08.01.13

Berliner Start-up

Beim Bestellportal Lieferheld kocht nur noch ein Chef

Fabian Siegel tritt zurück. Niklas Östberg führt das Start-up allein. Es bestehe kein Zusammenhang mit dem Strafbefehl der Berliner Justiz.

Von René Gribnitz
Foto: picture-alliance / dpa / Stockfo

Der Markt für Online-Essenbestellungen ist heiß umkämpft
Der Markt für Online-Essenbestellungen ist heiß umkämpft

Das Berliner Lieferdienstportal Delivery Hero verliert einen seiner Chefs. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, ist Co-Chef Fabian Siegel zurückgetreten. Delivery Hero, das in Deutschland als Lieferheld.de firmiert, werde künftig von Niklas Östberg allein geführt. "Niklas und Fabian waren in der Aufbauphase des Unternehmens ein extrem starkes Managementteam. Mit dem weiteren Wachstum haben wir entschieden, auf einen CEO zu setzen", sagte Lukasz Gadowski, Aufsichtsratschef des Unternehmens.

Ein Zusammenhang mit den staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen gegen die Führungsspitze des Unternehmens wurde ausgeschlossen. Vergangene Woche war bekannt geworden, dass das Management Strafbefehle akzeptiert hat, weil in der Gründungsphase 2010 Kundendaten des Konkurrenten Pizza.de kopiert worden waren. Gegen sieben Mitarbeiter des Unternehmens wurden unterschiedliche Geldstrafen in einer Gesamthöhe von fast 60.000 Euro verhängt.

250 Mitarbeiter in Berlin

Delivery Hero ist einer der größten Online-Bestellanbieter weltweit. Das Unternehmen mit Sitz in der Mohrenstraße beschäftigt 450 Mitarbeiter, 250 davon arbeiten in der Berliner Zentrale. Lieferheld gilt als eines der am besten finanzierten Start-ups der Stadt. Mehr als 80 Millionen Euro hat das Unternehmen bei Investoren eingesammelt.

Der clickandbuy-Mitgründer Siegel hatte Lieferheld ab 2010 mitaufgebaut. In seinem Blogeintrag vom Montag äußert er sich zwar nicht zu den Gründen seines Rücktritts. Er geht aber auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen ein. Das Kopieren der Pizza.de-Daten nennt er darin einen "dummen Fehler" der Anfangszeit. Zugleich räumt er ein, dass einige Übernahme kleinerer lokaler Konkurrenten letztlich nur eine "Verschwendung von Zeit und Geld" waren. Lieferheld befindet sich auf einem aggressiven Wachstumskurs, neben kleineren Konkurrenten hat das Unternehmen 2012 den britischen Anbieter HungryHouse übernommen. Siegel will dem Unternehmen als Anteilseigner und Berater verbunden bleiben.

Alleingeschäftsführer Östberg kündigte eine Fortsetzung des Wachstumskurses an. "Die letzten Jahre waren erst der Anfang." Östberg war Mitgründer und Chairman von OnlinePizza.se. Er hat unter anderem Bestellplattformen in Polen, Finnland und Österreich aufgebaut. Östberg verließ OnlinePizza.se, um – unterstützt von dem Berliner Inkubator Team Europe – Delivery Hero mitzugründen. 2012 übernahm Delivery Hero OnlinePizza.se. "Niklas hat das Modell um Online-Essensbestellungen aufgebaut und perfektioniert. Er und sein Team werden jetzt ein neues Kapitel für Delivery Hero aufschlagen", sagte Aufsichtsratschef Gadowski

Umkämpfter Markt

Der noch junge, schnell wachsende Markt der Online-Essensbestellungen ist in Deutschland heftig umkämpft. Die vier großen Anbieter Pizza.de, Lieferheld.de, Lieferando.de (ebenfalls aus Berlin) und Lieferservice.de rangeln um Marktanteile. Die Unternehmen setzen darauf, dass immer mehr Menschen Essen im Netz statt per Telefon ordern. Die Portale listen Lieferdienste in der Umgebung auf, bei denen Nutzer online bestellen können. Der Betreiber erhält eine Provision.

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