frisur" verzeiht. Schließlich sind auch tausend "einzeln animierten Haare" nicht natürlicher anzusehen.

Einziger Abstrich ist der etwas holprige Klamauk-Humor, wie die brennende Regenwurmschwanzspitze zum Beispiel. Da hätte man sich mehr Einfallsreichtum gewünscht, damit auch die Eltern Spaß unter Barrys Discokugel haben. Gelungen ist zumindest die Synchronisation des dänischen Originals. Die Stimmen der deutschen Comedians Dirk Bach, Herbert Feuerstein und vor allem Hella von Sinnen passen sich derart gut ihren Rollen an, dass man glaubt, ihre Gesichter im Wurm wiederzuerkennen.

Überhaupt gibt es viele Déjà-vu-Erlebnisse. So musste im US-Film "In & Out" Kevin Kline unfreiwillig bei Gloria Gaynors "I will survive" mittanzen. Ähnlich geht es Barry, als er die Disco-Platte entdeckt. Einer der wohl schönsten Momente im Film. Wenn's nicht klappt, kann er immer sagen: "Blame it on the Boogie". Das muss jetzt sein: Ein Ohrwurm!

Animation : Dänemark/Deutschland 2008, 79 Min., von Thomas Borch Nielsen, Sprecher: Ben, Hella von Sinnen, Dirk Bach, Herbert Feuerstein, Roberto Blanco

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