14.02.13

"Wunderlist2"

Neue App bringt 500.000 neue Wunderkinder

Sie waren 2011 die Überflieger, dann wurde es ruhig um 6Wunderkinder. Mit der überarbeiteten Wunderlist starten die Berliner wieder durch.

Foto: Reto Klar

Wieder da: „6Wunderkinder“-Chef Christian Reber setzt auf das iPad
Wieder da: "6Wunderkinder"-Chef Christian Reber setzt auf das iPad

Das Berliner Start-up "6Wunderkinder" hat seit dem Relaunch seiner App "Wunderlist2" vor acht Wochen mehr als 500.000 neue Nutzer gewonnen und knapp eine Million Downloads verzeichnet. Insgesamt wurden von Nutzern 3,4 Millionen Listen mit 20 Millionen Aufträgen angelegt. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in Berlin mit. Gleichzeitig kündigte "6Wunderkinder" den Start einer iPad-Version seiner Smartphone-App an.

"Wunderlist2" ist eine interaktive Produktivitäts-App, die nach Unternehmensangaben weltweit von 3,4 Millionen Anwendern genutzt wird. Kernstück ist eine persönliche To-Do-Liste, in die der Nutzer Projekte einträgt, die er alleine oder gemeinsam mit anderen erledigen muss: Termine, Pläne und Aufträge beispielsweise. Im Aktivitätencenter sieht der Anwender außer dieser Liste Antworten auf Einladungen, die er anderen Nutzern gesendet hat sowie Einladungen zu Projekten, die er von anderen Nutzern erhalten hat.

Es gibt auch eine Erinnerungsfunktion, bei der man einstellen kann, wie man auf dem Laufenden gehalten werden will – je nach Vorliebe per Push-Nachricht oder mit einer E-Mail. Die App kann beim Teilen von Projekten auf das elektronische Adressbuch des Nutzers zugreifen sowie auf seine Facebook-Freundesliste.

"Wir sind jetzt wirklich gespannt zu sehen, wie diese Zahlen nach dem Start und der Weiterentwicklung von Wunderlist 2 auf einer unserer beliebtesten Plattformen, dem iPad weiter wachsen wird", sagte Christian Reber, Gründer und Geschäftsführer des Berliner Unternehmens.

Anfang Februar hatte das Unternehmen bereits eine Tablet-Version für Geräte mit Googles Betriebssystem Android vorgestellt. Die App steht nun für alle gängigen Betriebssysteme zur Verfügung: neben Android für Apples iOS und Windows sowie als Web-App für stationäre Computer.

Das Start-up hatte bereits Ende 2010 eine erste Version seiner "Wunderlist" in Apples App Store veröffentlicht. Die To-Do-Liste erreichte binnen acht Monaten eine Million Nutzer und wurde später iPhone-App des Jahres 2011. Das Start-up entschloss sich dann dazu, die App komplett neu zu programmieren, um die plattformübergreifende Funktionalität zu erhöhen, und als "Wunderlist2" zu veröffentlichen. Offensichtlich mit Erfolg.

Gefloppt war dagegen die Projektsoftware Wunderkit. Im September vergangenen Jahres zogen die Gründer die Reißleine. Das kostenlos bereitgestellte Wunderkit sei zwar auf reges Interesse gestoßen, aber nicht für ein nachhaltiges Wachstum reif gewesen, hieß es damals.

Das 2010 gegründete Unternehmen beschäftigt mittlerweile 35 Mitarbeiter, darunter mehr als 20 Entwickler. Im November 2011 investierte Skype-Gründer Niklas Zennström mit seiner Firma Atomico 4,2 Millionen Dollar in die 6Wunderkinder, benannt nach den sechs Gründern. Überdies haben die Wagnisfinanzierer T-Ventures und Earlybird investiert.

Quelle: stü/gri
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