Käuferportal

Ein Portal, das immer den richtigen Anbieter findet

Käuferportal vermittelt per Internet beratungsintensive Geschäfte wie Anbieter für eine neue Küche oder Immobilienmakler – und will kräftig wachsen.

Foto: Käuferportal

In Berlin gibt es keine Nische, die nicht noch groß genug wäre für einen Weltmarktführer. Zumindest legen das die Mitteilungen vieler Berliner Start-ups nahe. Wenn sich ein Unternehmen wie Käuferportal erst einmal auf den deutschen Markt beschränkt, erscheint das irgendwie bescheiden. Oder professionell. "Wir sind Marktführer in Deutschland – und wollen das ausbauen", sagt Robin Behlau. Er hat Käuferportal Mitte 2008 mit Mario Kohle gegründet. Das Unternehmen vermittelt über das Internet beratungsintensive Geschäfte. "Also alles, was teuer ist", sagt Behlau.

Will sich ein Hauseigentümer eine Solaranlage aufs Dach bauen, vermittelt Käuferportal bis zu drei Handwerksbetriebe aus der Region. Wollen sich Mieter eine neue Küche kaufen, ein Unternehmen neue Drucker samt Wartungsvertrag empfiehlt Käuferportal die "passenden Anbieter", so Behlau. Seit September vermittelt das Unternehmen auch Makler für den Immobilienverkauf in Berlin, München und Düsseldorf. Rund 1000 sind es mittlerweile im Monat. Die Anbieter werden nicht nur nach Erfahrung, Referenzobjekten oder Preis ausgesucht, sondern auch nach Kundenbewertungen und der Solvenz. Die Unternehmen werden zudem vor Ort auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft.

Die mittlerweile mehr als 300.000 Kundenbewertungen für über 3300 Unternehmen macht das Unternehmen von diesem Montag an in einer Art Branchenbuch öffentlich. Auch die Auftraggeber selbst durchlaufen eine Prüfung. Darüber hinaus werden in Kundengesprächen die Details des Auftrags ermittelt. "Was wir machen, ist beratungsintensiv", so Behlau.

Mehr als 14.300 Anbieter im Netzwerk

Mehr als 1,7 Millionen Produktanfragen hat das Unternehmen nach eigenen Angaben seit 2008 so bearbeitet. 2013 seien Produkte und Aufträge im Wert von mehr als einer halben Milliarde Euro vermittelt worden. Käuferportal zähle mittlerweile mehr als 14.300 Anbieter in seinem Netzwerk, darunter vor allem klein- und mittelständische Unternehmen, aber auch Konzerne wie Bosch, Siemens oder ThyssenKrupp. "Wir sind aber vor allem das Tor zum Internet für regionale Anbieter", sagt Behlau.

Von den Firmen erhebt das Unternehmen keine Provision sondern eine Gebühr für die Vermittlung. "Damit bleiben wir unabhängig", sagt Behlau. Der Umsatz soll sich auf einen zweistelligen Millionen-Betrag belaufen, das Unternehmen arbeite profitabel. Details sind nicht bekannt. "Wir haben von Beginn an Geld verdient", sagt Behlau nur. "Und es immer wieder ins Unternehmen gesteckt." Als Zwei-Mann-Unternehmen in der heimischen Wohnung in Hellersdorf gestartet, arbeiten heute mehr als 250 Beschäftigte in den Käuferportal-Büros an der Friedrichstraße. Neueinstellungen sind geplant.

Käuerportal wollte selbstbestimmt bleiben

Für die Profitabilität spricht, dass sich die Unternehmensgründer bei der letzten Finanzierungsrunde im Frühjahr gegen die Beteiligung von Wagnisfinanzierern entscheiden konnten und stattdessen einen Millionen-Kredit bei der Investitionsbank Berlin aufgenommen haben. Das Darlehen beläuft sich auf insgesamt 3,3 Millionen Euro, mit dem die Plattform ausgebaut wird.

"Wir wollten auch keine weiteren Anteile abgeben, sondern selbstbestimmt bleiben", sagte Behlau über die Entscheidung für einen Kredit. Außerdem überlege man sich bei Fremdkapital genauer, was man mit dem Geld mache. "Wir wollen nachhaltig wachsen." Zuvor hatten Wagnisfinanzierer wie Lukasz Gadowskis Berliner Investmentboutique Team Europe oder die Nordwest-Zeitung rund drei Millionen Euro investiert., das ursprünglich als Einkaufsportal für klein- und mittelständische Unternehmen an den Start gegangen war. Erst 2010 hatte sich Käuferportal auch für Privatkunden geöffnet. Mit dem frischen Geld bauen die Gründer derzeit das Portal weiter aus. – und wollen auch den Schritt ins europäische Ausland wagen. "Wir wollen schrittweise Aufträge europaweit vermitteln", sagt Behlau. Aber vorerst gelte es, in Deutschland die unumstrittene Nummer 1 zu sein.

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