21.01.13

Computersabotage

Berliner Pizza-Krieg geht in die nächste Runde

Immer mehr Menschen bestellen online Essen. Die Lieferservice-Portale Lieferando und Lieferheld kämpfen deswegen im Netz um Marktanteile.

Von René Gribnitz
Foto: PR
Kombo
Lieferheld Lieferando
Kombo Lieferheld Lieferando

Der Berliner Pizza-Krieg zwischen den Lieferservice-Portalen Lieferheld und Lieferando geht in eine weitere Runde. "Wir haben einstweilige Verfügungen gegen Lieferando durchgesetzt. Lieferando wurde untersagt, bestimmte Aussagen in Bezug auf Lieferheld im Zusammenhang mit Cyber-Attacken zu äußern oder verbreiten", sagte Lieferheld-Chef Niklas Östberg in einem von dem Unternehmen verbreiteten Interview.

Hintergrund: Im April vergangenen Jahres ermittelte die Berliner Staatsanwaltschaft gegen Lieferheld wegen des Verdachts auf Computersabotage. Das Unternehmen soll die Systeme des Rivalen Lieferando im Internet attackiert haben, was Lieferheld vehement bestreitet. Die Ermittlungen wurden zwischenzeitlich eingestellt.

Ein Ersuchen Lieferandos sie wieder aufzunehmen, blieb offenbar erfolglos. "Seit vorgestern wissen wir endlich, dass keine neuen Tatsachen vorgetragen wurden, die eine andere Einschätzung der Lage zulassen", so Östberg. Lieferando und die Staatsanwaltschaft waren am Abend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Online-Markt für Essenslieferungen heiß umkämpft

Der noch junge, schnell wachsende Markt der Online-Essensbestellungen ist in Deutschland heftig umkämpft. Die vier großen Anbieter Pizza.de, Lieferheld.de, Lieferando.de und Lieferservice.de rangeln um Marktanteile. Die Unternehmen setzen darauf, dass immer mehr Menschen Essen im Netz statt per Telefon ordern. Die Portale listen Lieferdienste in der Umgebung auf, bei denen Nutzer online bestellen können. Der Betreiber erhält eine Provision.

Bei ihrem Kampf um Marktanteile greifen die Anbieter auch zu juristischen Mitteln: So überziehen sich Lieferheld und Lieferando in Deutschland gegenseitig mit Abmahnungen. Anfang des Jahres war zudem bekannt geworden, dass das Management von Lieferheld Strafbefehle akzeptiert hat, weil in der Gründungsphase 2010 Kundendaten des Konkurrenten Pizza.de kopiert worden waren. Gegen sieben Mitarbeiter des Unternehmens wurden unterschiedliche Geldstrafen in einer Gesamthöhe von fast 60.000 Euro verhängt.

Neue Übernahme in Großbritannien

Lieferheld ist Teil der Delivery-Hero-Gruppe und ist mit einem Kapital von rund 80 Millionen Euro eines der bestfinanzierten Start-ups Berlins. Die Firma beschäftigt nach eigenen Angaben 400 Mitarbeiter, 250 davon arbeiten in der Zentrale in der Mohrenstraße. Das Unternehmen befindet sich auf einem aggressiven Wachstumskurs, hatte vor einem Jahr in Großbritannien den Anbieter Hungry House übernommen und damit den Platzhirsch und derzeitigen Weltmarktführer Just Eat auf eigenem Territorium angegriffen.

Wie Östberg in dem Interview mitteilte, hat Delivery Hero aktuell den britischen Anbieter Eatitnow übernommen. Details nannte er nicht. Eatitnow teilt auf seiner Homepage mit, ab 24. Januar mit Hungry House zusammengeführt zu werden.

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