Start-up Berlin

MyParfum ist zahlungsunfähig

Die Online-Parfümerie ist Opfer ihres Wachstums geworden. Gründer Matti Niebelschütz hofft, das Start-up im Insolvenzverfahren zu sanieren.

Foto: My Parfum

Die Berliner Online-Parfümerie MyParfum ist insolvent. Das sagte der Mitgründer und Geschäftsführer Matti Niebelschütz am Montag der Berliner Morgenpost. Er hofft, das Unternehmen im Rahmen des Insolvenzverfahrens zu sanieren. "Nachdem das Unternehmen Ende 2012 in eine wirtschaftliche Schieflage geraten ist, soll es nun im Rahmen einer Insolvenz gemeinsam mit dem vom Gericht bestellten Verwalter grundlegend saniert werden", so Niebelschütz.

Das 2008 von Niebelschütz, seinem Bruder Yannis und Patrick-André Wilhelm gegründete Unternehmen bietet maßgeschneiderte Duftnoten an, die Online zusammen gestellt werden können. MyParfum hat nach eigenen Angaben 80.000 Kunden. Angaben zu Umsätzen und Ergebnis machte Niebelschütz nicht.

Starke Expansion, schwaches Weihnachtsgeschäft

MyParfum ist Opfer des starken Wachstumskurses des vergangenen Jahres. Das Unternehmen war nach einem erfolgreichen Jahr 2011 stark expandiert. Die Zahl der Mitarbeiter vervielfachte sich auf 60. Entsprechend steil stiegen die Kosten. Die erlösten Umsätze hielten dagegen offenbar nicht mit.

Zum Jahresende hatte Niebelschütz die Notbremse gezogen und Mitarbeiter entlassen. Der Zahl der Beschäftigten sank auf 25. Nach einem offenbar enttäuschenden Weihnachtsgeschäft geriet MyParfum in die Zahlungsunfähigkeit. Am Freitag stellte Niebelschütz den Insolvenzantrag. Jetzt soll der Betrieb mit den noch elf verbliebenen Mitarbeitern fortgeführt werden.

Unklar ist noch die Finanzierung des Weiterbetriebs. Niebelschütz machte keine Angaben dazu, ob und wie die Gesellschafter, darunter der Wagnisfinanzierer des TV-Sender ProSieben, Seven Ventures, die Fortführung der Firma mitfinanzieren. Dazu liefen noch die Gespräche zwischen Insolvenzverwalter und Gesellschaftern.

Der Branchendienst Gründerszene hatte zuerst über die Insolvenz berichtet.

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