16.12.12

Vor dem Fest

Wo Berliner Weihnachtsbäume selbst schlagen können

Vor Weihnachten machen sich wieder viele Familien auf in den Brandenburger Wald. Mit Axt und Säge bewaffnet fällen sie ihre Tanne selbst.

Von Andreas Gandzior

Weihnachtsbäume selbst schlagen 2012
Morgenpost Online 2012, Daten: Landesbetrieb Forst Brandenburg (forst.brandenburg.de)



"Schmückst Du schon, oder sägst Du noch?" Sehr frei nach der Werbung eines großen Möbelhauses ist diese Frage gut eine Woche vor Heiligabend berechtigt. Denn immer mehr Großstädter kaufen ihren Weihnachtsbaum direkt im Wald.

Viele Tausende Familien verbinden einen Winterausflug in den Forst mit dem Kauf eines Weihnachtsbaumes. Ausgerüstet mit Axt, Säge und Beil geht es der Tanne an den Stamm.

Egal, ob Kiefer, Fichte oder Tanne, im Berliner Umland können auch in diesem Jahr an vielen Orten Weihnachtsbäume selbst geschlagen werden. Neben privaten Forstunternehmen bietet auch wieder der Landesbetrieb Forst Brandenburg Weihnachtsbäume und Schmuckreisig aus den Landeswäldern an. Zum diesjährigen Weihnachtsfest hat der landeseigene Betrieb überwiegend Kiefern, Schwarzkiefern, Fichten und Douglasien im Angebot.

Weihnachtsbäume selbst schlagen 2012
Morgenpost Online 2012, Daten: Landesbetrieb Forst Brandenburg (forst.brandenburg.de)



"Bei diesen Bäumen ist nicht jeder Ast gerade. Dafür aber stammen sie aus dem Brandenburger Wald vom Förster und sind frisch", sagte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) zu Beginn der Weihnachtsbaumsaison. "Mit dem Weihnachtsbaumeinschlag bietet sich auch die Möglichkeit, einen vorweihnachtlichen Ausflug in den Wald zu unternehmen." Auch wenn die Preise im Vergleich zum Vorjahr nach Angaben der Brandenburger Forsten leicht gestiegen sind, sind sie häufig günstiger als an anderen Verkaufsstellen in der Stadt. Und auf jeden Fall frischer.

Preise unterscheiden sich nach Baumart und -größe

Die Preise der Brandenburger Forstbetriebe unterscheiden sich je nach Weihnachtsbaumart und Größe. Für den laufenden Meter selbst gefällten Weihnachtsbaum aus Brandenburger Besitz gelten folgende Richtwerte: Kiefer oder Schwarzkiefer 9 bis 11 Euro, Fichte oder Douglasie 9,50 Euro bis 11 Euro, Stechfichte oder Küstentanne 12,50 Euro bis 13,50 Euro und Nordmanntanne 14 bis 16 Euro. Ein Bund (zu je 2,5 Kilogramm) Schmuckreisig von der Fichte kostet ungefähr 4,50 Euro, Weymouthskiefer und Douglasie kosten je Bund ungefähr 5 Euro. "Es kommen jedes Jahr mehr Familien, um sich ihren Weihnachtsbaum im Wald auszusuchen und selbst zu schlagen.

Ähnlich, wie immer mehr Menschen ihre Lebensmittel im Bio-Supermarkt einkaufen, kaufen immer mehr ihren Weihnachtsbaum direkt im Wald", sagt Gerald Mai, Inhaber des Werderaner Tannenhofes, ein privat geführtes Forstunternehmen. "Die Kunden möchten einen frischen Baum aus der Region und sie möchten sehen, woher er kommt." Mai weist aber auch darauf hin, dass größere Bäume, also länger als vier Meter, aus Sicherheitsgründen nicht selber geschlagen werden dürfen.

Werkzeug sowie eine Karre, um den Baum aus dem Wald zu holen, werden gestellt. Mitarbeiter machen am Stand den Stamm auf Wunsch auch passend für den Ständer und netzen ihn für den Transport ein. Auf Wunsch wird der Baum sogar nach Hause geliefert.

In Berlin ist Selberschlagen verboten

Bäume zum selbst schlagen bis ungefähr drei Meter Länge und bereits frisch geschlagene Nordmanntannen und Blaufichten bis 2,50 Meter Länge bietet auch die private Weihnachtsbaumschonung Mellensee an. "Unsere Bäume wachsen ohne den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden auf", sagt Eigentümer Jörg Martin. Angeboten werden dort auch Blaufichten mit Wurzelballen ab 19,99 Euro. "Auf Wunsch sind die Bäume zum wieder Auspflanzen auch in einem großen Topf mit Wurzelballen und kostenloser Pflanzanleitung erhältlich", sagt Martin. "Die Kunden können den Baum auch vor Ort selber eintopfen."

In Berlin besteht nicht die Möglichkeit, Weihnachtsbäume legal selbst zu schlagen. Und wer illegal mit Axt und Säge unterwegs ist, dem droht ein hohes Bußgeld. "Die Höhe des Bußgeldes hängt vom wirtschaftlichen Wert des Baumes ab", sagt Thorsten Wiehle, Sprecher der Berliner Forsten. "Es liegt zwischen 400 Euro und 50.000 Euro."

Mehr über Weihnachten in Berliner erfahren Sie HIER.

Im interaktiven Adventskalender erklären Kinder per Video Weihnachten.

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