Internetdienstleister Jan Beckers Hitfox kauft Big-Data-Spezialisten Datamonk

Foto: HitFox

Der Berliner Internetdienstleister Hitfox ist in kürzester Zeit mit der Vermarktung von Computerspielen groß geworden. Jetzt erweitert er sein Geschäftsfeld abseits der Spielebranche.

Jan Beckers Hitfox-Gruppe hat das Berliner Big-Data-Unternehmen Datamonk übernommen. Zugleich hat der Berliner Internetdienstleister den Online-Vermarkter Apploop gestartet, der weltweit Produkte und Dienstleistungen vermarkten soll. Beides teilte Hitfox am Donnerstag mit.

Damit erweitert Beckers das Geschäftsfeld der bislang auf die Vermarktung von Online- und mobilen Spielen spezialisierten Gruppe. Zum einen befreit sich Hitfox so aus der Abhängigkeit vom Spielemarkt, der durch den Erfolg mobiler Spiele derzeit allerdings massiv wächst.

Zum anderen besitzt die Gruppe Erfahrungen und technische Lösungen im Mobil-Geschäft, die auch in anderen Digitalbranchen wie zum Beispiel von Reise- oder Partnervermittlern nachgefragt werden.

Apploop soll diese Erfahrungen zu Geld machen. Das von Hitfox mit einer Million Euro Startkapital ausgestattete Unternehmen ist seit Jahresbeginn aktiv, bringt Produkte und Dienstleistungen in 50 Ländern zu potenziellen Kunden im Netz. Der monatliche Umsatz seit Jahresbeginn liege im mittleren sechsstelligen Bereich, teilte Hitfox mit. Geführt wird das Unternehmen von Stefan Benndorf und Hugo Gersanois.

Datamonk analysiert Nutzerverhalten

Datamonks Big-Data-Lösungen ermöglichen es wiederum aufgrund von in Echtzeit analysiertem Nutzerverhalten spezialisierte Werbung oder Marketingaktionen auf Smartphones oder Computerbildschirmen zu platzieren. Die Technologie könne mehrere hundert Millionen mobile Endgeräte weltweit zielgruppengerecht nach den demografischen Attributen ihrer Nutzer wie Alter oder Geschlecht sowie nach Verhaltens- und Nutzungsmustern segmentieren.

Damit wird es Unternehmen möglich, ihre Angebote nur an diejenigen Kunden zu versenden, die eine Affinität zu dem Produkt haben. "Wir haben Datamonk selbst aus Kundenperspektive schätzen gelernt und waren beeindruckt von den Möglichkeiten ihrer Technologie", so Beckers.

Hitfox wächst auf mehr als 200 Mitarbeiter

Datamonk ist bereits 2011 von Sebastian Sujka, Garry Merrett und Thorsten Bleich gegründet worden. Das Unternehmen beschäftigte zuletzt zwölf Mitarbeiter, die allesamt zu Hitfox gewechselt sind. Die 2011 von Beckers mit Hanno Fichtner und Tim Koschella gegründete Hitfox-Gruppe wächst damit auf über 200 Mitarbeiter.

Zur Hitfox-Gruppe gehören bereits der Spielvermarkter Applift, der Werbevermarkter Ad2Games und die Empfehlungsplattform Gamefinder. Die Firmen sind unter dem Holding-Dach der Hitfox gebündelt, die Beckers wiederum zu einem Inkubator für Dienstleistungs-Start-ups ausbaut. Ursprünglich hatte Beckers vor, jedes Jahr aus einer bei Hitfox geborenen Geschäftsidee eine Firma zu gründen, die einer der Mitarbeiter übernimmt.

Gruppe will in diesem Jahr weitere 100 Arbeitsplätze schaffen

In diesem Jahr will Beckers noch zwei bis vier weitere Unternehmen starten, die höchstwahrscheinlich ebenfalls im Big-Data-Geschäft aktiv sein werden. Mehr als hundert weitere Arbeitsplätze sollen entstehen.

Hitfox gehört zu den am schnellsten wachsenden Berliner Start-ups. Die in 100 Ländern aktive Gruppe hat ihren Sitz in Berlin, dazu Niederlassungen in San Francisco, Seoul und Paris.

Hitfox wird mit 150 Millionen Euro bewertet

Drei Jahre nach der Gründung hat die Gruppe 2013 bei einem mittleren zweistelligen Millionen-Umsatz einen Gewinn von mehr als 15 Millionen Euro erwirtschaftet. Einen Teil der Summe hat Beckers genutzt, um weitere Anteile zurückzukaufen, die der Berliner Startup-Finanzierer Team Europe hielt. Damit dürfte Hitfox nunmehr mit mehr als 150 Millionen Euro bewertet werden.

Gut 90 Prozent der Hitfox-Anteile werden jetzt von Gründern, Management und einem großen Teil der Belegschaft gehalten. Die restlichen Anteile liegen vor allem beim Wagnisfinanzierer Holtzbrinck Ventures.

Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter