04.02.13

Start-up Berlin

ProSiebenSat1 wird Geburtshelfer für Start-ups

Der Münchner Medienkonzern plant einen eigenen Inkubator in Berlin – mit dem Rocket-Internet-Manager Mato Peric an der Spitze.

Foto: picture alliance / dpa

Geht unter die Gründer: ProSiebenSat1 plant einen eigenen Inkubator in Berlin
Geht unter die Gründer: ProSiebenSat1 plant einen eigenen Inkubator in Berlin

Der Münchener Medien-Konzern ProSiebenSat1 plant den Aufbau eines so genannten Inkubators für Internet-Start-ups in Berlin. Details wollte ein Unternehmenssprecher am Montag nicht nennen. Er bestätigte aber, dass der bisherige Rocket-Internet-Manager Mato Peric Chef des Inkubators werden soll. Über die Pläne hatte zuerst die Branchenwebsite Deutsche Startups berichtet.

Damit erwächst dem Berliner Platzhirschen Rocket Internet zum zweiten Mal Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Im vergangenen Jahr hatte bereits Christian Weiß Rocket verlassen und mit finanzieller Unterstützung des Otto-Konzerns den Inkubator Project A gegründet. 50 Millionen Euro investiert der Hamburger Versandhändler in das Projekt.

Mato Peric war zuletzt bei Rocket für die internationalen E-Commerce-Aktivitäten zuständig. Unter anderem verantwortete er den Aufbau der indischen Handelsplattform Jabong sowie den des in Südostasien führenden Online-Fashion-Shop Zalora.

Größter Berliner Inkubator ist Rocket Internet

Inkubatoren arbeiten wie die aus Geburtskliniken bekannten Brutkästen. Sie gründen und finanzieren junge Unternehmen, stellen ihnen Büros und Technik zur Verfügung, sammeln bei Investoren Geld für das Wachstum der Firmen ein. Im Gegenzug halten sie Anteile an dem Unternehmen, die bei Erfolg verkauft werden.

Größter Berliner Inkubator ist Rocket Internet, den die Gebrüder Samwer (Jamba, Zalando) gegründet haben und der international aktiv ist. Im vergangenen Jahr sammelte Rocket bei Investoren rund eine dreiviertel Milliarde Euro für Start-ups weltweit ein. Andere sind Team Europe,YouIsNow oder Hub:raum.

Mit dem Inkubator verändert ProSiebenSat1 seine bisherige Strategie. Bislang beteiligte sich der Konzern über seine Investmentgesellschaft SevenVentures an bereits bestehenden Unternehmen in unterschiedlicher Höhe. Zuletzt war ProSiebenSat1 vergangene Woche bei zwei Modeversandhandelsplattformen (Outstore, Stylight) eingestiegen.

Mitte Januar 2013 kündigten die Münchener dann ein ein sogenanntes Accelerator-Programm an, das Gründern eine Anschubfinanzierung von 25.000 Euro bietet. Das Inkubator-Projekt wird darüber aber weit hinaus gehen und Millionen-Investitionen nach sich ziehen.

Damit wird ProSiebenSat1 Gründungen von der Startphase an begleiten und entsprechend an der Wertschöpfung beteiligt. Drei bis fünf Start-ups pro Jahr könnte der noch namenlose Inkubator unter die Fittiche nehmen. Details will das Unternehmen frühestens zum Wochenende bekannt geben.

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