Technologie Berlin zeigt sich auf Cebit als facettenreiche Gründerstadt

Foto: Alex Schelbert / Microsoft

Zahlreiche Start-ups aus Berlin präsentieren auf der Technologiemesse Cebit in Hannover ihre Erfindungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel besuchte die Gründer aus der Hauptstadt.

Berlin präsentiert sich auf der Technologiemesse Cebit in Hannover als facettenreiche Gründerstadt. Zahlreiche Start-ups zeigen ihre Produkte einem Fachpublikum. Und auch der Politik: Bundeskanzlerin Angela Merkel machte bei ihrem Rundgang am Stand von Microsoft Station, wo das Berliner Start-up Pinio seine Video-Diskussionsplattform präsentierte und die Kanzlerin zur ersten Online-Diskussion einlud.

Das Team der Meinungsplattform Pinio gehört zu den Teilnehmern der ersten Klasse des Microsoft Ventures Accelerators in Berlin. Anstelle klassischer Textkommentare können Nutzer auf Pinio via 30-Sekunden-Videos miteinander diskutieren. "Unser Ziel ist es, die Diskussionskultur im Netz zu verbessern, indem wir sie persönlicher machen", sagt Gründer Markus Gilles.

Merkels erstes Mikrovideo

Anlässlich des Merkel-Besuches hatten Gründer und Investoren in Videostatements gesagt, was sie von der Politik erwarten. Die Kanzler diskutierte zwar nicht direkt mit, versicherte aber in einer eigenen, am Messestand aufgezeichneten Mikrovideo, sie werde sich die Clips in Ruhe ansehen und darauf antworten.

Pinio

Beim Abräumen von Preisen und Auszeichnungen schlugen sich die Berliner Gründer gut. Zwei Berliner Start-ups sind unter den 50 Finalisten des Wettbewerbs Code_n14: Die Sablono GmbH mit ihrer Software BimTime, ein 3D-Modell-Terminplaner für die Bauwirtschaft, sowie das Start-up mapegy, das einen Technologieradar für Firmen entwickelt hat. Mapegy versorgt Unternehmen mit strategischen Daten, indem es unter anderem Patente, die wissenschaftliche Literatur und die Presse auswertet.

Drei Preise beim Innovation Award

Alle drei Preise des Innovation Award gehen in die Region Berlin. Die vom Bundesbildungsministerium und der Deutschen Messe ausgeschriebenen Preise in Höhe von insgesamt 100.000 Euro erhalten Fiberio, Shoutr und Kinematics. Christian Holz und Sven Köhler entwickelten ihr Forschungsprojekt Fiberio am Human-Computer Interaction-Lehrstuhl am Hasso-Plattner-Institut (Potsdam). Fiberio ist ein berührungsempfindlicher Großbildschirm, der Fingerabdrücke während der Nutzung in Sekundenschnelle identifiziert. Die Android-App Shoutr, ein Projekt der Humboldt-Universität, ermöglicht den Austausch von Bildern und Musik mit Smartphones, die sich in den Nähe befinden. Und Kinematics (Bernau) hat einen Roboterbaukasten entwickelt, mit dem Kinder ohne Computerkenntnisse lernfähige Roboter bauen können.

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel zeichnete die Preisträger des Gründerwettbewerbs aus: Vergeben wurden Hauptpreise in Höhe von 30.000 Euro. Zwei der Hauptpreise gingen an Berliner Start-ups: der erste an das Start-up Coire mit seiner Lösung zum automatischen Synchronisieren elektronischer Musikinstrumente beim gemeinsamen Musizieren. Das Start-up aus dem Centre for Entrepreneurship der Technischen Universität ermöglicht es Musikern, ihre Smartphones, Tablets und Computer drahtlos miteinander zu verknüpfen und mit den Geräten Musik zu machen. Der zweite Preis geht an das Unternehmen Sablono, das sich mit seiner Software für die Bauwirtschaft schon als Finalist des Wettbewerbs Code_n14 einen Stand in der Gründerhalle gesichert hat.

Wirtschaftsministerium zeigt Gründerkultur

Ehemalige Preisträger haben die Gelegenheit, sich auf dem Stand des Wirtschaftsministeriums zu präsentieren. Aus Berlin ist hier Implisense dabei, eine Suchmaschine, die dem Marketing und Vertrieb von Unternehmen durch die Analyse von Daten aus dem Internet dabei hilft neue Kunden zu finden. IPlytics unterstützt das Technologiemanagement von Unternehmen und bietet Produkte und Dienstleistungen zur Analyse von Technologien, Märkten, Produkten, Standards und Patenten. Lumenaza ist ein Unternehmen, das Produzenten und Verbraucher von Ökostrom innerhalb einer Region zusammenbringen will. Mit dabei ist auch die Ball-Kamera Panono. Das Start-up hat nach einer erfolgreichen Crowdfunding-Kampagne jetzt begonnen, die ersten 360-Grad-Kameras auszuliefern.

Nicht nur junge Start-ups sind in Hannover vertreten, auch erfahrenere Unternehmen präsentieren sich in der Gründerhalle. Dassault Systèmes etwa, der Weltmarktführer für 3D-Design aus Frankreich. Das Unternehmen ist Gründungspartner von Reality Ventures, dem Unternehmen hinter dem Berliner Inkubator "Mine Innovation Engineering" des Serienerfinders Rolf Herken.

Alumni in der Gründerhalle

Das Unternehmen emagine bietet sich als Big-Data-Personaldienstleister an. Orderbird – ebenfalls in der Alumni-Sektion der Gründerhalle – hat ein Abrechnungsterminal auf der Basis eines iPad für gastronomische Betriebe entwickelt und zuletzt mit dem Bezahldienstleister PayPal ein Pilotprojekt gestartet, das bargeldloses Bezahlen in ausgewählten Berliner Restaurants ermöglich. Ubitricity hat ein intelligentes Ladekabel für Stromzapfsäulen entwickelt, die zum Beispiel in den Masten von Straßenlaternen eingebaut werden. An ihnen können Elektroautos geladen werden. Und Blacksquared, ebenfalls auf zahlreichen Messen zu Hause, präsentierte seine Photovoltaik-Ladestation Changers, die mobile Geräte wie Smartphones und Tablets unterwegs mit Strom versorgen. Carzapp, ein Start-up aus dem Centre for Entrepreneurship der Technischen Universität, baut einen volldigitalen Carsharingdienst für Privatfahrzeuge auf. Dazu wurde eine Hardware entwickelt, die die Autovermietung ohne Schlüsselübergabe ermöglicht.

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